Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Gavin Newsom, Gouverneur von Kalifornien, erklärt auf einer Pressekonferenz wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand.
+
Gavin Newsom, Gouverneur von Kalifornien, erklärt auf einer Pressekonferenz wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand.

USA

„Adolf Newsom“: Nazi-Vergleiche gegen Gouverneur von Kalifornien

  • Friederike Meier
    VonFriederike Meier
    schließen

Eine geschmacklose Kampagne zur Abwahl von Gavin Newsom wegen dessen Corona-Politik nimmt Fahrt auf. Jüdische Politiker:innen sind entsetzt.

  • Eine Kampagne gegen den kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom hat ihn und seine Corona-Politik bereits mehrmals mit den Nationalsozialisten verglichen.
  • Jüdische Abgeordnete kritisieren deshalb die Kampagne scharf.
  • In den USA können Gouverneure durch ein Recall genanntes Bürgerbegehren abgewählt werden.

Sacramento – „Beendet seine Tyrannei“ - ist auf einem Plakat zu lesen, das während einer Demonstration für Corona-Lockerungen im Mai 2020 in Sacramento, Kalifornien zu sehen war. Darauf zu sehen ist der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom mit Hitlerbart vor einer Hakenkreuz-Flagge. Newsom hatte Mitte März 2020 als einer der ersten US-Gouverneure strenge Ausgangsbeschränkungen verhängt

Mittlerweile gibt es ein Bürgerbegehren für einen sogenannten Recall Newsoms. Ist es erfolgreich, kommt es zu einem Volksentscheid darüber, ob Newsom im Amt bleiben darf. Ein solches Verfahren gibt es in mehreren US-Bundesstaaten, zuletzt war es im Jahr 2003 in Kalifornien erfolgreich, als Arnold Schwarzenegger Gouverneur wurde.

Hitlervergleich wegen Coronapolitik: Organisator nennt Gouverneur „Adolf Newsom“

Jüdische Abgeordnete des Kalifornischen Ober- und Unterhauses haben sich nun gegen antisemitische Rhetorik der Organisator:innen der Kampagne ausgesprochen. Manche Unterstützer:innen der Abwahl hingen den Ideen der gefährlichen QAnon-Bewegung nach, sagte der Abgeordnete im Senat von Kalifornien, Scott Wiener, der Zeitung The Sacramento Bee zufolge auf einem Treffen des jüdischen Abgeordneten-Ausschusses.

Cordie Williams, einer der Organisatoren der Abwahl-Kampagne hat Newsom laut der Sacramento Bee bereits mehrmals mit Hitler verglichen und seine Politik mit Konzentrationslagern. In einem Video habe Williams gesagt: „Im Zweiten Weltkrieg gab es einen Ofen namens Auschwitz. Jetzt heißt dieser Ofen Sozialismus. Und so viele Amerikaner sind auf dem Weg zu diesem Ofen.“ Er habe Gouverneur Gavin Newsom auch bereits mehrmals als „Adolf Newsom“ bezeichnet.

Hitlervergleich wegen Coronapolitik: „Vergleiche sind tief verletzend“

„Gleichzeitig sehen wir, dass manche Führungspersonen bei Abwahl-Kampagne nun den Holocaust entführen“, sagte er. „Sie vergleichen Gavin Newsom mit Adolf Hitler wegen Pandemie-Einschränkungen und Gesundheitsverordnungen, die in unserem Staat viele Leben gerettet haben.“ Diese seien tief verletzend für seine Gemeinschaft und zeigten, was die Organisator:innen der Abwahl motiviere.

Ein Sprecher des Bürgerbegehrens zur Abwahl nannte hingegen Scott Wiener einen Radikalen. Die jüdischen Abgeordneten hätten die 2,1 Millionen Kalifornier:innen, die das Bürgerbegehren unterzeichnet hätten, als antisemitisch bezeichnet.

Genau dies hatten die jüdischen Abgeordneten allerdings nicht getan. Jesse Gabriel, Vorsitzender des Jüdischen Abgeordneten-Ausschusses und Abgeordneter im kalifornischen Unterhaus sagte laut Sacramento Bee, dass er nicht darauf hinaus wolle, dass alle Unterzeichner:innen des Bürgerbegehrens antisemitisch sind.

Name Gavin Christopher Newsom
Geburtstag10. Oktober 1967
GeburtsortSan Francisco, Kalifornien
EhepartnerinJennifer Siebel (verh. 2008), Kimberly Guilfoyle (verh. 2001–2006)
Kinder4
AmtGouverneur von Kalifornien seit 2019

Hitlervergleich wegen Coronapolitik: „Organisatoren haben verwerfliche Ansichten“

„Wähler in Kalifornien sollten sich genau anschauen, wer hinter der Kampagne steckt“, sagte Gabriel. Er verstehe, dass manche Menschen aus verschiedenen Gründen frustriert über die Politik des Gouverneurs seien. Das sei in einer Pandemie natürlich. Im Zentrum der Kampagne seien Menschen, die „wirklich verwerfliche Ansichten“, hätten, sagte Gabriel.

Währenddessen könnte die Kampagne für den Recall tatsächlich Erfolg haben. Laut einem Bericht der Los Angeles Times sind bereits 1,2 Millionen von etwa 1,5 Millionen Unterschriften offiziell bestätigt. Die Organisator:innen selbst sprechen von über zwei Millionen gesammelten Unterschriften. Laut dem Bericht könnte die Volksabstimmung noch in diesem Jahr stattfinden. (Friederike Meier)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare