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Nach Tötung von George Floyd: Weitere Ex-Polizisten vor Gericht

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Von: Sandra Kathe

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Nach dem Schuldspruch für den Polizisten, der George Floyd tötete, stehen nun auch dessen ehemalige Kollegen vor Gericht.
Nach dem Schuldspruch für den Polizisten, der George Floyd tötete, stehen nun auch dessen ehemalige Kollegen vor Gericht. (Archivfoto) © Brandon Bell/AFP

Nach der Tötung des unbewaffneten George Floyd und der Verurteilung des Haupttäters stehen drei weitere Ex-Polizisten aus dem US-Staat Minnesota vor Gericht.

Minneapolis – In Saint Paul im US-Bundesstaat Minnesota hat am Donnerstag (20.01.2022) der Prozess gegen die drei Ex-Polizisten begonnen, die neben dem verurteilten Derek Chauvin an der Tötung des unbewaffneten George Floyd im Mai 2020 beteiligt waren. Vor einem Bundesgericht der Stadt Saint Paul startete am Donnerstag die Auswahl der Geschworenen im Verfahren gegen die Ex-Polizisten Tou Thao, Alexander Kueng und Thomas Lane.

Die Bundesjustiz wirft den drei Ex-Polizisten vor, Floyds in der Verfassung verankerte Bürgerrechte verletzt zu haben. Chauvin hatte dem wegen Falschgeldvorwürfen festgenommenen Floyd neuneinhalb Minuten lang das Knie in den Nacken gedrückt, obwohl der 46-Jährige wiederholt klagte, er bekomme keine Luft mehr. Kueng und Lane fixierten Floyd ebenfalls auf dem Boden, während Thao Passant:innen auf Abstand hielt.

Tötung von George Floyd: Handy-Video sorgte weltweit für Empörung

Eine der Zeuginnen hatte Floyds qualvollen Tod auf einem Handyvideo festgehalten, das später veröffentlicht wurde und international für Empörung sorgte. In den USA begannen daraufhin landesweite Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt. Floyds Worte „I can‘t breathe“ („Ich kann nicht atmen“) – ging um die Welt und wurde zu einem Motto der Anti-Rassismus-Bewegung Black Lives Matter.

Nach Floyds Tod leiteten sowohl die Justiz des Bundesstaates Minnesota, als auch die Bundesjustiz parallele Verfahren ein. Ein solches Vorgehen ist in den USA selten, aber möglich. Auf Landesebene wurde Chauvin im vergangenen Jahr wegen Mordes zweiten Grades zu 22 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Im Bundesverfahren bekannte er sich im Dezember schuldig, Floyds Bürgerrechte verletzt zu haben. Die Justiz wirft Chauvin vor, Floyds in der Verfassung verankertes Recht missachtet zu haben, keine „unverhältnismäßige Gewalt durch einen Polizisten“ erleiden zu müssen.

Bürgerrechte verletzt: Kollegen von Derek Chauvin vor Bundes- und Landesgericht angeklagt

Das Strafmaß wird zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt. Chauvin drohen in dem Bundesverfahren 25 Jahre Haft. Beide Gefängnisstrafen können zeitgleich abgesessen werden. Den drei anderen Ex-Polizisten soll nach dem jetzt gestarteten Bundesprozess auch ein Prozess auf Landesebene gemacht werden.

Thao und Kueng wird in beiden Prozessen zur Last gelegt, Chauvin nicht gestoppt zu haben. Den beiden Ex-Polizisten und Lane wird außerdem vorgeworfen, dem bewusstlosen Floyd keine erste Hilfe geleistet zu haben. Auch im Prozess auf Landesebene sind die drei Ex-Polizisten wegen Beihilfe zum Mord zweiten Grades angeklagt. Dieser Prozess soll im Juni beginnen. (ska mit AFP)

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