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USA: Gewehr von Kyle Rittenhouse wird zerstört – Fans von ihm wollten es kaufen

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Von: Tim Vincent Dicke

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Kylie Rittenhouse im Gerichtssaal in Kenosha
Das Gewehr von Kylie Rittenhouse, mit dem dieser zwei Menschen in Kenosha (USA) erschossen hat, wird vernichtet. (Archivbild) © Mark Hertzberg/AFP

Das Kapitel Kyle Rittenhouse wird nach den Schüssen in Kenosha (USA) juristisch abgeschlossen. Die Waffe, mit der er zwei Menschen getötet hat, wird vernichtet.

Kenosha – Das Sturmgewehr, mit dem der US-Amerikaner Kyle Rittenhouse bei einer Demonstration in Kenosha im Bundesstaat Wisconsin zwei Männer erschossen hat, soll vernichtet werden. Dem Schritt stimmten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung von Rittenhouse bei einer Gerichtsanhörung am Freitag (28.01.2022) zu.

Wie der lokale Sender CBS58 berichtet, erschien Rittenhouse nicht vor Gericht. Stattdessen wurde er durch seinen Verteidiger Mark Richards vertreten. Den Angaben zufolge teilte Richards dem Gericht mit, dass Rittenhouse, der Staat und der ursprüngliche Käufer der Waffe, Dominick Black, zu einer Einigung gekommen seien.

Gemeinsam mit dem staatlichen kriminaltechnischen Labor sollen nun Beamte des Police-Departments der Stadt Kenosha das Sturmgewehr des Typs AR-15, das Zielfernrohr sowie das Magazin zerstören. Staatsanwalt Thomas Binger sagte, die Waffe werde im Frühjahr vernichtet. Die Zerstörung soll aufgezeichnet werden und das Band im Anschluss der Verteidigung von Rittenhouse zur Verfügung gestellt werden.

Großes Interesse an Sturmgewehr von Kyle Rittenhouse nach Schüssen in Kenosha (USA)

Kyle Rittenhouse habe nicht gewollt, dass die Waffe zurück an Dominick Black gegeben werde, sagte sein Anwalt. Die Vermutung von Rittenhouse: Möglicherweise hätte Black das Gewehr als „Waffe von Kyle Rittenhouse“ vermarktet und es dann teuer verkauft. „Wir denken nicht, dass jemand davon profitieren sollte“, sagte Richards und erklärte, dass sich viele Leute in den USA nach dem Kauf des Gewehrs erkundigt hätten.

In Kenosha waren im Sommer 2020 schwere Proteste ausgebrochen, nachdem dem Afroamerikaner Jacob Blake bei einem Polizeieinsatz mehrfach in den Rücken geschossen worden war. Der Fall ereignete sich in einem bereits aufgeheizten politischen Klima, denn nur etwa drei Monate vorher war in Minneapolis der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz getötet worden.

USA: Kyle Rittenhouse wurde durch Kenosha-Schüsse in rechten Kreisen ein Held

Der zu der Zeit 17-jährige Kyle Rittenhouse erschoss zwei Menschen mit dem AR-15-Sturmgewehr und verletzte eine weitere Person. Der Teenager war nach Kenosha gereist, um dort eigenen Angaben zufolge Eigentum vor Plünderungen zu schützen. Er hatte sich während des Prozesses stets auf das Recht auf Selbstverteidigung berufen. Die Anklage legte ihm unter anderem Mord in zwei Fällen zur Last. Im November 2021 wurde Rittenhouse in allen Anklagepunkten freigesprochen.

In konservativen bis rechtsextremen Kreisen wird Rittenhouse seit den tödlichen Schüssen als Galionsfigur des freien Waffenbesitzes gefeiert. Nach seinem Freispruch warb unter anderem Donald Trump Jr. dafür, dem Todesschützen ein neues Sturmgewehr zu schenken. Der Trump-Sohn sagte damals: „Amerikaner haben ein fundamentales Recht, sich zu verteidigen und Waffen zu tragen.“ (tvd)

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