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Arbeiter laden nach einem Raketenangriff zerborstenes Schaufensterglas auf einen Lastwagen. Nach einem Raketenangriff auf die nordirakische Stadt Erbil mit einem Toten und mehreren Verletzten wächst die Sorge vor weiterer Gewalt gegen die US-Truppen.
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Nach einem Raketenangriff auf die nordirakische Stadt Erbil mit einem Toten und mehreren Verletzten wächst die Sorge vor weiterer Gewalt gegen die US-Truppen.

Kampf gegen Islamischen Staat

Irak: Mehr Attacken auf amerikanische Einrichtungen angekündigt

Nach einem Angriff auf eine Stadt im Irak mit einem Toten reklamiert eine schiitische Gruppe die Tat für sich. Sie droht den USA mit weiteren Attacken.

  • Ein US-Militärstützpunkt im Irak wurde mit Raketen angegriffen.
  • Bei dem Angriff kam ein Zivilist ums Leben, mehrere Menschen wurden verletzt.
  • Der Außenminister der USA, Antony Blinken, reagierte empört auf den Angriff.

Erbil/Washington - Bei einem Raketenangriff im Irak ist ein ziviler Unternehmer getötet worden. Die Raketen wurden auf die Stadt Erbil im Norden des Irak gefeuert, die in einem kurdischen Gebiet liegt. Bei der Attacke wurden zudem mehrere Menschen verletzt, darunter auch US-Bürger. Sicherheitskreisen zufolge trafen die Raketen in der Nähe des Flughafens von Erbil Wohngebiete. In der Nähe des Flughafens befindet sich ein US-Militärstützpunkt.

US-Außenminister Antony Blinken reagierte auf die Attacke im Irak empört und besorgt. In einer von seiner Behörde verbreiteten Erklärung verurteilte Blinken den Angriff als „rücksichtslosen Akt der Gewalt“ und sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. Er habe dem Ministerpräsidenten der kurdischen Autonomiegebiete, Masrur Barsani, die Unterstützung der USA bei der Untersuchung des Angriffs und bei allen Bemühungen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, zugesagt. Barsani twitterte, er verurteile den Angriff „aufs stärkste“.

Raketen treffen Militärstützpunkt der USA im Irak: Flughafen geschlossen

Die Raketen kamen dem Sender Al Jazeera zufolge spät am Montag (15.02.2021) aus einem Gebiet südlich von Erbil. Die Attacke ist die erste seit rund zwei Monaten, bei der westliche Militär- oder Diplomatie-Einrichtungen im Irak angegriffen wurden. Die schiitische, weitgehend unbekannte Gruppe „Awliyaa al-Dam“ („Wächter des Blutes“) hat den Raketenangriff für sich reklamiert - und droht den USA: „Die amerikanische Besatzung wird auf keinem Fleckchen des Heimatlandes sicher vor unseren Angriffen sein, selbst in Kurdistan, wo wir versprechen, andere qualitative Operationen auszuführen“, sagte die Gruppe laut der SITE Intelligence Group, einer US-amerikanischen NGO, die die Onlineaktivität bewaffneter Organisationen verfolgt.

Insgesamt kamen 14 107-Millimeter-Raketen in Erbil an, wie der Sprecher der Koalition mitteilte. Drei davon hätten direkt den Militärstützpunkt getroffen. Die Nationalität des Todesopfers wollte der Sprecher noch nicht bekanntgeben. An dem Flughafen sind ausländische Truppen stationiert, die Teil einer internationalen Allianz zur Bekämpfung des sogenannten Islamischen Staats (ISIS) sind. Aus Sicherheitsgründen sei er vorerst geschlossen und der Flugverkehr gestoppt worden, wie Al Jazeera berichtet. Seit der Irak 2017 den Sieg über „ISIS“ erklärt hatte, wurden die ausländischen Truppen vor Ort reduziert.

Nach Angriff im Irak: Iran weist Vorwürfe zurück

Auch der Iran hat sich zu der Attacke zu Wort gemeldet. Irakische Offizielle hatten behauptet, es bestehe eine Verbindung zwischen dem Iran und der „Wächter des Blutes“-Gruppe. Diese Vorwürfe wies das Land zurück: „Iran hält Iraks Stabilität und Sicherheit für ein Schlüsselthema in der Region ... und weist jedes Handeln zurück, das den Frieden und die Ordnung in dem Land stört“, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums Staatsmedien. Er verurteile „argwöhnische Versuche, [die Attacke] Iran zuzuschreiben.“

2019 wurde bei einem Angriff auf einen irakischen Militärstützpunkt, der US-Truppen in der Nähe der irakischen Stadt Kirkuk beherbergte, ein ziviler US-Bauunternehmer getötet. Der Vorfall löste US-Angriffe aus, bei denen der iranische General Qassem Soleimani im Januar 2020 in Bagdad getötet wurde - was zu weiteren Spannungen zwischen Bagdad und Washington führte. Die US-Truppen unterstützen im Irak die lokalen Sicherheitskräfte im Kampf gegen den IS. Doch die Iran-treuen Milzen in dem Krisenland wollen den Abzug der US-Soldaten erreichen. Wenn nötig mit Gewalt. (Ines Alberti mit dpa)

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