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Proud Boys USA Washington Wahl
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Durch einen Hack wurden Informationen über rechtsradikale Gruppen wie die „Proud Boys“ veröffentlicht.

USA

Anonymous: Hacker enthüllen brisante Details über „Proud Boys“

  • Luisa Ebbrecht
    VonLuisa Ebbrecht
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Anonymous hackt das Webhosting-Unternehmen Epik und deckt Details darüber auf, wer hinter den „Proud Boys“ und rechtsextremen Websites steckt.

USA - Das Webhosting-Unternehmen Epik ist seit langem das Lieblingsinternetunternehmen der Rechtsextremen in den USA. Es bietet Domain-Dienste für QAnon-Theoretiker, „Proud Boys“ und andere Anstifter des Angriffs auf das US-Kapitol am 6. Januar an und ermöglicht es ihnen, unter einem Schleier der Anonymität Hassbotschaften zu verbreiten.

Doch dieser Schleier verschwand letzte Woche abrupt, als die Hackergruppe Anonymous mehr als 150 Gigabyte zuvor privater Daten an die Öffentlichkeit brachte - darunter Benutzernamen, Passwörter und andere identifizierende Informationen von Epik-Kunden.

Seit dem Bekanntwerden des Hacks haben sich die ersten Details über Twitter verbreitet, oft unter dem Hashtag #epikfail. Extremismusmusexpertinnen und -experten brauchen nach eigenen Angaben Monate und vielleicht Jahre, um alle Daten durchzuarbeiten. „Es ist gewaltig. Es könnte das größte Domain-Leck sein, das ich je gesehen habe, und als Extremismusforscher ist es sicherlich das interessanteste“, sagte Megan Squire, Informatikprofessorin an der Elon University, die sich mit Rechtsextremismus beschäftigt.

Peinliche Details zu „Proud Boys“ und anderen Rechtsextremen: Webdienste für rechtsradikale Webseiten

Epik, mit Sitz in Seattle, hat sich in der Internetwelt einen Namen gemacht, indem es kritische Webdienste für Websites bereitstellt, die gegen die Richtlinien anderer Unternehmen wie Hassreden, Fake News und die Befürwortung von Gewalt verstoßen haben. Die Kundenliste ist lang - viele von ihnen sind dafür bekannt, dass sie extreme Beiträge zulassen.

Online-Aufzeichnungen zeigen, dass die Plattform 8chan zu den Kunden gehörte. Sie wurde zuvor von ihren Anbietern fallen gelassen, nachdem sie das Manifest eines Bewaffneten, der 51 Muslime in Christchurch, Neuseeland, im Jahr 2019 tötete, veröffentlichte. Auch Parler gehört offenbar zu den Epik-Kunden. Diese Plattform stand offenbar im Zusammenhang mit dem Angriff auf das US-Kapitol am 6. Januar.

Peinliche Details zu „Proud Boys“: Internet soll unzensiert und frei bleiben

Die Bereitschaft des Epik-Gründers Robert Monster, rechtsextremen Online-Zufluchtsorten technische Unterstützung zu gewähren, hat ihn regelmäßig zur Zielscheibe von Anti-Extremismus-Befürwortern gemacht. Diese kritisieren ihn dafür, dass er die Epik-Tools nutzte, um das Manifest des Amokläufers von Christchurch und das Video, das der Mörder von dem Massenmord gemacht hatte, erneut zu veröffentlichen.

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Monster verteidigte seine Arbeit als entscheidend, um das Internet unzensiert und frei zu halten, und schloss sich damit konservativen Kritikern an, die argumentieren, dass führende Technologieunternehmen wie Facebook, Twitter, Amazon und YouTube bei der Überwachung von Inhalten, die sie für unangemessen halten, zu weit gegangen seien.

Peinliche Details zu Proud Boys: „Keiner Verletzung bewusst“

„Das Unternehmen spielte eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung rechtsextremer terroristischer Sumpfgebiete“, sagte Rita Katz, Geschäftsführerin der SITE Intelligence Group, die den Online-Extremismus untersucht. „Ohne Epik hätten viele extremistische Gemeinschaften - von QAnon und weißen Nationalisten bis hin zu akzelerationistischen Neonazis - viel weniger Sauerstoff gehabt, um Schaden zu verbreiten, sei es, dass sie auf die Unruhen im Kapitol am 6. Januar hinarbeiten oder die Fehlinformationen und Verschwörungstheorien säen, die die Demokratie angreifen.“

Nach der Ankündigung erklärte Epik zunächst, es sei sich „keiner Verletzung bewusst“. In einem weitschweifigen, dreistündigen Live-Stream in der vergangenen Woche räumte Monster jedoch ein, dass „Daten entwendet wurden, die nicht hätten entwendet werden dürfen“, und rief die Menschen dazu auf, die Daten nicht für „negative“ Zwecke zu verwenden. (Luisa Ebbrecht)

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