Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Georgetown University in Washington D.C
+
Die Georgetown University in Washington D.C.

Rassismus

„Abscheuliche Aussagen“: Elite-Universität in den USA zieht Konsequenzen

  • VonJoel Schmidt
    schließen

Rassistische Äußerungen an einer der renommiertesten Universitäten der Welt führen zur Kündigung einer Professorin. Studierende der Georgetown University fordern mehr Schwarze in der Lehre.

  • Auf einem Video in den USA sind rassistische Äußerungen einer Jura-Professorin festgehalten.
  • Eine Absolventin der berühmten Georgetown University spricht von Doppelstandards.
  • Die gekündigte Professorin soll bereits in der Vergangenheit umstritten gewesen sein.

Washington D.C. – In einem Gespräch zwischen zwei Jura-Professor:innen der Georgetown University in Washington D.C. fallen rassistische Äußerungen gegenüber Schwarzen Studierenden. Nachdem ein Video der Unterhaltung an die Öffentlichkeit gelangt, zieht die Universität Konsequenzen und spricht eine Kündigung und eine Beurlaubung aus. Die Georgetown University gilt als eine der renommiertesten Universitäten der Welt, die Fakultäten für Politik- und Wirtschaftswissenschaften sowie für Jura gehören zu den besten der USA. Zu ihren Absolvent:innen gehören Staatsoberhäupter, einflussreiche Politiker:innen, Botschafter:innen sowie Milliardäre.

„Ich hasse es, das zu sagen. Aber ich habe jedes Semester Angst, dass ein Großteil meiner schlechteren Studierenden Schwarze sind“, sagte die außerordentliche Professorin Sandra Sellers demnach in dem Video zu ihrem Kollegen David Batson. „Du kriegst ein paar richtig gute ab, aber normalerweise auch einige, die ganz weit unten sind. Es macht mich verrückt“, zitiert die „Washington Post“ Sellers.

Rassistische Äußerungen an Georgetown University: „Abscheuliche Aussagen“

Die Veröffentlichung des Videos auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zog daraufhin eine Untersuchung des Büros für „Institutionelle Vielfalt und Gerechtigkeit“ der Georgetown University nach sich. Daraufhin äußerte der Dekan der Jura-Fakultät, William Treanor, das Gespräch zwischen den beiden Professor:innen habe „verwerfliche Aussagen zur Bewertung Schwarzer Studierender“ beinhaltet. Die rassistischen Aussagen des Videos nannte er „abscheulich“ und betonte, der Vorfall zeige, dass an der Universität mehr Auseinandersetzung mit Formen der Diskriminierung im Alltag nötig seien.

In ihrem Rücktrittschreiben entschuldigte sich Sellers für die „verletzenden und fehlgeleiteten Bemerkungen“. „Ich würde niemals etwas tun, um meine Studierenden oder die Georgetown University absichtlich zu verletzen, und wünschte, ich könnte meine Worte zurücknehmen“, sagte Sellers in dem Schreiben, welches der „Washington Post“ vorliegt. „Unabhängig von meiner Absicht habe ich irreparablen Schaden angerichtet, und das tut mir wirklich leid“, so die Professorin. Ihr beurlaubter Gesprächspartner Batson ließ eine Anfrage der Zeitung bislang unbeantwortet.

Name: Georgetown UniversityGründung: 1789
Studierende: 15.318Mitarbeiter:innen (gesamt): 3.457
Semesterbeitrag im Bachelor: 42.360 US-Dollar/JahrProfessor:innen: 1.957

Georgetown University: Rassistisches Denken führt zu rassistischen Handlungen

In einer Petition forderte die „Black Law Students Association“ die juristische Fakultät der Georgetown University zudem dazu auf, Sellers‘ Benotung ihrer Studierenden einer kritischen Überprüfung zu unterziehen. Darüber hinaus forderte sie auch eine Verpflichtung zur Einstellung von mehr Schwarzen Professor:innen. „Diese rassistischen Aussagen enthüllen nicht nur Sellers‘ Blick auf Schwarze Studierende, sondern zeigen auch, wie ihr rassistisches Denken zu rassistischen Handlungen geführt haben“, zitiert die „Washington Post“ ein Mitglied der „Black Law Students Association“.

Eine ehemalige Absolventin der Jura-Fakultät der Georgetown University zeigte sich angesichts der rassistischen Aussagen der Professorin wenig überrascht. Der „Washington Post“ erzählte sie, dass Sellers bereits zu ihrer Studienzeit für ihre als häufig übergriffig wahrgenommenen Äußerungen in der alltäglichen Kommunikation bekannt gewesen sei. Diese sogenannten Mikroaggression seien unter anderem anhand der Doppelstandards deutlich geworden, mit denen Sellers Schwarze und Weiße Studierende behandelte. (Joel Schmidt)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare