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Debatte über Polizeigewalt

So viele Leute hat die US-Polizei seit dem Mord an George Floyd getötet

  • Daniel Dillmann
    VonDaniel Dillmann
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Das Urteil gegen Derek Chauvin befeuert die Debatte über mutmaßliche Polizeigewalt in den USA. Ein Blick auf die Zahlen.

Minneapolis – Derek Chauvin muss ins Gefängnis. Der ehemalige US-Polizist wurde in Minneapolis zu einer Strafe von 22,5 Jahren verurteilt. Chauvin wurde wegen Mordes an George Floyd verurteilt. Die Tat geschah am 26. Mai 2020. Seitdem kam es in den USA zu zahlreichen weiteren gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Teilen der Bevölkerung.

Die Video-Aufnahmen von Chauvin, die den Polizisten zeigen, wie er minutenlang auf dem Hals von George Floyd kniete, lösten weltweite Proteste aus. Vor allem in den USA begann eine breite Debatte über ausufernde Polizeigewalt maßgeblich gegen Schwarze Menschen. Forderungen nach einer Polizeireform werden lauter. Manch eine Stimme forderte sogar die Auflösung der Polizei.

Derek Chauvin und der Mord an George Floyd - Todesfälle in den USA

Seit dem Tod von George Floyd vor gut einem Jahr haben Einsatzkräfte der Polizei 1068 weitere Menschen getötet. Das geht aus den Zahlen Gruppe „Mapping Police Violence“ hervor. Auch andere statistische Erhebungen bestätigen die Zahlen: Durchschnittlich drei Menschen sterben pro Tag in den USA infolge eines Polizeieinsatzes.

Eine Kundgebung am Cadman Plaza Park, anlässlich des Todes von George Floyd. (Archivfoto)

Die Zahl hat sich laut der Statistiken in den vergangenen Jahren kaum verändert. In manchen Bundesstaaten sank die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit der Polizei, andere verzeichneten einen Zuwachs. Insgesamt deuten die Auswertungen der ersten Monate des Jahres 2021 aber darauf, dass die Zahl der tödlichen Schusswechsel unter Beteiligung der Polizei eher steigt als fällt.

Todesfälle bei Polizeieinsätzen in den USA: Übersicht

Zahl der tödlichen Polizeieinsätze in den USA nach Jahren
20131087
20141049
20151102
20161070
20171091
20181144
20191096
20201126
QuelleMapping Police Violence

Minneapolis, die Stadt, in der George Floyd von damaligen Polizisten Derek Chauvin ermordet wurde, verzeichnete einen leichten Anstieg der Todesfälle: von 10 auf 13 Fälle. Darunter auch Daunte Wright, der im April 2021 erschossen wurde. Die Polizistin Kimberly Ann Potter gab an, ihren Taser mit ihrer Schusswaffe verwechselt zu haben. Gegen sie läuft ein Verfahren wegen Tötung ohne Vorsatz.

Mord an George Floyd: Joe Biden verspricht Besserung

Die Statistik beweist auch, dass der Anteil schwarzer Menschen unter den Todesopfern im Vergleich zur Gesamtbevölkerung deutlich höher ist. Laut Mapping Violence ist in den USA die Gefahr für eine schwarze Person dreimal höher, Opfer von Polizeigewalt zu werden. Nur 2 % der Polizist:innen, die in tödliche Schusswaffeneinsätze verwickelt sind, werden angeklagt. Seit 2013 wurden insgesamt 38 Polizist:innen in diesem Zusammenhang verurteilt.

Der neue US-Präsident Joe Biden hatte sich sowohl im Wahlkampf als auch nach seinem Wahlsieg kritisch über die hohe Zahl von Todesfällen durch Schusswaffen der US-Polizei geäußert. Seiner Wählerschaft versprach er eine umfassende Polizeireform. Den US-Kongress rief Biden auf, das „George-Floyd-Gesetz“ zu verabschieden. Es sieht vor, Würgegriffe wie den von Derek Chauvin bei Polizeieinsätzen zu verbieten. (dil)

Rubriklistenbild: © Wang Ying/AP/dpa

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