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Klamath Falls.
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Klamath Falls in Oregon.

Oregon

Dürre in den USA: Rechte Miliz facht Rebellion um Wasser an

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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In Oregon sitzen hunderte Landwirte buchstäblich auf dem Trockenen. Nun herrscht Angst um eine Konfrontation mit der Polizei.

Klamath Falls – Der US-amerikanische Westen wird auch in diesem Jahr von einer schweren Dürre heimgesucht. 2021 könnte das trockenste Jahr des vergangenen Jahrhunderts werden. Der Wasserstand des Rio Grande im Bundesstaat New Mexico im Südwesten der USA ist auf einem Rekordtief. Fast im gesamten Westen herrscht Wassernotstand.

Insbesondere die Landwirtschaft trifft die Dürre schwer. Im Süden von Oregon, an der Grenze zu Kalifornien, droht ein Konflikt um die wichtige Ressource nun zu eskalieren.

Dürre in den USA: Hunderte Landwirte in Oregon ohne Wasser

Das sogenannte Klamath Project ist schon seit Jahren ein Streitthema in Oregon. Im ländlichen und eher trockenen Süden des „Biberstaats“, der als eine Art Brutstätte für rechte Milizen und regierungsfeindliche Bewegungen gilt, ist Wasser ein kostbares Gut. Die für die Wasserwirtschaft und -versorgung zuständige Bundesbehörde hatte wegen der Knappheit im Mai angekündigt, keine weiteren Wasserreserven zur Bewässerung freizugeben – und den seit zwei Jahrzehnten bestehenden Konflikt wieder neu aufgerollt.

Grant Knoll und Dan Nielsen, zwei Landwirte aus der Region, die auf das Wasser angewiesen sind, wollen das Heft selbst in die Hand nehmen, haben sich örtlichen Medien zufolge für 30.000 Dollar ein Grundstück neben der Schleuse des Hauptkanals gekauft und ein Lager errichtet. Von diesem Ort aus werden stromabwärts etwa 1200 Landwirte sowie die indigene Bevölkerung in der Umgebung mit Wasser versorgt.

Dürre in den USA: Militante Landwirte in Oregon wollen Wasser selbst freigeben

Schon 2001 hatten Knoll und Nielsen das Wasser einmal illegalerweise freigegeben. Die Technologie, dies zu tun, hat sich geändert – ihre Pläne allerdings nicht. Das Areal, von dem die Wasserversorgung gesteuert wird, ist allerdings mit Stacheldraht abgesperrt. Vor einigen Monaten nahmen Knoll und Nielsen bereits an militanten Demonstrationen gegen die angeordnete Maskenpflicht im Nachbarstaat Idaho teil. In einem Zelt auf ihrem neu errichteten Lager haben sich Freiwillige der Bewegung „People‘s Rights“ („Rechte des Volks“) versammelt, die Verbindungen zu Ammon Bundy pflegen: einem militanten Anti-Regierungs-Aktivisten, der Gouverneur von Idaho werden möchte.

Bundy führte 2016 eine mit halbautomatischen Gewehren bewaffnete Miliz an, die das staatliche Informationszentrum des Malheur-Naturschutzgebiets in Oregon besetzt hatte, um gegen die Inhaftierung von zwei Rangern zu protestieren, die für Brandrodung und Wilderei verurteilt worden waren. Eine Person wurde damals von der Polizei erschossen.

Ammon Bundy (Cowboyhut) im Januar 2016, als er und rechte Milizen das Malheur-Naturschutzgebiet in Oregon besetzten.

„Ich plane, Aufmerksamkeit von [Washington] D.C. zu erhalten“, sagte Grant Knoll in einer Radio-Sendung Ende Mai. „Wir werden das Wasser aufdrehen und eine direkte Konfrontation haben.“ Das Zelt dient seit einigen Wochen als „Wasserkrisen-Infozentrum“. Auf dem Gelände steht zudem ein riesiger Metalleimer mit Anti-Regierungs-Parolen darauf geschrieben. „Wir werden nicht bewaffnet sein“, kündigt Nielsen an. „Aber es wird wahrscheinlich Leute geben, die uns von draußen beschützen werden – und es wird nicht der Sheriff sein.“

Wasser-Knappheit in Oregon: Kehrt Ammon Bundy zu einem weiteren Protest zurück?

Die Behörden begründen ihre Entscheidung, das Wasser nicht weiterzuleiten, mit einem Gesetz zum Erhalt bedrohter Arten, da seltene Fische im Becken heimisch sind. Bei einem zu niedrigen Wasserstand könnten sie, wie bei vielen Fischen bereits geschehen, sterben. In der Vergangenheit hatten Gerichte entschieden, dass die Interessen der Leute stromaufwärts Vorrang hätten. Für einen indigenen Stamm habe eine der bedrohten Fischarten eine „spirituelle Signifikanz“, berichtet The Guardian.

Ben DuVal, Präsident des Verbands der Klamath-Wassernutzer, hält die Demonstrierenden für „Idioten, die dort nichts verloren haben“. Sie würden die Krise nutzen, um ihre „Agenda voranzutreiben“, auch wenn sie behaupten, sich für die Rechte der Landwirte einzusetzen. Ob sich der Protest zu einer ähnlich großen Bewegung entwickelt wie 2016, lässt sich noch nicht absehen. Die Plakate versprechen jedoch, dass „Ammond Bundy bald kommt“. (Lukas Rogalla)

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