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Donald Trump in Bestform - Wen unterstützt er nochmal und warum eigentlich?

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Von: Nadja Austel

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Doanld Trump hat womöglich Mist gebaut und sich selbst belastet. (Archivbild)
Die MAGA-Bewegung zeigt sich nicht mehr d‘accord mit allen Ansichten von Donald Trump. (Archivfoto) © Evan Vucci/AP/dpa

Der republikanische Kandidat für Pennsylvania bei den Senatswahlen in den USA sei die „Antithese“ zu allem, wofür Trump gestanden habe. Ob der das weiß, ist fraglich.

Pittsburgh – Die „Make America Great Again“-Bewegung (MAGA) deckt sich offenbar nicht mehr zwingend mit Donald Trumps Ansichten: Der Protegé des ehemaligen Präsidenten der USA und republikanische Kandidat für die Senatswahlen in Pennsylvania, Dr. Mehmet Oz, wurde bei einer Kundgebung trotz Auftritt an Trumps Seite ausgebuht. Zu allem Überfluss wollte auch das Wetter nicht mitspielen – anhaltender Regen machte den Versammlungsort zu einer schlammigen Angelegenheit.

Die Buhrufe gegen Oz aus der Menge wollten Medienberichten zufolge auch gar nicht mehr aufhören. Huffington Post-Reporter Daniel Marans vermutet, dass ein auf Bildschirmen abgespielter TV-Spot mit Oz wiederholt den Unmut auslöste. Sean Parnell, Trumps ehemaliger Favorit für den Senatorposten in Pennsylvania, schrieb auf Twitter: „Ich habe enormen Respekt vor Präsident Trump. Es war mir eine Ehre, dass er mich in Pennsylvania unterstützt hat. Aber ich bin enttäuscht von dieser Entscheidung [Oz zu unterstützen, Anm. d. Red]. Oz ist die Antithese zu allem, was Trump zum besten Präsidenten meines Lebens gemacht hat“. Parnell war seinerseits aus dem Rennen ausgeschieden, nachdem Missbrauchsvorwürfe seiner entfremdeten Ex-Frau aufgetaucht waren.

Oz sei eben eine „andere Art von Republikaner“, verteidigte Trump Oz diesen noch während der Kundgebung auf der Bühne. Doch nichts konnte die Stimmung zum Positiven für den Senatskandidaten wenden. „Bestenfalls eisig“ sei die allgemeine Haltung gegenüber Oz gewesen, berichtet der Rolling Stone. Ein hörbares Raunen sei durch die Menge gegangen, als Donald Trump Oz als seinen „Freund“ bezeichnete. Die Buhrufe hätten sich mit der Forderung des Ex-Präsidenten, Oz zu einem Wahlsieg in Pennsylvania zu verhelfen, nur weiter verstärkt.

USA-Senatswahlen: Donald Trump mobbt, verwechselt und führt vor

Wie Newsweek über die Kundgebung berichtete, schien der ehemalige Präsident Donald Trump zwischenzeitlich auch noch das Amt, für das Oz kandidiert, zu verwechseln. Er lobte dessen Frau, Lisa Oz, überschwänglich und sagte: „Ihre Frau ist so unglaublich. Sie werden eine großartige ‚First Lady‘ für den Commonwealth of Pennsylvania bekommen.“ Der Titel „First Lady“ bezieht sich in der US-Kommunalpolitik allerdings auf die Frau des Gouverneurs eines Staates, nicht auf die Frau eines Senators. Derzeit trägt Frances Wolf, die Frau des demokratischen Gouverneurs Tom Wolf, den Titel der „First Lady of Pennsylvania“.

Ein ähnlicher Patzer war Trump laut Newsweek erst kürzlich in Ohio unterlaufen. Dort sagte er, er unterstütze auch „J. D. Mandel“, den es allerdings gar nicht gibt. Es war eine Kombination der Namen der Senatskandidaten J. D. Vance und Josh Mandel, wovon er nur ersteren tatsächlich unterstützte. Vance hatte die GOP-Vorwahlen letzte Woche gewonnen und war ebenfalls Gastredner bei der Veranstaltung in Pennsylvania.

Trump spielte ausgerechnet bei dieser Kundgebung denn auch eine wenig schmeichelhafte Zusammenstellung von Videoclips ab, in denen Präsident Joe Biden stotterte, sich versprach oder den Faden verlor. Die Bilder wurden von Wörtern wie „LABIL“ und „SCHWACH“ in Großbuchstaben untermalt. Im Anschluss stellte Trump Bidens kognitive Fähigkeiten in Frage und forderte ihn auf, einen Intelligenztest zu machen. Das würde „die Frage zu klären.“ Er setzte nach: „Ich glaube nicht, dass wir die Antwort wirklich wissen müssen.“

USA: MAGA-Anhänger nicht gut auf Trumps „Freund“ zu sprechen

Auf Twitter erntete dieser eher unglückliche Auftritt der Ex-Präsidenten einmal mehr Spott und Häme. Doch auch einige von Trumps glühendsten Anhängern sind unzufrieden mit ihrem Idol. Sie sind der Meinung, dass Oz, ein türkisch-amerikanischer Fernseharzt, der sich mit der Hollywood-Elite umgibt und in Reality-TV-Formaten auftritt, kein vertrauenswürdiger republikanischer „America First“-Kandidat ist. In der Frage um das Abtreibungsgesetz hatte dieser kürzlich eine Kehrtwende vollzogen, sehr zum Unmut der streng Konservativen.

Oz, Herzchirurg, Autor und bis Ende letzten Jahres Gastgeber der TV-Sendung „Dr. Oz Show“ hatte seit der Bekanntgabe seiner Kandidatur erklärt, dass er Abtreibungen in Fällen von Vergewaltigung und Inzest oder, wenn die Gesundheit der Mutter gefährdet ist, unterstützt. Seine Gegner werfen ihm vor, seine Haltung zu legalen Abtreibungen wiederholt zu ändern, wie ein Fähnchen im Winde. Zumindest diesen Zug scheint er mit seinem Mentor gemein zu haben.

Auch in den Reihen der eigenen Familie regt sich mehr und mehr Unmut. „Ich will, dass er verhaftet wird. Ich will, dass ihm Handschellen angelegt werden“, sagte Donald Trumps Nichte Mary in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa voller Verachtung. Im Zusammenhang mit den Finanzermittlungen gegen Trump wegen Betrugs wurden sowohl der frühere US-Präsident, als auch seine Tochter Ivanka und sein Sohn Donald Junior verpflichtet, unter Eid vor dem New Yorker Gericht auszusagen. (na)

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