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Versuchter Wahlbetrug in den USA: Komitee lädt Trump-Vertraute vor

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Von: Vincent Büssow

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Ex-US-Präsident Trump besucht US-Grenze nach Mexiko
Nach Donald Trumps Niederlage in der Präsidentschaftswahl der USA, gab es verschiedene Betrugs-Versuche. (Archivbild) © Brandon Bell/dpa

In der Aufarbeitung der US-Wahl rückt ein Versuch von Wahlbetrug in den Fokus: Falsche Wahlmänner sollten Donald Trump zum Sieg verhelfen.

Washington D.C. – Das Komitee zur Aufarbeitung des Sturms auf das Kapitol in den USA hat 14 Personen vorgeladen, die in versuchten Wahlbetrug involviert gewesen sein sollen. Im Nachgang der Präsidentschaftswahl der USA im Jahr 2020 hat es verschiedene Kampagnen gegeben, den Sieg von Joe Biden anzufechten, wobei die Involvierung von Donald Trump an vielen Stellen unklar ist. Zu den unmittelbarsten dieser Versuche zählt die Aufstellung sogenannter „alternativer Wahlmänner“, die in US-Staaten mit knappem Ergebnis einen Sieg von Trump sichern sollten.

Bei den nun vorgeladenen Personen handelt es sich um vierzehn dieser falschen Wahlmänner, wie aus einer Meldung des US-Komitees vom Freitag (28.01.2022) hervorgeht. Darin heißt es: „Wir glauben, dass die Personen, die wir heute vorgeladen haben, Informationen darüber haben, wie diese so genannten alternativen Wahlmänner zusammenkamen und wer hinter diesem Plan stand.“

Präsidentschaftswahl in den USA: Anwältin beriet Trump zu Wahlbetrug

Die vorgeladenen Trump-Anhänger und -Vertraute stammen aus US-Staaten, in denen der Kandidat der Republikaner die Wahl verlor. Insgesamt sollen 59 falsche Delegierte aufgestellt worden sein, wie die Nachrichtenseite Huffpost berichtet. Im Wahlsystem der USA gibt es insgesamt 538 Wahlmänner.

Auch das Justizministerium der USA hat angekündigt, den versuchten Wahlbetrug zu untersuchen. Das meldet die New York Times. Zuvor hatten sich die neuen Erkenntnisse über den Plan gehäuft. So berichtet die Plattform Politico, dass Jenna Ellis, eine Anwältin von Donald Trump, den ehemaligen Präsidenten darin beraten haben soll, wie ihm die falschen Wahlmänner zum Sieg verhelfen können. Demnach sollte der damalige Vizepräsident Mike Pence, Vorsitzender der Sitzung zur Auswertung der Wahl, die Stimmabgaben der offiziellen Wahlmänner bestimmter Staaten nicht akzeptieren.

Donald Trump: Komitee untersucht Wahlbetrug in den USA

Die Stimmzählung fand am 6. Januar statt und musste wegen den Ausschreitungen am Kapitol unterborchen werden. Pence machte während der Sitzung deutlich, dass er die offiziellen Abgaben akzeptierte. Obwohl der Plan dementsprechend scheiterte, bietet er Einblick in das Ausmaß des versuchten Wahlbetruges. Inwieweit das Komitee die Involvierung von Donald Trump in die Aufstellung der falschen Wahlmänner untersuchen wird, ist nicht bekannt. In dem offiziellen Statement ist lediglich die Rede von Beratern des ehemaligen Präsidenten, welche die Kampagne nutzten, um den Wahlprozess zu stören.

Zuletzt hatte das Komitee zur Untersuchung der Ausschreitungen am Kapitol den Trump-Anwalt Rudy Guiliani vorgeladen. Donald Trump selbst hat die Vorwürfe von sich gewiesen. Er befindet sich längst wieder im Wahlkampfmodus, aktuell auf einer Kundgebung in Texas. (vbu)

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