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Corona in den USA: Trauriger Rekord - fast 122.000 neue Fälle an einem Tag

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Donald Trump will den Immunologen Fauci aus dem Weißen Haus jagen. In den USA steigen die Corona-Neuinfektionen immer weiter. Viele der Infektionen lassen sich auf Trump-Auftritte zurückverfolgen.

  • Immer mehr Menschen in den USA infizieren sich mit dem Coronavirus.
  • Donald Trumps Wahlkampfauftritte sorgen laut Studie für Tausende Corona-Infektionen.
  • News zur US-Wahl: Alle aktuellen Informationen zu den Präsidentschaftswahlen.

Update vom Samstag, 7.11.2020, 7.18 Uhr: Der Stabschef im Weißen Haus ist mit dem Coronavirus infiziert, wie US-Medien berichten. Mark Meadows war bei Donald Trumps Wahlparty am Dienstagabend (3.11.) und weiteren Terminen des US-Präsidenten ohne Maske anwesend. Wann genau er sich infiziert hat oder ob er Symptome von Covid-19 zeigt, ist nicht bekannt. Erst Anfang Oktober kam es im Weißen Haus zu einem größeren Corona-Ausbruch, bei dem sich auch Donald Trump, die First Lady Melania Trump und ihr Sohn Barron infizierten.

Corona in den USA: Neue Rekordzahl an Neuinfektionen

Update vom Freitag, 6.11.2020, 9.05 Uhr: Die USA haben am zweiten Tag in Folge eine Rekordzahl neuer Corona-Fälle verzeichnet. Am Donnerstag (Ortszeit) wurden 121 888 Neuinfektionen bekannt, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorging. Am Donnerstag kamen den Zahlen zufolge 1210 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus hinzu.

Insgesamt haben sich in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 9,6 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nahezu 235 000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Monaten im Wahlkampf um das Weiße Haus wiederholt gesagt, die USA würden in der Krise bald über den Berg sein. Er verwies dabei darauf, dass es bald Impfstoffe und neue Therapie-Mittel geben werde. Lockdowns lehnte Trump kategorisch ab.

Einer Studie der Stanford University zufolge sind etwa 30.000 Corona-Infektionen und 700 Todesfälle durch Covid-19 auf Wahlkampfauftritte von Donald Trump zurückzuführen.

Corona in den USA: Mehr als 102.000 neue Fälle am Tag nach der Wahl

Update vom Donnerstag, 5.11.2020, 9.27 Uhr: Einen Tag nach der Präsidentenwahl haben die USA erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 100 000 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Am Mittwoch gab es 102 831 bekannte Neuinfektionen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore vom Donnerstagmorgen MEZ hervorging. Der bislang höchste Wert war am Freitag registriert worden, als mehr als 99 000 Ansteckungen gemeldet wurden. Die Zahl der Toten binnen 24 Stunden blieb relativ stabil bei 1097.

Corona in den USA: Donald Trump will Anthony Fauci nach der Wahl entlassen

Update vom Montag, 2.11.2020, 9.45 Uhr: Donald Trump spielt mit dem Gedanken, den Immunologen und Pandemie-Berater Dr. Anthony Fauci nach der anstehenden US-Wahl zu entlassen. Das teilte der US-Präsident seinen Fans bei einem Wahlkampfauftritt in Florida mit. Nachdem im Publikum „Fire Fauci“-Rufe („Entlasse Fauci“) ausbrachen, gab Trump seine Pläne preis. „Erzählt es niemandem, aber lasst mich bis kurz nach der Wahl warten“, antwortete Trump unter großem Jubel. „Ich weiß den Rat zu schätzen.“ Fauci sei „ein netter Mann“, würde aber mit seinen Einschätzungen in der Corona-Pandemie häufig falsch liegen.

Die Nachrichtenseite „The Daily Beast“ hatte Fauci im Oktober gefragt, ob er daran denke, seine Rolle im Arbeitskreis im Weißen Haus aufzugeben. „Auf keinen Fall. Nicht einmal in meinen wildesten verdammten Träumen habe ich darüber nachgedacht, aufzuhören.“ Zuvor hatten Werbevideos der Trump-Kampagne Aussagen von Fauci aus dem Zusammenhang gerissen. Ob es für Donald Trump überhaupt möglich ist, Anthony Fauci zu entlassen, ist unklar. Der Virologe ist Direktor des „Nationalen Instituts für Allergie und ansteckende Krankheiten“ (NIAID) und damit ein Beamter der Regierung, kein politischer Amtsträger.

Corona in den USA: Anthony Fauci schlägt Alarm - Es steht „eine ganze Menge Leid bevor“

+++ 17.58 Uhr: Er ist sowas wie der Christian Drosten der USA: Anthony Fauci. Jetzt hat der US-Gesundheitsexperte vor einer drastischen Verschlimmerung der Corona-Pandemie in den USA gewarnt. In einem Interview mit der „Washington Post“ betonte er: „Uns steht eine ganze Menge Leid bevor. Es ist keine gute Situation.“ Vor dem Herbst und Winter könne die USA „unmöglich schlechter positioniert sein“, erklärte Fauci. Laut der Johns-Hopkins-Universität (JHU) hat die USA am Freitag erstmals die Marke von 99.000 registrierten Corona-Neuinfektionen überschritten.

US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci schlägt ob der hohen Corona-Zahlen in den USA Alarm.

Corona in den USA: Anthony Fauci kritisiert Trumps Lieblingsberater - „Habe ein Problem mit diesem Typen“

Update vom Sonntag, 01.11.2020, 09:20 Uhr: Anthony Fauci, der führende Experte für Infektionskrankheiten in den USA, hat erneut starke Kritik an der Corona-Politik von US-Präsident Donald Trump geübt. Fauci warnte in einem Interview, dass das Land nicht schlechter für den Winter vorbereitet sein könne, und einen Wechsel mit dem Umgang mit der Pandemie bräuchte. Fauci kritisierte, dass Trump die Corona-Pandemie nur unter wirtschaftlichen Aspekten betrachte. Die Corona Task Force treffe sich weniger oft, und Trump fokussiere sich auf die Öffnung des Landes, wie auch die Washington Post berichtet.

Anthony Fauci kritisiert Trumps Corona-Politik scharf.

Fauci übt starke Kritik an Trumps neuem Lieblingsberater

Fauci hat mit Trump während dessen Corona-Behandlung im Krankenhaus telefoniert. Fauci übte Kritik an Scott Atlas, einem Berater aus Trumps Task Force, der offenbar Trumps favorisierter Berater ist. Atlas verteidige, so Fauci, dass sich das Virus auch unter jungen, gesunden Menschen verbreiten könne, und die USA ohne Beschränkungen wieder eröffnet werden könne. Atlas sei der einzige Berater, den Trump regelmäßig treffe, so Fauci.

Fauci: „Ich habe wirklich ein Problem mit Scott“

Fauci sagte, er habe ein Problem mit Scott Atlas. „Er ist sehr geschickt und redet über Dinge, über die er nicht wirklich einen Einblick hat oder Erfahrung darin hat, glaube ich. Er sagt Sachen, die keinen Sinn ergeben, wenn du sie aufgliederst und analysierst.“ Die USA verzeichnet hohe Zahlen an Neuinfektionen mit dem Coronavirus. So wurden binnen 24 Stunden etwa 90.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Insgesamt starben in den USA etwa 230.400 Menschen an Covid-19. Fauci befürwortet eine landesweite Maskenpflicht.

Zahlreiche Infektionen und Todesfälle auf Auftritte von Donald Trump zurückzuführen

+++ 16.40 Uhr: Wahlkampfauftritte von Donald Trump sind für mehr als 30.000 Infektionen mit dem Coronavirus in den USA verantwortlich. Das fand eine Studie der Stanford University in Kalifornien heraus, die am Freitag (30.10.2020) veröffentlicht wurde. Die Forscher untersuchten die Auswirkungen von 18 Trump-Rallys auf das Infektionsgeschehen bis zu zehn Wochen nach dem Event.

Die Rallys von Donald Trump zwischen dem 20. Juni und 30. September haben „wahrscheinlich zu mehr als 700 Todesfällen geführt“, so die Verfasser der Studie, allerdings nicht unbedingt bei Anwesenden. Sie haben die Corona-Infektionen um 250 Fälle pro 100.000 Einwohner erhöht. „Die Gemeinden, in denen Auftritte von Trump stattfanden, haben mit Krankheit und Tod einen hohen Preis bezahlt“, heißt es in der Konklusion. Seit Beginn der Pandemie haben sich in den USA nach Angaben der Johns Hopkins University mehr als neun Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Etwa 230.000 Menschen starben an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19.

Corona in den USA: Fast 100.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden

Update vom Samstag, 31.10.2020, 08.30 Uhr: Die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages hat in den USA mit fast 100 000 kurz vor der Präsidentenwahl einen neuen Höchststand erreicht. Am Freitag wurden 99 321 Fälle verzeichnet, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) hervorgeht. Das sind fast 11 000 mehr als noch am Vortag.

Insgesamt wurden nach JHU-Angaben in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie rund 9,05 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 229 700 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

„So gut wie keine Todesfälle“ laut Donald Trump-Jr.– 1000 Corona-Tote am selben Tag

Washington - Die Corona-Krise hat die USA hart getroffen. Wirtschaftlich befindet sich das Land in einer tiefen Krise und die Infektionszahlen steigen in schwindelerregende Höhen. Schlechte Voraussetzung für Donald Trumps Wiederwahl bei der anstehenden US-Wahl 2020, denn vor allem die wirtschaftliche Lage des Landes, war Trumps Steckenpferd. Jetzt ist Sohn Donald Trump Junior seinem Vater einmal mehr zur Seite gesprungen und hat die Corona-Situation in den USA kommentiert.

Vor der US-Wahl werden immer mehr Corona-Neuinkeitonen in den USA verzeichnet.

Corona in den USA: Donald Trump Jr. redet von „so gut wie keinen“ neuen Todesfällen

Donald Trump Junior trat bei der Laura Ingraham Show beim Sender Fox News auf. Er schimpfte über Joe Biden und die Demokraten und bezichtigte die politischen Gegner abermals, die Briefwahl dafür zu nutzen, bei der Wahl zu betrügen. Dann kam Donald Trump Jr. zu einem für ihn wichtigen Punkt. Ein Graph des Zentrums für Seuchenschutz und Infektionskontrolle (CDC) würde seiner Meinung nach die Wahrheit offenlegen. Denn sie zeige, „so gut wie keine“ Menschen würden mehr an Covid-19 sterben.

„Wir haben es unter Kontrolle, wir verstehen, wie es funktioniert und wir haben die therapeutischen Mittel um damit umzugehen“, fügt Donald Trump Jr. hinzu. In der Tat ist an der CDC Grafik auf Trump Juniors Instagram ein Absinken der Todesfälle abzulesen. „The Washington Post“ setzt dieser Aussage jedoch entgegen, dass es zwar so scheine, dass die Todeszahlen am Sinken seien, aber dass viele Wissenschaftler:innen hier bei weitem keinen Trend in die richtige Richtung sähen. Angesichts der derzeitigen steigenden Corona-Infektionszahlen in den USA, sei es wahrscheinlich, dass die Todesfälle schlicht zeitverzögert ansteigen könnten.

Corona in den USAInfektionen mit dem CoronavirusTodesfälle
Montag, 26.10.202066.783481
Dienstag, 27.10.202073.621985
Mittwoch, 28.10.202078.981996
Donnerstag, 29.10.202088.521971
Freitag, 30.10.202091.2951.004
Quelle: Johns-Hopkins-Universität

Corona-Fallzahlen in den USA steigen rapide an: Über 90.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus

Die Moderatorin von Fox News lächelt und legt den Kopf schief, aber sie reagiert nicht auf die Worte von Donald Trump Junior. Sie hätte anmerken können, dass, nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität wieder rund 1000 Menschen innerhalb eines Tages in Zusammenhang mit dem Coronavirus in den USA verstorben sind. Oder, dass es alleine am Donnerstag (29.10.2020) über 88.000 Corona-Neuinfektionen in den USA gab. Jetzt sind die Zahlen sogar noch weiter angestiegen. 91.295 neue Ansteckungsfälle mit dem Coronavirus wurden in den USA erfasst. Ein weiterer trauriger Rekord in den USA. Doch sie reagiert erst wieder, als Donald Trumps Sohn das Gespräch auf Herausforderer Joe Biden bringt.

Auch US-Präsident Donald Trump ist der Meinung, es gebe weniger Todesfälle. Auf Twitter betonte er außerdem einmal mehr, die Corona-Fallzahlen würden nur deshalb so stark ansteigen, weil mehr getestet werde. Ein viel genutztes Argument von Donald Trump. So hatte er auch in der Vergangenheit mehrfach darauf gedrängt, Corona-Tests in den USA zu reduzieren. (Sophia Lother)

Rubriklistenbild: © Octavio Jones/AFP

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