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Illustration des Chicxulub-Einschlags vor 66 Millionen Jahren.
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Experten gehen davon aus, dass der Chicxulub-Einschlag vor 66 Millionen Jahren maßgeblich für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich war.

Chicxulub-Krater

Wäre Urzeit-Asteroid 30 Sekunden später eingeschlagen, könnten Dinosaurier noch existieren

  • Ines Alberti
    VonInes Alberti
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Forscher gehen davon aus, dass die Dinosaurier vom Einschlag des Chicxulub-Asteroiden weitestgehend unbeschadet geblieben wären - hätte er die Erde nur etwas später getroffen.

Chicxulub Pueblo - Ort und Zeit tragen oft ihren Teil dazu bei, ob uns etwas Gutes oder Schlechtes passiert. Wer kennt es nicht? Wäre man eine Minute früher dran gewesen, hätte man den passenden Bus zur Arbeit noch bekommen, wäre pünktlich im Büro gewesen und hätte sich nicht beschämt mit Verspätung ins Meeting schleichen müssen. Oder: Hätte man einen halben Meter weiter links gestanden, wäre die Frisur vom Stuhlgang des Vogels verschont geblieben. „Zur falschen Zeit am falschen Ort“-Zufälle dieser Art sind ärgerlich, aber aushaltbar.

Weniger aushaltbar und deshalb umso ärgerlicher für einige Spezies war offenbar ein Vorfall vor 66 Millionen Jahren: der Einschlag eines Asteroiden nahe dem Ort Chicxulub Pueblo an der yukatekischen Küste in Mexiko. Für Anhänger der Einschlag-Theorie soll dieser maßgeblich für das Aussterben der Dinosaurier gewesen sein - und, dass sich das Klima auf der Erde massiv veränderte.

Oder etwas vorsichtiger formuliert: Sie nehmen an, dass ein einschneidendes Ereignis vor 66 Millionen Jahren Folgen mit sich brachte, die derart destruktiv waren, dass große Teile der Flora und Fauna diese nicht überlebten. Der Chicxulub-Krater soll ebenfalls vor 66 Millionen Jahren entstanden sein. Möglich also, dass eben jener Asteroiden-Einschlag für die verheerenden Entwicklungen auf der Erde verantwortlich war.

Dinosaurier hatten möglicherweise einfach nur Pech

Jetzt aber kommt das (für die Dinosaurier) besonders Ärgerliche: Wäre der 15 Kilometer große Asteroid nur eine halbe Minute früher oder später eingeschlagen, wäre er irgendwo im Meer gelandet - und hätte vermutlich, abgesehen von Tsunamis, Feuern und weiteren verhältnismäßig kleinen Umweltkatastrophen, viel weniger Zerstörung angerichtet. Zu dieser Vermutung kamen Wissenschaftler bereits 2017. Denn entscheidend war nicht zwangsläufig die Größe des Himmelskörpers, die Geschwindigkeit, die Schlagkraft von geschätzt 10 Milliarden Hiroshima-Bomben, oder die Größe des hinterlassenen Kraters. Entscheidend war der Ort des Einschlags und sogar der Einschlagwinkel, wie Forscher im Fachmagazin Nature gezeigt haben.

Ein Team um die Wissenschaftler Joanne Morgan und Sean Gulick wies 2017 darauf hin, dass der Asteroid in Gesteinsschichten mit hohen Konzentrationen an Kohlenwasserstoffen und Schwefel einschlug. Als die Teilchen hoch in die Luft geschleudert wurden, vermischten sie sich mit Wasserdampf und erzeugten einen „globalen Winter“, wie BBC das Resultat beschreibt. Die Rußwolke muss so dicht gewesen sein, dass Wärme und Licht der Sonne nicht mehr durchkamen.

„Ein Einschlag im nahegelegenen Atlantischen oder Pazifischen Ozean hätte weniger verdampftes Gestein bedeutet - einschließlich des tödlichen Gipses. Die Wolke wäre weniger dicht gewesen und Sonnenlicht hätte noch immer die Erdoberfläche erreichen können, was bedeutet, dass das, was als nächstes passierte, hätte vermieden werden können“, erklärte der Evolutionsbiologe Ben Garrod gegenüber BBC.

Chicxulub-Krater: Dinosaurer müssen laut Forschern plötzlich gestorben sein

„Auf dieser kalten, dunklen Welt gab es in den Ozeanen binnen einer Woche keine Nahrung mehr und kurz darauf auch nicht an Land. Ohne etwas zu essen irgendwo auf dem Planeten hatten die gewaltigen Dinosaurier kaum eine Chance zu überleben“, so Garrod weiter.

Viele Fossilien seien nah an der Oberfläche zu finden, wie etwa in einem Steinbruch im US-Bundesstaat New Jersey, wo Forscher rund 25.000 Fossilien ausgraben konnten. „All diese Fossilien befinden sich in einer Schicht, die weniger als zehn Zentimeter dick ist“, sagte der Paläontologe Ken Lacovara gegenüber BBC. „Sie sind plötzlich gestorben und wurden schnell begraben. Das sagt uns, dass dies ein Moment in geologischer Zeit ist. Das sind Tage, Wochen, vielleicht Monate. Aber es sind nicht Tausende von Jahren, es sind nicht Hunderttausende von Jahren. Im Kern ist es ein unmittelbares Ereignis“, fasste der Forscher zusammen.

So schlimm es scheint, dass damals vermutlich mehr als zwei Drittel der auf der Erde lebenden Arten ausgelöscht wurden: Unter damaligen Umständen wäre wahrscheinlich nur wenig Raum für Säugetiere gewesen. Für uns Menschen kam der Chicxulub-Asteroid somit wohl eher zur richtigen Zeit an den richtigen Ort. (ial)

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