Vornamen

„Urmel! Knirpsi!“

So dürfen Eltern ihre Kinder nicht nennen! Exotische Namen sind dennoch möglich.

Mit Rihanna und Shakira im Sandkasten sitzen oder bei Kurdistan und London zum Kindergeburtstag gehen. Das ist in Deutschland möglich – denn Eltern wählen für ihre Babys teils sehr exotische Vornamen. Auch von der Fantasy-Serie „Game of Thrones“ lassen sich Väter und Mütter inspirieren. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) listet in einer Aufstellung „besonderer Namen“ allein knapp zwei Dutzend Charaktere der Serie auf. Allein Tyrion sei in den vergangenen drei Jahren rund 15 Mal vergeben worden, sagt GfdS-Expertin Frauke Rüdebusch in Wiesbaden am Donnerstag.

Die griechische und römische Mythologie wird ebenfalls bemüht. Wie aus den Urkunden der Standesämter hervorgeht, nannten Eltern ihre Kinder etwa Adonis, Poseidon oder Apollo. Weitere ungewöhnliche Namen lauten Wendelbert, Bombastus, Terence-Spencer oder Jamy-Oliver – die jedoch sehr selten sind. Die beliebtesten Babynamen 2018 waren Marie, Paul, Sophie oder Alexander.

Die juristische Entscheidung zur Eintragung sei letztlich allein von den Standesämtern zu treffen. Die GfdS bietet auf Nachfrage Gutachten über Vornamen an und gibt eine sprachliche Empfehlung. So lehnten die Sprachexperten unter anderem Popcorn, Urmel, Eisenstein, Knirpsi oder Lucifer ab.

Der Dresdner Psychologe Ulrich Winterfeld warnt Eltern davor, Neugeborenen allzu ungewöhnliche Namen zu geben. „Kinder mit exotischen Namen haben es deutlich schwerer“, sagt der Experte. „Als Psychologe sage ich, wenn man nicht nur signalisieren will, dass man eine ganz besondere Beziehung hat, sondern dem Kind auch was Gutes tun will, sollte man ihm auf jeden Fall einen zweiten und weniger exotischen Namen geben“, mahnt Winterfeld.

Von einigen der eingetragenen Namen hätte die GfdS abgeraten. Bei den Empfehlungen stehe das Kindeswohl ganz oben. Zudem müsse der Name als Vorname erkennbar sein. Grünes Licht gab die GfdS etwafür Merkel. Der Name gehe aus dem Vornamen Markward hervor und könne daher vergeben werden – allerdings streng genommen nur an Jungs. (Andrea Löbbecke, dpa)

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