Urlaub in Corona-Zeiten: Auch für die Kanarischen Inseln gilt jetzt eine Reisewarnung. Was Urlauber auf den Kanaren beachten müssen.
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Urlaub in Corona-Zeiten: Auch für die Kanarischen Inseln gilt jetzt eine Reisewarnung. Was Urlauber auf den Kanaren beachten müssen.

Reisewarnung für Urlaubsdomizil

Urlaub und Corona: Kanaren gelten als Risikogebiet - was Sie beachten müssen

  • Tobias Möllers
    vonTobias Möllers
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Nun hat es auch die Kanaren erwischt. Die bei vielen Urlauberinnen und Urlauber beliebten Inseln stehen auf der schwarzen Liste - und damit ganz Spanien. Welche Corona-Regeln jetzt für Touristen gelten.

  • Spanien: Bundesregierung spricht Reiesewarnung für die Kanaren aus
  • Zahl der Coronafälle auf den Kanarischen Inseln sprunghaft gestiegen
  • Was Urlauber jetzt beachten müssen - diese Einschränkungen gelten

Spanien - Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat die Bundesregierung nun auch für die Kanarischen Inseln eine Reisewarnung ausgesprochen. Diese Entscheidung wurde am Mittwochabend (3.9.2020) auf der entsprechenden Webseite des Auswärtigen Amtes veröffentlicht. Dort heißt es jetzt pauschal: „Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Spanien wird derzeit aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt.“

Zuvor waren die Kanarischen Inseln als letztes Gebiet Spaniens als Corona-Risikogebiet eingestuft worden. Das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte am Mittwoch eine aktualisierte Liste der betroffenen Länder und Regionen. Unmittelbar danach sprach das Auswärtige Amt (AA) auf dieser Grundlage die Reisewarnung aus.

Kanaren: Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt deutlich

Zentrales Kriterium für die deutsche Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Auf den Kanaren sind es bereits 95,71. Die Inselgruppe vor der Westküste Afrikas war die letzte Region Spaniens, die noch nicht als Risikogebiet galt.

Für die spanische Wirtschaft ist diese Einstufung ein schwerer Schlag. Allerdings war die Urlaubssaison auch bisher katastrophal für die Tourismusbranche, die in normalen Zeiten mehr als zwölf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beiträgt und etwa 2,5 Millionen Menschen Arbeit bietet.

Auf den Kanaren macht der Anteil des Tourismus am BIP sogar rund 35 Prozent aus - keine andere Region Spaniens ist so sehr vom Reisegeschäft abhängig. Gerade wenn in Deutschland Winter herrscht, reisen deutsche Urlauber gerne auf die Kanaren: 2019 wurden die Inseln vor der Küste Marokkos von etwa 2,65 Millionen Touristen aus Deutschland besucht. Damit lagen die Deutschen deutlich hinter den Briten (knapp fünf Millionen), aber klar vor den Spaniern (knapp zwei Millionen) auf Platz zwei.

Corona-Risikogebiet: Was Urlauber auf den Kanaren jetzt beachten müssen

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben. Die Reisewarnung, die vom Auswärtigen Amt ausgesprochen wurde, ist zwar kein Reiseverbot, aber eine abschreckende Wirkung ist beabsichtigt. Und sie hat eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Erst Mallorca und das spanische Festland, danach Kroatien und nun auch die Kanarischen Inseln - für beliebte Urlaubsgebiete gibt es wieder Reisewarnungen. Was Urlauber und Rückkehrer wissen müssen.

Kanarische Inseln (Kanaren)
Einwohner2.100.306
InselnGran Canaria, Teneriffa, Lanzarote, Fuerteventura, La Palma, La Gomera, El Hierro
HauptstädteLas Palmas de Gran Canaria / Santa Cruz de Tenerife

Reisen auf die Kanaren könnten für Urlauber damit noch komplizierter werden. Bislang können Reiserückkehrer aus Risikogebieten einen kostenlosen Corona-Test in Deutschland machen. Nach einem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern soll sich das bald ändern. Geplant ist, dass wieder ausschließlich die Quarantäneregelung gelten soll. Das heißt: Die Betroffenen müssen sich beim Gesundheitsamt melden und sich in Quarantäne begeben. Diese soll im Unterschied zur jetzigen Regelung aber erst dann verlassen werden dürfen, wenn mit einem frühestens fünf Tage nach der Einreise gemachten Test ein negatives Ergebnis vorgewiesen wird. Diese Regelung soll möglichst ab dem 1. Oktober gelten.

Meist ist das Urlaubsgeld noch gar nicht auf dem Konto, da wollen Reiseveranstalter schon eine Anzahlung sehen. Verbraucherschützer finden die Vorkasse veraltet. 

Wer jetzt trotzdem noch nach Spanien will muss vor der Reise ein Online-Formular ausfüllen, dann erhält man einen QR-Code, der bei der Einreise per Flugzeug vorzuweisen ist. Im Land selbst gelten strenge Corona-Regeln wie etwa Maskenpflicht nicht nur in geschlossenen öffentlichen Räumen, sondern auch im Freien, Abstandsregeln sowie Beschränkungen der Gästezahlen in Restaurants und anderen Einrichtungen. Zudem gilt ein Rauchverbot im Freien, wenn der Sicherheitsabstand zu Fremden nicht eingehalten werden kann.

Reisewarnung für die Kanaren: Düstere Aussichten für Urlaubsparadies

Ein Nachtleben gibt es auf den Kanaren praktisch kaum noch, nachdem Clubs, Diskotheken und andere Lokale schließen mussten. Das sind düstere Aussichten für die bei deutschen Urlaubern so beliebte Urlaubsdestination. Doch auch unter kanarischer Sonne fordert das Coronavirus seinen Tribut. (Tobias Möllers)

Traumstrände, Städtetrips oder Sportreisen - damit wird es in der Corona-Krise vorerst nichts mehr. Was bedeutet das für Touristen? Verbraucherschützerin Julia Gerhards gibt Ratschläge. 

In vielen Ländern, darunter Spanien, steigt nach umfänglichen Lockerungen die Zahl der Corona-Infektionen wieder sprunghaft an. Woran liegt das und wie besorgniserregend ist die Situation? Die Lage in Europa im Corona-Ticker.

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