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Obszöne Aufnahmen

„Upskirting“ auf Mallorca: Spanien verbannt Deutschen für zehn Jahre aus dem Land

  • Sonja Thomaser
    vonSonja Thomaser
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Bei seiner Festnahme erklärte der Mann, dass er Youtuber sei und im Netz Aufnahmen von heimlich gefilmten Frauen und Mädchen veröffentliche.

  • Ein Deutscher darf für die nächsten zehn Jahre nicht mehr nach Spanien reisen.
  • Er hatte einer Minderjährigen unter den Rock gefilmt, das sogenannte „Upskirting“.
  • Der Mann hat von weitere Frauen unbemerkt obszöne Aufnahmen in der Öffentlichkeit gemacht.

Palma de Mallorca - Ein 52 Jahre alter Deutscher hat auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca einer Minderjährigen heimlich unter den Rock gefilmt. Sein Handeln hat schwerwiegende Folgen: Der Mann darf wegen des sogenannten „Upskirtings“ für die nächsten zehn Jahre nicht mehr nach Spanien reisen.

Die Gerichtsverhandlung fand in Palma de Mallorca statt. Der deutsche Angeklagte wurde per Videokonferenz aus seiner Heimat zugeschaltet. Der Angeklagte gestand die ihm zur Last gelegten Vorwürfe.

„Upskirting“ auf Mallorca: Einreiseverbot, Geldstrafe und Entschädigung für das Opfer

Ein Richter in Palma habe den Deutschen am Dienstag zunächst zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt, berichteten die Regionalzeitung „Diario de Mallorca“ und andere Medien am Mittwoch unter Berufung auf die Justiz der spanischen Urlaubsinsel. Die Strafe sei dann in ein zehnjähriges Einreiseverbot umgewandelt worden.

Für einen 52 Jahre alten Deutschen bleibt die Urlaubsinsel Mallorca nun für zehn Jahre tabu.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Deutschen vier Jahre Haft gefordert. Der Mann muss den Berichten zufolge auch eine Geldstrafe in Höhe von 4860 Euro und dem 14-jährigen Opfer eine Entschädigung von 1000 Euro zahlen.

„Upskirting“ auf Mallorca: Bei der Festnahme entpuppt sich der Angeklagte als Serientäter

Zugetragen hatte sich die Tat am Nachmittag des 11. September 2019 in einem Warenhaus in der Innenstadt von Palma de Mallorca. Der Täter nutzte einen Verlängerungsstab einer kleinen Kamera, um diskret unter dem Rock des Mädchens zu filmen, die mit ihrer Tante beim Einkaufen war. Die Sicherheitsleute des Kaufhauses erwischten den Mann beim Filmen und schalteten die Polizei ein. Bei seiner Festnahme habe er ausgesagt, dass er Youtuber sei und im Netz Aufnahmen von heimlich gefilmten Frauen und Mädchen veröffentliche.

Auf dem Youtube-Kanal des 52-Jährigen sind diverse obszöne Aufnahmen von Frauen zu sehen, die unbemerkt in der Öffentlichkeit gefilmt worden waren. Die Polizei stellte beim Täter einen Laptop, ein Handy, vier Kameras und diverses Hilfsmaterial wie doppelseitiges Klebeband sicher, mit dem die Aufnahmen entstanden waren.

„Upskirting“ auf Mallorca: Identität der anderen Frauen nicht festellbar

Der Mann zeigte den Beamten die Aufnahmen von anderen Frauen, die für die Veröffentlichung auf seinem Youtube-Kanal gedacht waren. Die Polizei konnte die Identität der anderen Frauen auf den Videos nicht feststellen, sodass der Mann nun - eineinhalb Jahre später - allein für das Filmen des 14-jährigen Mädchens verurteilt wurde.

Der Mann wurde damals in Palma zwei Tage lang in Polizeigewahrsam genommen, durfte aber noch vor Beginn seines Prozesses in die Heimat zurückfliegen. Woher in Deutschland der Mann genau stammt, ob er zur Tatzeit auf Mallorca wohnte oder sich als Tourist dort aufhielt, konnte ein Justizsprecher auf Anfrage nicht sagen.

„Upskirting“ auch in Deutschland seit September 2020 strafbar

Heimliches Filmen oder Fotografieren unter den Rock, das sogenannte „Upskirting“, oder in den Ausschnitt war in Deutschland bis vor kurzem meist keine Straftat. Der Bundesrat billigte im September eine Gesetzesverschärfung. Herstellung und auch Weiterverbreitung solcher Aufnahmen können nun mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden. (Sonja Thomaser mit dpa)

Rubriklistenbild: © Clara Margais/dpa

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