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Umwelt

„Unwort“-Jury spürt den Klimawandel

Umweltthemen dominieren die Vorschläge zum „Unwort des Jahres“.

Stand jahrelang die Flüchtlingspolitik und Migration im Mittelpunkt des „Unwort des Jahres“, rückt nun zunehmend die Klimadebatte in den Fokus. „Das spiegelt die politische Debatte wider“, erklärte die Sprecherin der Jury, Nina Janich, jüngst in Darmstadt. Tatsächlich seien aber bis jetzt relativ wenige Vorschläge eingereicht worden. Unter den 308 Begriffen bislang seien 232 unterschiedliche vorgeschlagen worden. Allerdings würden davon nur 26 den Kriterien der Jury entsprechen. Der Rest sei zu lang, seien Schimpfwörter, Floskeln oder Begriffe wie „Brexit“, die Menschen einfach nervten. Das „Unwort des Jahres 2019“ wird am 14. Januar in Darmstadt bekanntgegeben. Vorschläge können noch bis zum 31. Dezember eingereicht werden.

Die sprachkritische Aktion „Unwort des Jahres“ möchte auf unangemessenen Sprachgebrauch in der Öffentlichkeit aufmerksam machen und so die Bevölkerung sensibilisieren. Dabei werden Wörter gerügt, die gegen die Prinzipien der Menschenwürde oder Demokratie verstoßen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder euphemistische, verschleiernde oder irreführende Formulierungen sind. „Dabei richten wir uns nicht nach der Menge der Vorschläge für ein einzelnes Wort“, betonte Sprachwissenschaftlerin Janich.

Es gebe zwar immer noch einen Anteil an Vorschlägen, der sich mit dem Thema Migration befasse, wie etwa „Asyltourismus“, „Flüchtlingsdeal“ oder „Flüchtlingsmauer“. Massiv zugenommen hätten aber Begrifflichkeiten im Zusammenhang mit der Klimadebatte, darunter etwa „Ökoterrorismus“, „Ökodiktatur“ oder „Verschmutzungsrechte“. Viele würden sich auch an den Glauben anlehnen: „CO2-Jünger“, „CO2-Glaube“, „Klimakirche“ oder „Tesla-Jünger“.

Die bislang eher geringe Zahl der Vorschläge könne auch daher rühren, dass es beim Themenbereich Klima und Ökologie nicht so viele diskriminierende Begriffe gebe, die einen persönlich betreffen. Es richte sich nicht gegen eine einzelne Gruppe, sondern es gehe um eine politische Debatte, sagte Janich. Vielleicht sei aber auch eine Art Ermüdung der Hintergrund, weil die letzten „Unwörter des Jahres“ im Kontext mit Migration gestanden hätten. Als „Unwörter“ wurden zuletzt „Anti-Abschiebe-Industrie“, „alternative Fakten“, „Volksverräter“ und „Gutmensch“ gekürt. (dpa)

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