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Bei Athen: Von den Habseligkeiten des Mannes sind nur noch verkohlte Trümmer übrig. 

Griechenland

Waldbrände wüten in Griechenland

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In Griechenland wüten wieder Waldbrände – Dörfer werden evakuiert, Menschen zur Vorsicht aufgerufen.

Großeinsatz für die Feuerwehren in Griechenland: Am Boden und aus der Luft kämpften am Dienstag Löschmannschaften und Freiwillige gegen Dutzende Waldbrände. Eines der gefährlichsten Feuer wütete auf der Insel Euböa nördlich Athens. Die Dörfer Makrimalli und Kontodespoti sowie das Kloster Panagia Theorokou mussten evakuiert werden.

Die Glocken der Kirchen läuteten Sturm, um die Menschen zu alarmieren. Polizei und Feuerwehr forderten die Bewohner über Lautsprecher auf, ihre Häuser zu verlassen. Die Armee stellte Busse bereit, um die Menschen aus dem Brandgebiet zu bringen. „Wir lassen alles zurück, um unser Leben zu retten“, sagte weinend ein Bewohner des Dorfes Kontodespoti im Fernsehen. Die Erinnerungen an die Brandkatastrophe im Athener Vorort Mati sind noch frisch. Dort starben im Juni vergangenen Jahres über 100 Menschen.

Der Brand auf Euböa, der aus noch ungeklärter Ursache kurz nach drei Uhr morgens ausgebrochen war, fraß sich durch einen dichten Kiefernwald, der zum Schutzgebiete-Netzwerk Natura 2000 gehört. Mehr als 220 Feuerwehrleute kämpften mit 75 Löschfahrzeugen gegen die Flammen. Unterstützt wurden sie von zwölf Löschflugzeugen und Hubschraubern, die Wasser über den Feuerfronten abwarfen. Aber der dichte Rauch nahm den Piloten immer wieder die Sicht und behinderte damit den Einsatz der Flugzeuge. Bis zum späten Nachmittag war es den Feuerwehren nicht gelungen, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Menschen kamen nach den bisherigen Berichten nicht zu Schaden.

Geisterhaftes Zwielicht

Nördliche Winde trieben den Rauch von der Insel Euböa bis ins fast 90 Kilometer südlich gelegene Athen. Beißender Geruch lag in der Luft. Rauchwolken verdunkelten die Sonne und tauchten die griechische Hauptstadt in ein geisterhaftes Zwielicht. In einigen Stadtteilen gingen weiße Ascheflocken nieder.

Große Brände wüteten am Dienstag auch auf den Inseln Thassos und Samothraki in der nördlichen Ägäis, bei Arta im Westen und Ioannina im Norden Griechenlands. Auch bei der Ortschaft Theben nordwestlich von Athen kämpften die Feuerwehren gegen ein Buschfeuer.

Am vergangenen Wochenende hatte ein Waldbrand auf der Insel Elafonisos gewütet. Die Flammen vernichteten etwa ein Viertel der Vegetation. Auch Elafonisos gehört zu Natura 2000. Tausende Urlauber flohen aufs Festland. Der Brand war auf einer Müllkippe ausgebrochen. Trotz des Einsatzes von bis zu sieben Löschflugzeugen breitete sich das Feuer infolge stürmischer Winde schnell aus.

Hohe Temperaturen erhöhen derzeit die Waldbrandgefahr. In weiten Teilen Griechenlands hat es seit Wochen nicht mehr geregnet, das Unterholz in den Wäldern ist ausgedörrt. Nach Angaben des griechischen Ministers für Bürgerschutz, Michalis Chrysochoidis, brachen zwischen dem 15. Juli und dem 12. August in Griechenland 1302 Waldbrände aus. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 735. „Wir erleben schwierige Zeiten“, sagte der Minister und mahnte zu Vorsicht: „Passen Sie auf sich auf, aber auch auf ihre Nachbarn.“

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