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Ex-Fußballprofi Michael Ballack wird zum diesjährigen Dresdner SemperOpernball am 1. Februar erwartet.

Michael Ballack Semperopernball

Unser Opernballack

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Michael Ballack bekommt den Sankt-Georgs-Orden des Dresdner Semperopernballs. Irgendwie ist Ballack zwar 2013 etwas zu wenig Promifaktor. Aber es hätte auch schlimmer kommen können.

Man muss ja dankbar sein, hätte schlimmer kommen können: Es ist Michael Ballack geworden, er ist das Glanzlicht. Er ist Sachse, er spielte gut Fußball und irgendwie fehlt ihm noch ein ordentliches Karriere-Ende. Ob der „Capitano“ a. D. ein Abschiedsspiel bekommen wird mit Nationalmannschaft und Chelsea-Stars, man weiß es ja nicht. Immerhin bekommt er den Sankt-Georgs-Orden des Dresdner Semperopernballs.

Das ist eine Auszeichnung aus 18-karätigem Gold, die einmal Sächsischer Dankesorden hieß und 2009 an Wladimir Putin verliehen wurde, was für Aufregung sorgte, weil nicht ganz klar war, wofür Sachsen ihm eigentlich danken sollte. Putin war zwar einige Jahre als KGB-Offizier in Dresden stationiert, aber, meinten etliche Dresdner, das könne es ja wohl nicht gewesen sein. Egal, es geht auch nicht um Ehre und Dank. Es geht um Promis und Remmidemmi.

Es fehlt noch der kleine Skandal

Der Semperopernball ist eine elegante, aber auch etwas gediegene Tanzveranstaltung in der Oper gleichen Namens, die von Auswärtigen manchmal für die Radeberger Bierbrauerei gehalten wird. Dem Ball fehlt bis zum Weltniveau nur noch der Kick, der kleine Skandal, das Schrille, das Geraune und Getratsche.

Der Wiener Opernball, an dem sich die Dresdner messen, hat da ganz andere Tricks drauf: An der Donau verfügt man über den alten Baulöwen Richard „Mörtel“ Lugner. Und der weiß, wie Blitzlichtgewitter geht: „Mörtel“ kreuzte schon mal mit Nicolette Sheridan (Desperate Housewives), Pamela Anderson (Busenwunder) oder Ruba Rubacuori (Bunga, bunga, Berlusconi) auf.

Dresden hat Kurt und Ingrid Biedenkopf. Die sind zwar bedeutend, waren aber noch nicht einmal im Dschungelcamp.

„Goldene Brechstange“ wäre passender

Deshalb also ab 2006 der Orden, den man ehrlicherweise die „Goldene Brechstange“ nennen sollte, weil er aus der weiten Glitzerwelt der Schrägen und Schönen ein paar Sternchen herausbrechen soll, die dann über dem Dresdner Ball leuchten und für leichtes Kribbeln sorgen.

Und so gesehen ist Ballack 2013 vielleicht ein bisschen zu wenig Promifaktor. Ein Ex-Fußballer, der heutzutage im Reklameteil des ZDF-Morgenmagazins einen Ball in die Luft schießt – nun ja.

Aber noch ist Zeit, der Opernball ist erst am 1. Februar. Gérard Depardieu ist allerdings weg, den hat Putin zum Russen gemacht. Aber Brigitte Bardot soll auch unzufrieden mit Frankreich sein. Man könnte sie ein-sächseln und ihr Asyl anbieten. Oder was ist mit Kim Jong Un, dem Reformator aus Nordkorea, der gerade jedem Kind ein Kilo Bonbons geschenkt haben soll?

Also, traut euch was, Semperopernball-Ausrichter. Und wehe, auf eurer Prominentenliste taucht irgendwann der Name Martin Semmelrogge auf.

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