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Medwedew lädt Scholz-Kritiker nach Russland ein

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Von: Moritz Serif

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Medwedew und Putin
Dmitri Medwedew (l.) und Wladimir Putin (r.). (Archivfoto) © Pavel Golovkin /AP / dpa

Russland-Kritiker sollen nach Deutschland kommen, verkündete Nancy Faeser vor kurzem. Nun macht ausgerechnet Russland Scholz-Kritikern ein Angebot.

Moskau – Seit mittlerweile mehr als drei Monaten tobt der Ukraine-Krieg. Dabei müssen auch Menschen in Russland um ihre Freiheit fürchten. Wer das Wort Krieg im Zusammenhang mit der Ukraine in den Mund nimmt, dem drohen drakonische Strafen und bis zu 15 Jahre Haft. Viele haben daher bereits ihre Heimat in Richtung Europäische Union verlassen.

Menschen, die besonders gefährdet sind, sollten daher laut Bundesregierung bevorzugt aufgenommen werden. „Die immer brutalere Aggression Russlands gegen die Ukraine wird von immer stärkerer Repression nach innen begleitet, insbesondere gegen die Presse, gegen Menschenrechtler und Oppositionelle“, sagte kürzlich Bundesinnenministerin Nancy Faeser.

Russlands ehemaliger Präsident Medwedew macht Scholz-Kritikern Angebot

Das solle vor allem für Journalistinnen und Journalisten gelten, so Faeser. Bislang sollen jedoch nur 16 Menschen aus Russland aufgenommen worden sein. Darüber hatten der RBB und die Berliner Zeitung berichtet. Nun hat auch Dimitri Medwedew, ehemaliger Präsident Russlands, deutschen Bürgerinnen und Bürgern bei Telegram ein Angebot gemacht. „Deutsche, die Olaf Scholz oder die Bundesregierung kritisieren“, könnten künftig bevorzugt nach Russland einreisen. Dafür wolle man die Einreiseregelungen lockern.

Im Umkehrschluss könnten Russinnen und Russen ihre Heimat hinter sich lassen. „Mit anderen Worten, an diejenigen, die sich ihrem Land widersetzen und wollen, dass es besiegt wird. Nun [...] lassen wir sie so schnell wie möglich zu den Deutschen gehen“, schrieb Russlands ehemaliger Präsident. Außerdem drohte Medwedew mit Angriffen auf „Entscheidungszentren“, falls die Ukraine an sie gelieferte Waffen einsetzen würde.

Ukraine-Krieg: Russland ist mittlerweile in die Defensive geraten

Doch mittlerweile ist der Kreml in die Defensive geraten. Die Angriffe stocken. Laut Angaben des ukrainischen Generalstabs sollen mittlerweile fast 31.000 Soldaten der russischen Armee gefallen sein. 

Bundeskanzler Olaf Scholz sagte unterdessen vor kurzem, dass Wladimir Putin seine Kriegsziele bereits verfehlt habe. Der russische Präsident könne nichts mehr gewinnen. Außerdem ist das Land mittlerweile global isoliert. 100 Tage nach Beginn der Invasion droht Russland der wirtschaftliche Niedergang. (mse)

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