1. Startseite
  2. Panorama

„Tod für Putin, ihr habt einen Freak und Mörder großgezogen“: Polizei verhaftet Russin

Erstellt:

Von: Teresa Toth

Kommentare

Die Frau hatte zuvor einen Bericht über den Ukraine-Krieg im Fernsehen gesehen, der sie traurig gemacht habe.
Die Frau hatte zuvor einen Bericht über den Ukraine-Krieg im Fernsehen gesehen, der sie traurig gemacht habe. © Ashley Chan/dpa

Eine Frau in Russland wurde verhaftet, nachdem sie eine Notiz am Grab Putins Eltern hinterlassen hat. Darin bezeichnet sie den Präsidenten als „Mörder“ und „Freak“.

Sankt Petersburg – „Tod für Putin, ihr habt einen Freak und einen Mörder großgezogen.“ Eine Frau aus St. Petersburg wurde unter Hausarrest gestellt, nachdem sie eine Notiz auf dem Grab von Wladimir Putins Eltern hinterlassen hatte, in der sie ihre Meinung zum russischen Präsidenten und seinem Ukraine-Krieg deutlich zum Ausdruck brachte.

Wie Newsweek berichtet, soll die 60-jährige Buchhalterin Irina Tsybaneva am 6. Oktober, dem Tag vor Putins 70. Geburtstag, trotz Sicherheitspersonal zu den Grabsteinen von Putins Eltern auf dem Serafimovski-Friedhof gelangt sein, um dort ihre Notiz zu hinterlassen. Darin bezeichnete sie den russischen Machthaber nicht nur als „Mörder“ und „Freak“, sondern schrieb weiter: „Eltern eines Serienmörders, nehmt ihn mit, wir haben so viel Schmerz und Elend von ihm, die ganze Welt betet für seinen Tod.“

Kritik an Putin und seinem Krieg: Friedhofswärter fanden die Notiz am Grab

Gegenüber dem unabhängigen russischsprachigen Nachrichtenportal Mediazona betonte ihr Sohn Maxim Tsybanev, dass seine Mutter nie besonders politisch gewesen sei. Selbst nach dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine sprach sie mit ihrer Familie, zu der zwei Kinder und drei Enkelkinder gehören, nicht über den Krieg. Dies soll sich jedoch geändert haben, nachdem Tsybaneva einen Bericht über den Krieg im Fernsehen gesehen habe.

Dieser habe sie darauf aufmerksam gemacht habe, dass „alles sehr beängstigend und traurig ist, dass viele Menschen getötet wurden“, so Tsybaneva gegenüber dem Gericht. Nachdem Friedhofswärter die Notiz fanden und an die Strafverfolgungsbehörden schickten, nahm die Polizei die mittels Überwachungskameras identifizierte 60-Jährige vorerst in Gewahrsam. Ein DNA-Test und Handschriftexperten bestätigten, dass die Notiz von ihr stammte.

Lautstarke Kritik an Putin: Aktivistin brachte bereits ein Schild am Grab Putins Eltern an

Vom Kreml werden Aktionen wie diese als „spezielle Militäroperation“ bezeichnet – es können Gefängnisstrafen von bis zu 15 Jahren drohen. Tsybaneva wurde zunächst in einer vorübergehenden Haftanstalt untergebracht. Im Strafverfahren, in dem sie der Schändung einer Grabstätte aus politischer oder ideologischer Feindseligkeit beschuldigt wurde, stellte man fest, dass die Notiz eine "negative Bewertung des russischen Präsidenten Wladimir Putin" enthielt. Ihr wurde ein Hausarrest bis zum 8. November 2022 auferlegt: In dieser Zeit darf sie weder das Internet, noch Telefon oder Post als Kommunikationsmittel benutzen.

Tsybanev sagte gegenüber Mediazona, die Strafe sei zwar „hart“, aber „im Kontext der aktuellen Situation in diesem Land ist sie wirklich nicht so schlimm“. Die Aktion ist nicht die erste ihrer Art. Die Aktivistin Anastasia Filippova brachte zuvor bereits ein kleines Schild am Grab von Putins Eltern an. Darauf stand: „Ihr Sohn benimmt sich schändlich! Er schwänzt den Geschichtsunterricht, prügelt sich mit Mitschülern und droht damit, die ganze Schule in die Luft zu jagen! Handeln Sie!“

Zuletzt kritisierte sogar das russische Staatsfernsehen Putin. Das zeigt, dass es zumindest eine Unzufriedenheit mit dem Krieg gibt. (tt)

Auch interessant

Kommentare