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Geteiltes Land nach koreanischem Vorbild? Das ist Russlands Plan

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Von: Nadja Austel

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Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj
Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj. (Archivfotos) © Lahodynskyj/Lovetsky | picture alliance/The Canadian Press/AP/dpa

Nachdem die Besetzung von Kiew durch Russland gescheitert ist, zeichnet sich laut Experten ein Plan B ab: Eine Spaltung der Ukraine „wie in Nord- und Süd-Korea“.

Kiew – Der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes fürchtet eine Teilung der Ukraine*, ähnlich wie bei Nord- und Südkorea. Russland* sei mit seinem Versuch „gescheitert, Kiew einzunehmen und die ukrainische Regierung zu stürzen“, schrieb Kyrylo Budanow am Sonntag (27.03.2022) auf Facebook. Kreml-Chef Wladimir Putin* ändere die Strategie; eine Teilung der Ukraine könnte nun eines seiner Ziele sein. Der Militärexperte hatte die Invasion der Russen in die Ukraine bereits im November 2021 vorhergesagt. Jetzt warnt er vor kommenden Guerilla-Kämpfen in den besetzten Gebieten.

„Es gib Gründe anzunehmen, dass er eine Trennungslinie schaffen will zwischen den besetzten und den nicht besetzten Gebieten unseres Landes - ein Versuch, Süd- und Nordkorea in der Ukraine zu schaffen“, erklärte er mit Blick auf Putin. Die Äußerungen von Budanow erfolgten zwei Tage nachdem die russische Armee verkündet hatte, sich künftig auf die „Befreiung“ der Donbass-Region im Osten der Ukraine konzentrieren zu wollen*. Das ukrainische Militär hatte zuvor bedeutende Geländegewinne unter anderem in der Hauptstadtregion Kiew gemeldet.

Er sagte weiter, die Russen würden „versuchen, die besetzen Gebiete zu einem Quasi-Staat zu verbinden, der dann der unabhängigen Ukraine gegenübersteht.“ Bereits jetzt sei zu beobachten, parallele Instanzen zu errichten. Unter anderem würde der Versuch unternommen, die ukrainische Währung zu ersetzen, so berichtet der Guardian.

Ukraine-Krieg: Keine Fortschritte auf Seiten von Russland

Das Verteidigungsministerium von Großbritannien vermeldet zudem die neuesten Updates laut Information seiner Informanten. Innerhalb der letzten 24 Stunden habe es keine signifikante Veränderung bei den russischen Streitkräften* gegeben. Es gebe zudem logistische Probleme. Unter den russischen Militärs habe die Motivation durch den aggressiven Widerstand der Ukrainer gelitten. In Mariupol gingen die Kämpfe weiter, die Russen hätten im Süden der Stadt Land gewonnen und würden nun die Kontrolle über den Hafen anstreben. Das berichtet das Ministerium am Montag via Twitter.

In Cherson, der einzigen größeren von russischen Truppen eroberten ukrainischen Stadt, protestierten am Sonntag laut Bericht der Welt rund 500 Menschen gegen die russischen Besatzungstruppen. Die friedliche Demonstration sei mit Tränengas und Rauchgranaten aufgelöst worden, das sagte ein Rettungssanitäter telefonisch gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Das Bombardement der Millionenstadt Charkiw läuft* indessen weiter. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs* sind hier nach ukrainischen Angaben fast 1180 mehrgeschossige Wohnhäuser zerstört worden. Binnen 24 Stunden hätten die russischen Truppen Charkiw fast 60 Mal mit Artillerie und Mörsern beschossen, so der Bericht lokaler Medien am Montag (28.03.2022). Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. (na/dpa/afp) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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