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Russischer Ex-Soldat zerreißt Dokumente – und spült sie die Toilette herunter

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Von: Moritz Serif

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Tschernihiw
Ein Mann steht vor den Trümmern seines Hauses, das von der russischen Armee bombardiert wurde. © Emilio Morenatti/AP/dpa/picture alliance

Pavel Filatiev ist einer der wenigen Soldatinnen und Soldaten, der im Ukraine-Krieg gegen Russland aufbegehrt. Nun zerstört er seine Verbindungen zu dem Land.

Paris – Pavel Filatiev, russischer Ex-Soldat, möchte nicht mehr mit Russland in Verbindung stehen. Auf einer Flughafentoilette in Paris hat der Mann alle Dokumente zerrissen, die ihn als Staatsbürger ausgewiesen haben. Anschließend spülte er sie die Toilette herunter, wie The Guardian und t-online berichten. Eine Rückkehr in das Land von Wladimir Putin ist somit unmöglich und wäre wohl auch gefährlich. Der Ex-Soldat hatte zuvor bereits mit seinem Land abgerechnet.

„Es hat Wochen gebraucht, bis ich verstanden habe, dass es keinen Krieg auf russischem Boden gab und dass wir die Ukraine einfach überfallen haben“, schreibt er in seinem Tagebuch. Kommandeure hätten sich nicht um Untergebene gekümmert. „Die meisten Menschen in der Armee sind unzufrieden mit dem, was dort passiert, sie sind unzufrieden mit der Regierung und ihren Befehlshabern, sie sind unzufrieden mit Putin und seiner Politik, sie sind unzufrieden mit dem Verteidigungsminister, der selbst nie in der Armee gedient hat“, so Filiatiev.

Ukraine-Krieg: Filatievs Tagebuch sorgte für Aufsehen

Das Tagebuch hatte Aufsehen erregt, da es wenige Soldatinnen und Soldaten in Russland gibt, die gegen den Kreml aufbegehren. „Es mag nichts ändern, aber ich weigere mich, an diesem Wahnsinn teilzunehmen. Ethisch gesehen wäre es einfacher, wenn die Ukraine uns angreifen würde, aber die Wahrheit ist, dass wir in die Ukraine eingefallen sind und die Ukrainer uns nicht eingeladen haben“, so Filatiev.

Andrey U., der sich nach eigenen Angaben als Freiwilliger für das russische Militär gemeldet hatte, berichtet ebenfalls über seine Erlebnisse im Ukraine-Krieg. „Einige Leute haben es nicht ertragen, die haben sich erschossen“, sagt er. Andere hätten sich absichtlich in die Beine geschossen, damit sie nicht länger haben kämpfen müssen. „Ich habe meiner Mutter gesagt, dass alles, was sie im Fernsehen gesehen hat, Lügen sind, aber sie hat mir nicht geglaubt“, so der Freiwillige.

Ukraine-Krieg: Auch Andrey U. lehnte sich gegen Russland auf

Seine Mutter dachte, er stünde unter Hypnose. Andrey U. befindet sich mittlerweile in ukrainischer Kriegsgefangenschaft. Menschen, die ebenfalls kämpfen möchten, warnt er. „Kommt hier nicht her“, sagt er in einem Video. (mse)

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