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Wegen Ukraine-Krieg – Polizeigewerkschaft warnt vor Anschlägen in Deutschland

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Von: Lukas Zigo

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Die deutschen Polizeigewerkschaften warnen vor Anschlägen auf Bundesgebiet aufgrund des russischen Krieges gegen die Ukraine.

Osnabrück – Der Ukraine-Konflikt ist längst auch in Europa angekommen. Nun warnt die Polizeigewerkschaft vor Anschlägen auf Einrichtungen Russlands und der Ukraine in Deutschland. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Polizei (GdP), Oliver Malchow, sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung: „Denkbar sind gewalttätige Konflikte zwischen Sympathisanten beider Gruppen in der Bundesrepublik. Dazu zählen auch Anschläge auf Repräsentanzen und offizielle Einrichtungen beider Staaten.“

Für einen Ernstfall müssten die Polizeibehörden von Bund und Ländern jederzeit bereit sein, täglich würden die Auswirkungen des Konflikts auf die innere Sicherheit hierzulande neu bewertet.

Polizeigewerkschaft: „Deutschland kann durchaus Ziel terroristischer Anschläge werden“

Diese Einschätzung teilt auch die konkurrierende Polizeigewerkschaft DPoIG. Ihr Vorsitzender Rainer Wendt geht von weiteren möglichen Zielen aus. Wendt sagte der NOZ: „Deutschland kann durchaus Ziel terroristischer Anschläge werden, etwa durch Beschädigung oder Zerstörung von Einrichtungen der kritischen Infrastruktur.“ So habe es in den vergangenen Jahren immer wieder Attacken auf die IT-Systeme verschiedener Institutionen oder Industrien gegeben. Auch die Energieversorgung könnte ein potenzielles Ziel sein.

Ukraine-Konflikt - Protest in Dublin
Demonstranten vor der russischen Botschaft in Dublin. © Brian Lawless/dpa

Mit Blick auf die zu erwartenden Menschen, die nach Deutschland fliehen, sieht Wendt auch eine Gefahr für die Unterbringung ukrainischer Kriegsflüchtlinge, deren Unterkünfte umfangreich geschützt werden müssten. Wendt sagte: „Wir haben in Deutschland leidvoll erfahren, dass die russischen Geheimdienste nicht davor zurückschrecken, ihr mörderisches Handwerk auch auf deutschem Boden auszuüben.“

Ukraine-Krieg: Bundesländer bereiten sich auf Flüchtende vor

Russland hat am vergangenen Donnerstag (24.02.2022) die Ukraine angegriffen und geht militärisch gegen zahlreiche Städte in dem Land vor. Hunderttausende Menschen fliehen seitdem in Richtung Westen. Die Bundesländer und Gemeinden bereiten sich auf die Unterbringung zahlreicher Geflüchteter vor.

Laut westlicher Regierungen hatte der russische Geheimdienst in den vergangenen Jahren mehrere Mordanschläge auf russische Regierungsgegner auf ausländischem Boden verübt. Vergangenes Jahr war ein Russe in Berlin zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er im Auftrag des russischen Staates 2019 einen tschetschenisch stämmigen Georgier im Kleinen Tiergarten erschossen haben soll. (lz/AFP)

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