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Ukraine-Krieg: Immer mehr Menschen fliehen aus Russland nach Finnland

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Von: Fee Halberstadt

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Viele Russen fahren mit dem Zug nach Helsinki
Der Schnellzug Allegro fährt zweimal täglich die Strecke von St.Petersburg nach Helsinki. © Stringer/dpa

Viele Russinnen und Russen haben wegen des Ukraine-Kriegs Bedenken. Deswegen nutzen sie einen Schnellzug, um nach Finnland zu gelangen.

Helsinki – Nicht nur Menschen aus der Ukraine* fliehen aus ihrem Land. Aufgrund des Ukraine-Konflikts* verlassen auch Russinnen und Russen ihre Heimat. Ein beliebtes Ziel ist die finnische Hauptstadt. Der Schnellzug Allegro fährt zweimal täglich die knapp 450 Kilometer zwischen St. Petersburg und Helsinki. Laut dem Nachrichtenmagazin Spiegel ist dieser Zug seit Tagen ausgebucht. Im Gegensatz zum Rückweg – hier ist der Zug fast vollständig leer.

Die Situation spitzt sich auch in Russland* zu. Unabhängige Nachrichtensender wie Doschd wurden verboten. Facebook und Twitter wurden gesperrt. Ebenso können russische Bürgerinnen und Bürger nicht mehr auf die Websites von internationalen Medien zugreifen. Menschengruppen werden verhaftet. Mit Zensur, Verboten und Verhaftungen versucht Russland den Widerstand zu unterdrücken*. „Die Menschen, die verstehen, was wirklich los ist, sind wirklich aufgebracht“, sagt ein Mann, der mit seiner Frau und Tochter am Bahnhof steht, um auszureisen, gegenüber dem Spiegel in einem Video. Ein weiterer bittet die Menschen in Europa: „Bitte bringt uns Russen nicht in Verbindung mit diesem Krieg. Wir haben ihn nie gewollt und wir haben nie für diese Regierung gestimmt. Ich schäme mich.“

Ukraine-Krieg: Auch Menschen in Russland haben Angst

Diverse Videos im Netz zeigen, wie Demonstrierende von der Polizei weggezerrt werden. Dabei tragen sie schwere Ausrüstungen und Schutzkleidung, wie die Zeit berichtet. Das scheint ein Grund für viele Russinnen und Russen zu sein, ihr Land zu verlassen. Außerdem haben viele Bedenken, dass der Ukraine-Krieg* dazu führt, dass Russland unter Kriegsrecht gestellt wird. Dann wären die Grenzen zu, wie der Stern schreibt. Hinzu kommen Sanktionen, die den Alltag in Russland verändern. Sie wurden als Reaktion auf den Einmarsch in die Ukraine gegen Russland erlassen. Doch nicht alle Russinnen und Russen haben die Möglichkeit, ihr Land zu verlassen.

Laut Spiegel brauchen alle Russinnen und Russen ein gültiges Schengen-Visum, um nach Finnland einreisen zu können. Ein Teil der Bevölkerung arbeitet oder studiert im Ausland, weshalb sie darüber verfügen. Andere jedoch nicht. Und auch eine Impfung mit einem in der EU zugelassenen Corona-Vakzin* ist vonnöten, wie der Stern berichtet. Der russische Corona-Impfstoff* Sputnik zählt demnach nicht.

Flucht aus Russland: Das Ziel von vielen ist Finnland

Die Nachfrage für die Züge nach Helsinki sind bereits zwei Tage nach Einmarsch in die Ukraine schlagartig angestiegen. Seitdem steigen sie weiter. Grund dafür ist auch, dass Verbindungen per Flugzeug nicht mehr existieren. Ein Teil der Reisenden fahren auch mit Bussen bis nach Finnland. Victoria Hurri, Geschäftsführerin von „Karelin Trains“ sagt dem Spiegel: „Wir verhandeln über die Einrichtung eines dritten Zuges, der etwa ab nächster Woche täglich von St. Petersburg nach Helsinki verkehren soll.“

Nicht alle Russinnen und Russen wollen in Finnland bleiben. Teilweise ist es nur eine Zwischenstation auf der Reise in ein anderes EU-Land. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, dass auch Busse nach Riga und Tallinn gefüllt sind. Und auch die Türkei, Georgien und die Vereinigten Arabische Emirate sind momentan ein beliebtes Reiseziel für Russinnen und Russen. Hier bestehen noch Flugverbindungen. (fh) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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