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Putins Krieg trifft weltweit die Ärmsten der Armen: Warnung vor Hungerkatastrophe

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Von: Sarah Neumeyer

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Das Welternährungsprogramm der UN warnt, dass die Ärmsten der Armen weltweit unter den Auswirkungen des Ukraine-Krieges leiden werden.
Das Welternährungsprogramm der UN warnt, dass die Ärmsten der Armen weltweit unter den Auswirkungen des Ukraine-Krieges leiden werden. © Claire Nevill/dpa

Der Ukraine-Krieg wird Auswirkungen auf die weltweite Nahrungsmittelversorgung haben. Experten warnen vor einer globalen Krise und wachsendem Hunger.

Frankfurt – Die russische Invasion bringt den Menschen in der Ukraine unvorstellbares Leid, doch auch weltweit könnte der Ukraine-Krieg verheerende Folgen haben. Humanitäre Organisationen warnen vor den Auswirkungen auf die Nahrungsmittelversorgung der Zivilbevölkerung in den betroffenen Gebieten und vor einer Verschärfung der weltweiten Hungerkrise.

Insbesondere für die Ärmsten der Armen werden die Auswirkungen durch den Ukraine-Konflikt spürbar sein, warnt der Direktor des Welternährungsprogramms der UN, David Beasley. Denn das Gebiet um das Schwarze Meer sei eines der wichtigsten Gebiete der Welt für die Getreide- und Agrarproduktion. „Derzeit sind 283 Millionen Menschen vom Hunger bedroht und 45 Millionen stehen kurz vor einer Hungersnot. Die Welt kann es sich nicht leisten, dass ein weiterer Konflikt die Zahl der Hungernden noch stärker in die Höhe treibt“, so Beasley.

Millionen Menschen von Hunger bedroht: Ukraine-Krieg verschärft Situation

„Schon vor dieser Krise waren im vergangenen Jahr 1,5 Millionen Menschen in der Ostukraine auf Nahrungsmittelhilfe und Hilfe zur Sicherung des Lebensunterhalts angewiesen – ein Anstieg um 51 Prozent im Vergleich zu 2020“, schreibt die Hilfsorganisation Action against Hunger. Doch auch andere Länder sind auf Exporte aus der Ukraine angewiesen. Handelsbeeinträchtigungen infolge des Kriegs träfen vor allem Länder im Nahen Osten und Afrika, die teilweise 70 Prozent ihres Weizens importierten, sagt Rafaël Schneider von der Welthungerhilfe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Die Getreidepreise am Weltmarkt seien bereits im Herbst 2021 nach den Corona-Lockdowns stark gestiegen, erklärt Udo Hemmerling, Vize-Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, gegenüberdem RND. Dies setze sich nun weiter fort. Durch die Kriegshandlungen sei in den Schwarzmeerhäfen die Schiffsverladung unterbrochen. Betroffen seien vor allem die Verbraucherländer im arabischen Raum, der Türkei, Nordafrika und Asien. „In der Ukraine scheint eine reguläre Frühjahrsbestellung der Äcker wegen des Krieges nicht mehr möglich“, so Hemmerling. „Landwirte gehen in den Militärdienst; ebenso werden Diesel und Traktoren dorthin abgegeben.“

Ukraine-Krieg hat weltweite Auswirkungen: Preise für Weizen und Mais steigen

Auch arme Menschen in westlichen Ländern könnten die steigende Lebensmittelpreise zu spüren bekommen, warnt Schneider. Deutschland ist nicht allein auf Russland und die Ukraine bei der Getreideversorgung angewiesen, doch auch hierzulande rechnen Experten mit einem Anstieg der Lebensmittelpreise durch den Ukraine-Konflikt. Länder wie Deutschland seien gefordert, ihre Unterstützung für Hungerbekämpfung und ländliche Entwicklung auszubauen, so Schneider.

Die höheren Preise für Weizen und Mais träfen im globalen Süden auf Gesellschaften, die durch die Corona-Krise bereits sehr in Mitleidenschaft gezogen seien, sagte Marita Wiggerthale, Agrarexpertin der Hilfsorganisation Oxfam dem RND. Die Menschen dort hätten keine Reserven mehr. Steigende Lebensmittelpreise würden in vielen Regionen zu mehr Hunger führen. (sne)

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