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Zweite Kriegsnacht in der Ukraine: Bürger schlafen in der U-Bahn – Straßen menschenleer

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Von: Sarah Neumeyer

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Um Schutz zu suchen, haben Tausende in der Ukraine in U-Bahn-Stationen übernachtet. Viele Menschen sind nach dem Einmarsch Russlands auf der Flucht.

Kiew – Tausende Ukrainerinnen und Ukrainer haben die vergangene Nacht in U-Bahn-Stationen verbracht, um sich vor russischen Bomben zu schützen. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew wurden vier Metrostationen als Luftschutzbunker ausgewiesen, sagte Bürgermeister Vitali Klitschko am Donnerstag. Er appellierte an alle Bürgerinnen und Bürger, sich in Sicherheit zu bringen. Auf Fotos ist zu sehen, wie schutzsuchende Menschen in den U-Bahn-Stationen übernachten. Darunter sind auch viele Familien mit Kindern.

Auch Fotos aus der Großstadt Charkiw im Osten der Ukraine* zeigten, wie dort Menschen mit Decken auf dem Boden einer Metro-Station lagen. Viele hatten Wasserflaschen und Nahrungsmittel dabei.

Menschen liegen in einer U-Bahn-Station in Kiew und nutzen diese als Bombenschutzraum.
Menschen liegen in einer U-Bahn-Station in Kiew und nutzen diese als Bombenschutzraum. © Emilio Morenatti/dpa

Ukraine-Krieg: Explosionen in Kiew – Straßen sind menschenleer

Mehrere Explosionen erschütterten Kiew in der Nacht zu Freitag (25.02.2022). Unter anderem wurde ein mehrstöckiges Wohnhaus auf dem Ostufer des Flusses Dnipro getroffen, in dem Feuer ausbrach. Dort seien Trümmer einer Rakete eingeschlagen, teilte die Stadtverwaltung auf Telegram mit. Drei Menschen seien verletzt worden.

Die Straßen in Kiew seien am Abend fast menschenleer gewesen, berichtete ein Korrespondent der Deutschen-Presse-Agentur. Auf den Straßen waren demnach nur wenige Autos zu sehen. Ab 21 Uhr galt dort erstmals eine Sperrstunde. Dennoch war Kiew weiter wie gewohnt beleuchtet, unter anderem die Sehenswürdigkeiten wie die unter Unesco-Schutz stehende Sophienkathedrale und das Goldene Tor. Gemeinsam mit seinem Bruder Wladimir sendete Vitali Klitschko einen Hilferuf an ganz Europa.

Ukraine-Konflikt: Nach Angriff von Russland – 100.000 Menschen auf der Flucht

Etwa 100.000 Menschen sind nach vorläufigen Schätzungen des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) in der Ukraine auf der Flucht. „Es hat eindeutig erhebliche Vertreibungen im Land gegeben und es gibt Bewegungen Richtung Grenzen und ins Ausland“, sagte eine UNHCR-Sprecherin am Donnerstagabend.

Die Präsidentin der Republik Moldau, Maia Sandu, twitterte am Abend, dass am Donnerstag mehr als 4000 Menschen aus der Ukraine über die Grenze gekommen seien. Die Regierung habe bei Palanca und Ocnița Auffanglager eingerichtet. „Unsere Grenzen sind offen für Menschen aus der Ukraine, die einen sicheren Aufenthalt brauchen oder durchreisen möchten“, schrieb sie auf dem Kurznachrichtendienst. (Sarah Neumeyer mit Material von dpa) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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