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Ukraine-Geflüchtete in Bayern: „Lage absolut nicht mit 2015 vergleichbar“ - Expertin schildert Herausforderung

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Von: Katarina Amtmann

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Flüchtlingsunterkunft in der Turnhalle des Gymnasiums Kirchseeon, Geflüchtete aus der Ukraine, 24. März 2022 Deutschland
Auch Bayern nimmt zahlreiche Flüchtlinge aus der Ukraine auf. © IMAGO / Wolfgang Maria Weber

Wegen des Krieges flüchten viele Ukrainer aus ihrer Heimat, Vergleiche zur Fluchtbewegung 2015 werden laut. Doch die Situation sei anders, so die Würzburger Sozialreferentin.

Würzburg - Der Ukraine-Krieg* treibt Millionen Menschen in die Flucht, sie fliehen vor Bomben und Raketen, die das russische Militär auf ihre Heimat wirft.* Einige Ukraine-Flüchtlinge* kommen in Würzburg an. Dort sind derzeit die Kürnachtal-, Pleichachtal- und die Dürrbachtalhalle nahezu vollständig belegt. 2015 war dagegen nur eine Halle als Notunterkunft belegt. Immer wieder gibt es Vergleiche zur Flüchtlingswelle vor sieben Jahren, doch: „Die Lage ist absolut nicht mit 2015 vergleichbar, sie ist komplett dynamisch und daher ist vieles nicht planbar“, wird Sozialreferentin Dr. Hülya Düber in einer Pressemeldung der Stadt Würzburg zitiert.

Ukraine-Kriegs-Flüchtlinge: Situation nicht mit 2015 vergleichbar

2015 sprach man von „dem Jahr von Migration und Flucht“, doch „heute ist die Situation weitaus bewegter“, heißt es in der Pressemeldung. Seit Angriffsbeginn am 24. Februar sind laut Vereinten Nationen mehr als 3,8 Millionen Menschen auf der Flucht. „Ihre Heimatstädte liegen in Schutt und Asche, ihre Wohnungen und Arbeitsplätze existieren nicht mehr. Während die Männer zum Kriegsdienst an der Waffe gezwungen werden, fliehen die Frauen mit Kindern, Seniorinnen und Senioren“, zeigt sich die Stadt Würzburg betroffen. Allein in der unterfränkischen Stadt kamen bis heute (Stan 30. März) geschätzt etwa 1000 Menschen an, „von denen wir wissen“, so die Stadt weiter. Rund 40 Prozent davon sind Kinder.

Flüchtlinge aus der Ukraine können visumsfrei nach Deutschland einreisen und ihren Aufenthaltsort frei wählen. „Wir wissen daher so lange nicht sicher, wie viele Geflüchtete aus der Ukraine hier sind, bis wir sie registrieren können, entweder vor Ort in den Hallenunterkünften oder bis sich diejenigen, die bei Freunden und Verwandten untergekommen sind*, selbst bei uns melden“, wird Manuela Blaß, Leiterin der Ausländerbehörde, zitiert.

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Ukraine-Flüchtlinge in Würzburg: Sozialreferentin erklärt Herausforderung

„Dass die Menschen aus unterschiedlichen Richtungen ankommen, sich deren Ankunftszahlen nicht einschätzen lassen, dass unerwartet eine größere Menge über wieder andere Fluchtwege Würzburg erreicht, das alles fordert die Mitarbeitenden der Kommunen wie auch die zahlreichen Ehrenamtlichen, die ohnehin schon durch die Pandemie an der Belastungsgrenze sind“, so die Sozialreferentin. „Die Zahl der Ankömmlinge kann sich täglich ändern, ebenso wie die Zahl der Menschen, die besondere Bedarfe haben wie eine spezielle Krankheitsversorgung“, erklärt Düber eine der Herausforderungen.

Flüchtende aus der Ukraine: Bayerns Tafeln sind überlastet

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Ukraine-Flüchtlinge in Bayern: Ehrenamtliche und Mitarbeiter helfen unermüdlich

Die Prämissen würden sich täglich ändern. Die Stadtverwaltung wird diese Aufgaben gemeinsam mit der Feuerwehr, den Freiwilligen Feuerwehren, ehrenamtlichen Helfern, Hilfsorganisationen, Rettungsdiensten, privaten Wohnungsvermietern und dem Verein Mrija bewältigen. Hunderte Mitarbeitende und Ehrenamtliche sind dafür täglich im Einsatz. „Ohne ihre Hilfe und die unzähligen Stunden, die seither geleistet wurden, wäre die Unterbringung, Versorgung und Aufnahme der zahlreichen Geflüchteten nicht in dieser Schnelligkeit und Art leistbar“, wird die Sozialreferentin abschließend zitiert. (kam) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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