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Ein Canabis-Geschäft.

Pro Cannabis

Überschätzte Gefahr

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Der Rausch gehört seit Jahrtausenden zum Menschen. Das Geschäft sollte reguliert sein, um Konsumenten zu schützen und Dealern zu schaden.

Ein Bierchen bei Freunden. Ein Rotwein zum Feierabend. Und im Karneval fallen alle Schranken. Alkohol gehört zum Miteinander dazu wie süßer Senf zur Weißwurst. Er ist gesellschaftlich akzeptiert. Er entspannt und macht locker. 

Dass er gesundheitliche Risiken in sich birgt, weiß jeder. Dennoch würde niemand auf die Idee kommen, Alkohol zu verbieten. Bei Gras und Haschkeksen ist das anders. Wer in Deutschland Cannabis konsumiert, riskiert Strafen. Mit dieser Kriminalisierung sollte endlich Schluss sein. Der übermäßige Konsum von Cannabis ruiniert die Psyche, macht depressiv, vermindert die Leistungsfähigkeit, zerstört Beziehungen. All das macht Alkohol auch. Und dennoch ist die übergroße Mehrheit in der Lage, Alkohol in vernünftigen Maßen zu genießen.

Natürlich kann Cannabis eine Einstiegsdroge sein. Aber haben Heroinabhängige nicht vorher auch mal ein Bier getrunken? Weder Marihuana noch Alkohol münden zwangsläufig in eine Junkiekarriere – sonst gäbe es bei uns längst Millionen Heroinabhängige. Der Rausch gehört seit Jahrtausenden zum Menschen. Es ist die Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, dass er nicht exzessiv ausartet.

Der Staat formuliert Regeln, um seine Bürger zu schützen. Er hat die Verantwortung, vor harten Drogen zu warnen und bei weicheren Rauschmitteln wie Alkohol oder Cannabis zur Vorsicht zu raten. „Freigabe“ heißt nicht, Drogenhandel nach niederländischem Vorbild wuchern zu lassen. Im Gegenteil: Das Geschäft sollte reguliert sein, um Konsumenten zu schützen und Dealern zu schaden.

Apotheker könnten bei der Abgabe darauf achten, dass der Jugendschutz eingehalten wird. Der Staat könnte die Qualität sichern. Immer häufiger bieten Dealer gestrecktes Marihuana mit zu hohem THC-Gehalt an. Und noch eines: Statt harmlose Kiffer zu verfolgen, könnte die Polizei ihr ohnehin überfordertes Personal sinnvoller einsetzen.

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