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Nach Kauf durch Musk: Nutzung rassistischer Begriffe auf Twitter nimmt zu

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Von: Teresa Toth

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Elon Musk sorgt seit der Übernahme von Twitter für jede Menge Negativschlagzeilen.
Elon Musk sorgt seit der Übernahme von Twitter für jede Menge Negativschlagzeilen. © Adrien Fillon/dpa

Elon Musks Änderungen an Twitter stoßen auf Empörung. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass die Nutzung des N-Worts seit Musks Übernahme massiv zugenommen hat.

San Francisco – „Twitter ist unter Elon Musk zu einem Ort des Hasses geworden.“ Imran Ahmed, Gründer des Centre for Countering Digital Hate (CCDH), zeigt sich erschrocken darüber, wie sich Twitter seit der Übernahme des Tech-Milliardären Elon Musk entwickelt hat. Untersuchungen zufolge habe die Verwendung rassistischer Begriffe stark zugenommen.

Eine Studie des in Großbritannien ansässigen CCDH ergab, dass sich die Verwendung des rassistischen N-Wortes auf Twitter in der ersten Woche, in der Elon Musk Eigentümer ist, verdreifacht hat. Auch homophobe, transphobe und antisemitische Beleidigungen sollen demnach deutlich häufiger auftauchen im Vergleich zum Durchschnitt von 2022.

Nach Übernahme von Twitter durch Musk: Antisemitische Beleidigungen massiv angestiegen

In der Woche ab dem 31. Oktober wurde das N-Wort laut der Studie in 26.228 Tweets und Retweets verwendet und damit dreimal so oft wie im Durchschnitt des Jahres 2022. Im gleichen Zeitraum enthielten 33.926 Tweets und Retweets eine transphobe Beleidigung, während 21.903 homophobe Beleidigungen enthielten. Dies entspricht einem Anstieg von 53 Prozent und 39 Prozent gegenüber dem Durchschnitt von 2022. Antisemitische Beleidigungen stiegen teils um bis zu 77 Prozent an.

Gegenüber Newsweek sagte Ahmed, dass diese Zahlen beweisen, dass die Regierung eingreifen müsse. „Niemand will eine Welt, in der Menschen das Gefühl haben, dass sie andere ungestraft mit rassistischen Beleidigungen angreifen können. Es ist an der Zeit, dass wir ein Gesetz zur Online-Sicherheit haben“, so Ahmed.

Nach Übernahme von Twitter durch Musk: Sicherheitschef abrupt zurückgetreten

Die britische Regierung hat sich bereits für ein Gesetz zur Online-Sicherheit eingesetzt, mit dem Social-Media-Unternehmen bestrafen werden können, wenn sie „schädliche“ Inhalte auf ihren Plattformen zulassen. Laut der britischen Zeitung Daily Telegraph besteht jedoch die Befürchtung, dass das Gesetz unter dem neuen britischen Premierminister Rishi Sunak verzögert werden könnte, nachdem es aus der letzten Parlamentssitzung herausgenommen wurde.

Musk selbst behauptete, dass hasserfüllte Sprache seit seiner Übernahme von Twitter zurückgegangen sei – am 4. November schrieb er auf der Plattform: „Twitters starkes Engagement für die Moderation von Inhalten bleibt absolut unverändert. Tatsächlich haben wir in dieser Woche einen Rückgang von Hassreden gesehen.“ Dies bestätigte auch zunächst sein Sicherheitschef, der laut Ahmed jedoch nach der Veröffentlichung der Studie abrupt zurücktrat. (tt)

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