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Twitter soll künftig „vielleicht ein wenig kosten“: Elon Musk will Abo-Modell einführen

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Von: Julius Fastnacht

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Anscheinend erwägt Elon Musk, nach der Konzernübernahme ein Zahlmodell für die Nutzung von Twitter einzuführen. Die Hintergründe machen nachdenklich.

San Francisco – Tech-Milliardär Elon Musk hat bekräftigt, nach einer Übernahme von Twitter stärker auf ein Abo-Modell bei dem Online-Dienst setzen zu wollen. „Twitter wird für gelegentliche Nutzer immer kostenlos sein, für gewerbliche/staatliche Nutzer aber vielleicht ein wenig kosten“, twitterte er in der Nacht zum Mittwoch (04. Mai).

Der Tesla-Milliardär plant derzeit, Twitter zu übernehmen. Er wirft dem Kurznachrichtendienst vor, die Redefreiheit auf der Plattform zu stark einzuschränken – wobei sein Verständnis von Meinungsfreiheit umstritten ist.

Musk hat sich mit dem Twitter-Verwaltungsrat auf einen rund 44 Milliarden Dollar schweren Deal geeinigt, ist aber darauf angewiesen, dass ihm genug Aktionär:innen ihre Anteile abtreten. Twitter und Musk wollen die Übernahme bis Jahresende abschließen.

Wenn es nach Elon Musk geht, könnte Twitter künftig auf ein Abo-Modell setzen.
Wenn es nach Elon Musk geht, könnte Twitter künftig auf ein Abo-Modell setzen. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Abo-Modell macht Twitter unabhängiger von Ausrichtung der Anzeigekunden

Twitter verdient sein Geld zurzeit fast ausschließlich mit Werbung. Ein zahlungspflichtiges Abo-Modell hingegen würde die Unabhängigkeit vom Anzeigen-Geschäft erhöhen. Laut der amerikanischen Zeitschrift Fortune knüpft dieser Schritt an Musks Bestreben an, die Inhaltsbeschränkungen auf Twitter zu reduzieren – denn vielen Werbekunden gefalle es nicht, ihre Produkte neben anstößigen und hasserfüllten Tweets zu platzieren.

Twitter experimentiert bereits mit seinem Abo-Angebot Blue, das unter anderem in den USA verfügbar ist. Blue erlaubt etwa, bis zu 30 Sekunden lang fertige Tweets zu verändern, Tweet-Serien besser zu lesen oder Tweets in Ordnern zu organisieren. Generell aber gilt: Im Online-Geschäft setzten sich bisher kostenlose Dienste wie Facebook und Google klar gegen Abo-Modelle durch. Sie machen ihr Geld mit Werbung auf Basis von Nutzerinformationen.

Angeblich, um die Redefreiheit zu stärken: Musk plant, Twitter von der Börse zu nehmen

Auch anderweitig strebt Elon Musk Veränderungen beim Konzern an. So würde er Twitter nach der Übernahme von der Börse nehmen. Er argumentierte, dass der Dienst nur so sein Potenzial als Plattform für Redefreiheit voll entfalten könne. Dem „Wall Street Journal“ zufolge warb er bei potenziellen Investor:innen damit, dass Twitter in wenigen Jahren an die Börse zurückkehren könnte.

Musk hat für den Deal Finanzierungszusagen von 46,5 Milliarden Dollar präsentiert. Davon sind 25,5 Milliarden Dollar Kredite, die zum Teil mit seinen Tesla-Aktien besichert werden sollen. Bis zu 21 Milliarden Dollar will er selbst aufbringen. Investorinnen und Investoren könnten später Kasse machen, wenn Twitter wieder an die Börse gehen sollte. (Julius Fastnacht mit dpa)

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