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Kurz nach Musks Twitter-Übernahme: Plötzlich trendet „#TrumpIsDead“

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Von: Karolin Schäfer, Sophia Lother

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Neben Twitter-Chef Elon Musk hat auch Donald Trump eine Verschwörungstheorie zum Angriff auf Nancy Pelosis Ehemann geteilt. Nun gibt es Gegenwind.

Update von Donnerstag, 3. November, 10.21 Uhr: Elon Musks Änderungswelle beim Kurznachrichtendienst stößt auf Empörung. Neben dem neuen Bezahlmodell fürchten viele, dass Hetze und Verschwörungstheorien bald zunehmen. Das Network Contagion Research Institute etwa twitterte, dass es Hinweise darauf gäbe, dass „schlechte Akteure“ die Grenzen aktuell austesten. Demnach sei die Verwendung des N-Wortes innerhalb von zwölf Stunden um fast 500 Prozent angestiegen. Viele Nutzer und auch Prominente haben nun mit einem Hashtag versucht, auf diese Gefahr aufmerksam zu machen – auf eine eher unübliche Art und Weise.

Plötzlich trendete der Hashtag „#TrumpIsDead“. Der Comedian Tim Heidecker reagierte beispielsweise damit auf die auch von Trump geteilte Verschwörungserzählung um den Angriff auf den Ehemann von Nancy Pelosi. Er schrieb dazu in einem Tweet: „Es klingt hier leider so, als würde Trump im Sterben liegen. Ich denke, dass er das vielleicht auch tut und möglicherweise eine sehr schwere Krankheit hat, an der er stirbt. Wir wissen es nicht, aber gut ist es nicht.“ Viele Nutzerinnen und Nutzer stiegen darauf ein. Einer manipulierte sogar einen Artikel im Stil des Senders CNN, der mit eben dieser Überschrift versehen ist. Die Nachrichtenagentur Reuters hat inzwischen einen Fakten-Check veröffentlicht, in dem seitens CNN betont wird: „CNN hat das nicht gemeldet.”

Donald Trump während seiner Präsidentschaft im August 2020. (Archivfoto)
Donald Trump während seiner Präsidentschaft im August 2020. (Archivfoto) © Alex Brandon/dpa

Kurz nach Twitter-Übernahme: Elon Musk verbreitet Verschwörungsmythen

Erstmeldung von Sonntag, 30. Oktober: Washington, D.C. – Milliardär und Tesla-Gründer Elon Musk hat nach langem Hin und Her den Kurznachrichtendienst Twitter nun doch gekauft. Kurz nach seiner Übernahme am Freitag (28. Oktober) sorgte er bereits für Empörung.

Musk teilte einen umstrittenen Artikel unter einem Tweet der ehemaligen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Dieser soll scheinbar Details zum jüngsten Angriff auf den Ehemann von US-Politikerin Nancy Pelosi enthalten.

Elon Musk teilt Verschwörungstheorie über Pelosi-Angriff

Clinton hatte zuvor darauf hingewiesen, dass die Republikaner sowie deren Sprachrohre Hass und Verschwörungstheorien verbreiten würden. Die US-Politikerin verlinkte dazu einen Artikel der Los Angeles Times. Darin hieß es, dass der mutmaßliche Angreifer von Pelosi, Verschwörungsmythen der rechtsextremen Gruppierung QAnon verbreitet hatte.

Nancy Pelosis Ehemann war Opfer eines Überfalls geworden. Ein Angreifer soll nach Angaben der Polizei in die Residenz der Eheleute in San Francisco eingebrochen sein. Dort soll er den 82-jährigen Paul Pelosi mit einem Hammer verletzt haben. Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses selbst habe sich zu diesem Zeitpunkt nicht in der Stadt aufgehalten.

Elon Musk zweifelt an Polizei-Informationen über Pelosi-Attacke

Musk schien den Polizeiangaben nicht ganz zu vertrauen. Er postete unter Clintons Tweet einen Bericht der Seite „Santa Monica Observer“. Dazu schrieb er: „Es besteht die winzige Möglichkeit, dass hinter dieser Geschichte mehr steckt, als man auf den ersten Blick sieht.“

In dem von ihm geteilten Artikel wird spekuliert, dass niemand in das Anwesen der Pelosis eingebrochen sei. Vielmehr sei Paul Pelosi an dem Abend betrunken gewesen und habe eine Affäre mit einem männlichen Sexarbeiter gehabt. Beweise für diese These gibt es nicht. Die Polizei spricht eindeutig von einem Einbruch.

Elon Musk: Twitter-Chef sorgt mit Verschwörungstheorie für Empörung

„Santa Monica Observer“ bedankte sich beim Twitter-Chef für die Übernahme des Kurznachrichtendiensts – und für das Teilen des Berichts. Als serös gilt die von Musk angegebene Quelle aber nicht. Bereits zur Präsidentschaftswahl 2016 zwischen Donald Trump und Clinton sind Falschnachrichten verbreitet worden. Hillary Clinton sei gestorben und eine Doppelgängerin habe ihren Präsidentschaftswahlkampf übernommen.

Nach Musks Tweet folgten prompt empörte Reaktionen der Twitter-Community. Der Austausch zwischen Clinton und Musk „sollte jedes restliche Vertrauen der Werbetreibenden in die Plattform zerstören“, schrieb US-Autorin Molly Jong-Fast.

Elon Musk bereits mehrfach mit polarisierenden Tweets aufgefallen

„Elon hat schon lange bevor er Twitter gekauft hat, Unsinn getwittert“, äußerte sich ein anderer Nutzer mit Blick auf Aussagen des Tesla-Chefs zum Ukraine-Krieg. Elon Musk würde sich mit seinem Tweet auf „Verschwörungstheorien beziehen und nicht auf tatsächliche Beweise“, kommentierte ein anderer. „Seine Redefreiheit bedeutet, dass er jeden beliebigen Unsinn sagen kann.“

Ein Grund für die Twitter-Übernahme sei Musk zufolge vor allem die eingeschränkte Redefreiheit gewesen. Zuletzt kündigte Musk an, „alle, die aus geringfügigen und zweifelhaften Gründen gesperrt wurden, (...) aus dem Twitter-Gefängnis“ zu befreien.

Bereits in der Vergangenheit war der neue Twitter-Chef mit provokanten Tweets aufgefallen. So sorgte er etwa im Februar für Empörung mit einem von ihm geteilten Post über den kanadischen Regierungschef Justin Trudeau. Neben einem Foto von Adolf Hitler stand in dem Tweet: „Hört auf, mich mit Justin Trudeau zu vergleichen. Ich hatte einen Haushalt.“ Musk löschte den Tweet im Anschluss wieder. (kas/slo/dpa)

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