Zahllose Gläubige beten vor der Hagia Sophia, in der erstmals das Freitagsgebet stattfindet. Foto: Mehmet Guzel/AP/dpa
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Zahllose Gläubige beten vor der Hagia Sophia, in der erstmals das Freitagsgebet stattfindet. Ärzte in der Türkei glauben, dass viel mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert sind als von offizieller Seite behauptet. Foto: Mehmet Guzel/AP/dpa

Corona in der Türkei

Türkei: Ärzte zweifeln an offiziellen Corona-Zahlen der Regierung

Der Chef der türkischen Ärztevereinigung glaubt den offiziellen Corona-Fallzahlen der türkischen Regierung nicht. Viele Krankenhäuser in der Türkei hätten ihre Kapazitätsgrenzen erreicht.

Der Ärztevereinigungs-Chef in der Türkei bezweifelt, dass die offiziellen Zahlen zum Coronavirus der Regierung der Realität entsprechen: „Sie spiegeln nicht die Wirklichkeit wieder“, sagte Sinan Adiyaman der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Die Türkei befinde sich anders als offiziell vermittelt auf einem neuen Höhepunkt der Infektionszahlen.

Türkei: Ärzte bezweifeln veröffentlichte Infektionszahlen

Die Ärztevereinigung (TTB) habe zuletzt am Mittwoch Fallzahlen von Mitgliedsverbänden aus 25 Provinzen erhalten. Diese zeigten, dass die Zahl der Neuinfektionen landesweit höher sein müssten als die zurzeit mehr als 1000 gemeldeten Fälle pro Tag.

Vor allem in der Hauptstadt Ankara und im Südosten des Landes sei die Anzahl der Neuinfektionen stark gestiegen, sagte Adiyaman. Die Intensivbetten in den staatlichen Krankenhäusern der südosttürkischen Metropole Diyarbakir und in der Provinz Sanliurfa seien voll belegt.

Türkische Regierung weist Vorwürfe zurück

Gesundheitsminister Fahrettin Koca wies am Donnerstag solche Vorwürfe zurück. „In keiner Provinz haben wir volle Krankenhäuser aufgrund von Covid-19, wir haben sogar kein Krankenhaus an der Kapazitätsgrenze. Die Vorwürfe sind haltlos“, schrieb Koca auf Twitter.

Am Dienstag war die Zahl der gemeldeten täglichen Neuinfektionen in der Türkei erstmals seit rund drei Wochen wieder auf mehr als 1000 gestiegen. Am Mittwochabend meldete Gesundheitsminister Koca 1178 neue Fälle. Als Reaktion verschärfte Ankara landesweit die Kontrollen der Abstands- und Hygieneregeln. Innenminister Süleyman Soylu rief die Bürger dazu auf, sich an die Vorschriften zu halten.

Corona in der Türkei: Ärzte fordern mehr Tests zu machen

Adiyaman forderte zudem, die Regierung müsse deutlich mehr Tests durchführen und die intensive Rückverfolgung von Infektionsketten wieder aufnehmen. Die TTB hat nach eigenen Angaben in 65 der 81 Provinzen Verbände und repräsentiert 70 Prozent der Mediziner im Land.

Die Türkei hatte im März ihren ersten Coronavirus-Fall gemeldet und rund drei Monate lang strenge Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus erlassen. Seit Anfang Juni wurden die Restriktionen nach und nach abgebaut. Die Bundesregierung hatte am Mittwoch eine Reisewarnung für vier beliebte Urlaubsregionen in der Türkei aufgehoben. Für den Rest des Landes besteht die Warnung weiter. (dpa)

Quelle des Artikels: Nachrichtenagentur dpa

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