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Erdbeben in der Türkei: Zahl der Toten auf 38 gestiegen

Erdbeben in der Türkei: Die Zahl der Toten steigt weiter, viele Menschen werden noch unter den Trümmern vermutet. Bei Minusgraden suchen Retter nach ihnen. 

  • Schweres Erdbeben in der Türkei
  • Beben mit der Stärke 6,8
  • Zahlreiche Tote

Update vom Sonntag, 26.01.2020, 18.45 Uhr: Zwei Tage nach dem schweren Erdbeben in der Osttürkei mit Dutzenden Toten suchen Rettungskräfte in Eiseskälte weiter nach Überlebenden. Die Helfer bargen am Sonntag jedoch nur weitere Leichen aus den Trümmern - die Zahl der Toten stieg damit nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde Afad auf 38.

Bislang konnten demnach 45 Menschen lebend geborgen werden. Mindestens zwei Menschen wurden nach Informationen des Senders CNN Türk noch unter den Trümmern vermutet - die Hoffnung, sie lebend zu finden, schwand stetig.

Fußballfans des Istanbuler Erstligisten Fenerbahce unterstützten die Erdbebenopfer derweil in einer aufsehenerregenden Aktion: Sie warfen am Samstagabend während des Spiels gegen Basaksehir ihre Schals und Mützen auf den Platz und skandierten: „Elazig friere nicht, Fenerbahce ist mit dir.“ Nach Angaben des Senders NTV wurden die Kleidungsstücke eingesammelt und sollen zu den Opfern geschickt werden. Die Fans des Erstligisten Besiktas schickten mehr als 3800 Decken in die Erdbebenregion, wie der Club mitteilte. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde wurden insgesamt mehr als 10 000 Zelte und rund 35 000 Decken bereitgestellt.

Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Elazig am Samstag besucht und versprach am Sonntag vor einer Reise nach Algerien, beschädigte und zerstörte Häuser schnell wieder aufzubauen. In den Provinzen Elazig und Malatya wurden laut Afad insgesamt etwa 650 Gebäude schwer beschädigt, etwa 80 seien eingestürzt.

Update vom Sonntag, 26.01.2020, 12.15 Uhr: Zwei Tage nach dem schweren Erdbeben in der Osttürkei mit Dutzenden Toten suchen Rettungskräfte in Eiseskälte weiter nach Überlebenden. Am Sonntag bargen die Helfer vier weitere Leichen aus den Trümmern - die Zahl der Todesopfer stieg damit nach offiziellen Angaben auf 35. Mehr als 1600 Menschen wurden nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde Afad verletzt, 45 Menschen konnten lebend geborgen werden.

Update vom Sonntag, 26.01.2020, 08.40 Uhr: Mindestens 31 Menschen wurden bei dem Erdbeben in der Türkei getötet, wie nun die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die Katastrophenschutzbehörde Afad meldete. Mehr als 1600 Menschen seien zudem verletzt worden. Anadolu meldete, 72 Gebäude seien eingestürzt und fast 1000 weitere beschädigt. Behörden gingen davon aus, dass noch Menschen unter den Trümmern verschüttet seien, so Innenminister Süleyman Soylu. 

Retter konnten laut Afad 45 Verschüttete lebend bergen. Dramatische Aufnahmen des Senders TRT zeigten Dutzende Retter, die schweigend auf dem Dach eines eingestürzten Gebäudes in der 600.000-Einwohner Stadt Elazig arbeiteten. Auch die Rettung einer älteren Frau war auf den Bildern zu sehen - und schockierte Augenzeugen, die sich um das Geschehen versammelten. „Meine Tochter ist auch dort“, rief die Frau und deutete auf die Trümmer, aus denen sie eben gezogen worden war. Dann wurde sie mit einem Krankenwagen weggebracht.

Örtliche Medien zeigten auch die Bergung einer 45-jährigen Frau, die zuvor unter den Trümmern eines Wohnhauses per Handy von den Rettern kontaktiert werden konnte. Umherstehende Menschen applaudierten, einige mit Tränen in den Augen, als die Gerettete zu einem Krankenwagen gebracht wurde.

Mit speziellen Sensoren hörten Retter die Trümmer nach Überlebenden ab, auch Bagger und Spürhunde seien im Einsatz, sagte ein Retter. Nach Angaben des TV-Senders CNN Türk sind unter den Geretteten mindestens zwei Kinder. Wie der Sender TRT weiter berichtete, konnte auch eine Schwangere lebend befreit werden.

In der ersten Nacht nach dem Beben hätten Temperaturen von Minus acht Grad Celsius die Rettungsarbeiten erschwert, meldete der Katastrophenschutz. Anwohner boten in den sozialen Medien Hilfe und Unterkunft für Betroffene. Viele hatten Angst, in ihre Häuser zurückzukehren und sagten dem Sender TRT am Samstag, sie würden die Nacht im Freien verbringen.

Erdbeben in der Türkei: Erdogan reist nach Elazig – Merkel bietet Hilfe an

Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte seine Termine in Istanbul abgesagt und war am Samstagnachmittag kurzfristig nach Elazig gereist. „Unsere Regierung tut alles - und wird alles tun - was in ihrer Macht steht“, sagte er vor versammelten Menschen. Erdogan nahm auch an der Beerdigung einer 45 Jahre alten Frau und ihres zehn Jahre alten Sohnes teil. Er versprach, dass zerstörte Häuser schnell wieder aufgebaut würden.

In einem Kondolenzschreiben an Erdogan sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Anteilnahme aus. „Nach meiner Rückkehr aus Istanbul habe ich von dem schweren Erdbeben im Osten Ihres Landes erfahren; dies hat mich mit Trauer und großem Bedauern erfüllt“, schrieb Merkel. Sie bot der Türkei „tatkräftige Unterstützung“ an.

Schweres Erdbeben im Osten der Türkei: Zahl der Toten steigt 

Update vom Samstag, 25.01.2020, 11.15 Uhr: Bei dem Erdbeben im Osten der Türkei sind mindestens 22 Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. Das teilte Innenminister Süleyman Soylu mit. Behörden gingen davon aus, dass noch immer 22 Menschen von den Trümmern verschüttet seien, so Soylu. Insgesamt seien 382 Menschen in Krankenhäusern behandelt worden, 34 von ihnen auf Intensivstationen, sagte Gesundheitsminister Fahrettin Koca. Zuvor hatte die Katastrophenschutzbehörde Afad berichtet, mehr als 1000 Menschen hätten nach dem Beben Krankenhäuser aufgesucht. 

Bisher seien 39 Verschüttete gerettet worden, sagte Soylu. Nach Angaben des TV-Senders CNN Türk sind mindestens zwei Kinder darunter. Wie der Staatssender TRT berichtete, konnte auch eine Schwangere lebend befreit werden.

Erstmeldung

Istanbul - Bei einem schweren Erdbeben sind im Osten der Türkei mindestens 19 Menschen getötet und mehr als 900 verletzt worden. Das teilte die Katastrophenschutzbehörde Afad am Samstagmorgen mit. Das Beben habe die Stärke 6,8 gehabt und sei von mehr als hundert kleineren Nachbeben gefolgt worden. Mehrere Gebäude stürzten ein, staatliche Medien berichteten von rund 30 Menschen, die unter den Trümmern verschüttet liegen sollen.

Das Erdbeben hatte sein Zentrum in der Provinz Elazig im Bezirk Sivrice und ereignete sich gegen 21 Uhr Ortszeit. Laut Katastrophenschutz kamen 15 Menschen in Elazig ums Leben, 4 in der Provinz Malatya. Insgesamt seien mindestens 922 Menschen in sieben Provinzen verletzt worden.

Erdeben in der Türkei: Krisenstellen eingerichtet

Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, es würden alle Maßnahmen getroffen, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. In einem Tweet wünschte er den Verletzten schnelle Heilung und den Toten die Gnade Gottes. Außerdem habe er mehrere Minister in die Region entsandt, darunter Gesundheitsminister Fahrettin Koca und Innenminister Süleyman Soylu.

Aus dem Verteidigungsministerium hieß es, es seien Krisenstellen eingerichtet worden, um Such- und Rettungsmissionen zu unterstützen. Das Militär ließ mitteilen, es stehe bereit, falls seine Hilfe benötigt werde. Die Katastrophenschutzbehörde meldete, sie habe Hunderte Helfer sowie Zelte, Betten und Decken in die Region geschickt.

Erdbeben in der Türkei: Viele Menschen sind bestürzt

In sozialen Medien äußerten sich viele Menschen bestürzt, darunter der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell und der türkischstämmige Fußballer Mesut Özil. „Meine Gebete sind mit allen, die von dem Erdbeben in der Türkei betroffen sind“, schrieb der deutsche Ex-Nationalspieler auf Twitter. Borrell sprach dem türkischen Volk seine Solidarität und den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.

Die Türkei ist besonders erdbebengefährdet. Eines der tödlichsten Beben war eines der Stärke 7,6 im Jahr 1999 mit Epizentrum in Gölcük südöstlich von Istanbul. Damals gab es Zehntausende Verletzte und Tote. (dpa)

Rubriklistenbild: © AFP/BULENT KILIC

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