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EU-Spitzen treffen Erdogan in Ankara
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Das Spitzentreffen zwischen der Türkei und der EU löste das sogenannte „Sofagate“ aus. Kommissionspräsidentin von der Leyen musste auf einem Sofa entfernt von den Männern Platz nehmen. 

Sexismusvorwürfe

Sofagate in der Türkei: Erdogan auf einmal glücklich über von der Leyens Führungsrolle

  • VonSebastian Richter
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Nach dem weltweiten Skandal und Sexismusvorwürfen beim „Sofagate“ reagiert die Türkei. Man sei froh über eine Frau als EU-Kommissionspräsidentin.

Ankara – Das „Sofagate“ machte weltweit Schlagzeilen. Der Regierung von Recep Tayyip Erdogan wurde vorgeworfen, sie brüskierte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, in dem die anwesenden Männer auf nebeneinander stehenden Sesseln Platz nahmen, von der Leyen aber auf einem Sofa in beträchtlichen Abstand Platz nehmen musste. Der Vorwurf: Sexismus gegenüber dem Oberhaupt der europäischen Exekutive. Dieser Vorfall überschattete das Treffen, bei dem es eigentlich um die angespannten Beziehungen zwischen der EU und der Türkei ging.

Erdoğan-News

Alle Infos und Neuigkeiten zum Präsidenten der Türkei auf unserer Themenseite.

Am Montag (26.04.2021) sagte von der Leyen bei einer Rede vor dem EU-Parlament, sie sei der Auffassung, nur wegen ihres Geschlechts so „respektlos“ behandelt worden zu sein. Die türkische Regierung hat den Vorwurf erneut zurückgewiesen. Ankara beharrte am 28. April darauf, dass EU-interne Streitereien für den Protokollfehler namens „Sofagate“ während des Treffens verantwortlich seien, wie die türkische Zeitung „Hürriet“ berichtete.

Türkei ist „erfreut“ über eine Frau als Präsidentin der EU-Kommission

In einer E-Mail bestritt Tanju Bilgiç, Sprecher des türkischen Außenministeriums, dass von der Leyen wegen ihres Geschlechts beleidigt worden sei. „Die Türkei wendet keine separaten protokollarischen Regelungen je nach dem Geschlecht der Person, die ein Amt innehat, an“, heißt es in der E-Mail.

Stattdessen freue sich die türkische Regierung, dass eine Frau an der Spitze der Europäischen Kommission stünde, wie es in der Erklärung des türkischen Außenministeriums hieß. „Die Türkei ist erfreut, dass die Präsidentschaft der EU-Kommission zum ersten Mal von einer Frau übernommen wurde und glaubt, dass dies ein wichtiger Schritt in Richtung Frauenförderung und Gleichberechtigung ist“, so Bilgiç.

Türkei: EU trage Schuld an Protokollfehler

Die EU-Institutionen seien aufgefordert, untereinander einen „Konsens“ zu erzielen, um ähnliche Protokollfehler – und damit ein zweites Sofagate – in Zukunft zu vermeiden. „Es ist bedauerlich, dass dieses Ereignis, das seinen Ursprung in EU-internen politischen Kämpfen hat, ... immer noch als Material für politische Debatten verwendet und mit Geschlechterdiskriminierung in Verbindung gebracht wird“, fügt der Sprecher hinzu.

Sofagate
Datum:6. April 2021
Ort:Präsidentenpalast in Ankara (Türkei)
Teilnehmer am Treffen: Recep Tayyip Erdoğan, Charles Michel, Cevlüt Çavuşoğlu, Ursula von der Leyen

Die Türkei ist erst vor wenigen Wochen aus der Istanbul-Konvention ausgetreten. Das Abkommen soll Frauen vor Gewalt und Diskriminierung schützen und Staaten dazu verpflichten, sich für die Gleichstellung der Geschlechter in ihren Rechtssystemen sorge zu tragen. Die Türkei brauche „keine ausländischen Modelle, Übersetzungen und Kopien, um die Rechte unserer Frauen zu schützen“, erklärte Erdoğan bereits 2017. Außerdem sagte der Präsident der Türkei eine Gleichberechtigung von Frau und Mann sei „widernatürlich“. (Sebastian Richter)

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