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Kämpfe im Nordirak

Militäreinsatz der Türkei: Erdogan kämpft gegen Terror – und spricht von 13.000 „zerstörten“ Menschen

  • Sandra Böhm
    vonSandra Böhm
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  • Marvin Ziegele
    Marvin Ziegele
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Neue Hintergründe zum Militäreinsatz der Türkei gegen die PKK werden bekannt. Laut Recep Tayyip Erdogan hat die Türkei mehrere Tausend Terroristinnen und Terroristen „neutralisiert“.

  • Beim Militäreinsatz gegen die PKK geht es der Türkei um die Befreiung von Geiseln.
  • Die Regierung von Recep Tayyip Erdogan begründet den Einsatz im Nordirak mit „Selbstverteidigung“.
  • Während einer Kongresssitzung betonte er, wie viele Terrorist:innen die Türkei eliminiert habe.

Update vom Donnerstag, 18.02.2021, 10.00 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte während eines Meetings des Kabinetts am Mittwoch (17.02.2021), die Türkei habe seit 2015 fast 13.000 Terroristinnen und Terroristen „zerstört“. Darüber berichtete die Tageszeitung „Hurriyet Daily News“.

„Seit Juli 2015 wurden mehr als 12.900 Terroristen, einschließlich 6.000 im Inland und 6.900 im Ausland zerstört“, sagte Erdogan. Des Weiteren fügte er hinzu, dass fast 1.300 Frauen und Männer verletzt worden seien, und mehr als 1300 gefangen genommen wurden. Zudem seien mindestens 2243 Menschen an Sicherheitskräfte aushändigt worden.

Demzufolge seien 17.750 Terrorist:innen „neutralisiert“ worden in den vergangen fünf Jahren. Darunter seien auch viele Anhänger:innen der „Terrorgruppe PKK“ gewesen. Außerdem betonte Recep Tayyip Erdogan, dass die Türkei niemals Blut von Unschuldigen vergossen habe und das Land kein Schamgefühl habe, eine einzelne Gegend oder Gesellschaft zu kolonisieren ‒ „in der Vergangenheit und auch niemals haben werde“.

Laut Präsident Erdogan hat die Türkei fast 13.000 Terroristinnen und Terroristen „zerstört“ (Symbolbild).

Türkei: Erdogan will mit „Sicherheitszonen“ Militäreinsätze auf andere Länder ausweiten

Update vom Mittwoch, 17.02.2021, 16.48 Uhr: Nach der jüngsten Operation im Nordirak will der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Militäreinsätze seines Landes ausweiten. Man sei umso entschlossener, „jenseits unserer Grenzen einen Sicherheitsbereich zu erschaffen, um unser Volk und unseren Staat zu schützen“, sagte Erdogan am Dienstag vor Anhängern seiner islamisch-konservativen Regierungspartei AKP in der Schwarzmeerprovinz Trabzon. Die jüngste Militäroperation in der irakischen Region Gara habe diesen Vorsatz bestärkt. „Gara ist gefallen, mit Gottes Hilfe ist die Sache nun vorbei“, sagte er.

„Wir werden unsere Operationen, die wir seit einiger Zeit durchführen und wichtige Fortschritte erlangt haben, künftig auf Regionen ausweiten, wo die Bedrohung immer noch groß ist“, sagte Erdogan. Er nannte dabei nicht explizit Irak und Syrien, die Türkei ist aber in der Vergangenheit immer wieder militärisch gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK im Irak sowie gegen die Kurdenmiliz YPG und die Terrormiliz IS in Syrien vorgegangen. Die Türkei hält in Syrien Grenzregionen besetzt.

Erdogan sagte, man werde den „Terroristen“ im Land und jenseits der Grenzen „keine Luft zum Atmen lassen.“ Dabei wolle man es nicht belassen. „Damit wir nicht wieder so einen Angriff erleben, werden wir an den Orten, die wir gesichert haben, so lange bleiben, wie es nötig ist.“

Militäroffensive gegen die PKK: Jetzt beschuldigt Erdogan die USA

Update von Dienstag, 16.02.2021, 11.55 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan beschuldigte am Montag (15.02.2021) die USA, die kurdische Arbeiterpartei PKK nach der Tötung von 13 türkischen Staatsangehörigen im Nordirak zu unterstützen. Das berichtet die zweitgrößte englischsprachige Tageszeitung in der Türkei „Hurriyet daily News“.

Demnach wirft Erdogan den USA vor, sich auf die Seite von „Terroristen“ zu stellen. Ergänzend habe er bei einer Parteiversammlung seiner AKP in Rize in der Region des Schwarzen Meeres hinzugefügt, dass das Statement der USA, welches die Tötung der 13 Menschen am Sonntag (14.02.2021) verurteilte, ein „Witz“ und eine „Schande“ gewesen sei.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft den USA vor, mit „Terroristen“ zusammenzuarbeiten.

Kämpfe im Nordirak: Erdogan verlangt, dass Nato-Partner Stellung beziehen

In dem Statement des US-Außenministeriums, hieß es, dass die USA bei ihrem Nato-Partner der Türkei stehe und drückte das Beileid für die Angehörigen der Getöteten aus.

Erdogan verlangt laut den Medienberichten, dass die Nato-Partner sich klar für eine Seite positionieren: „Entweder handle mit der Türkei ohne Wenn und Aber, und ohne Fragen zu stellen, oder sei ein Partner bei jedem Mord und Blutvergießen.“

Der Verteidigungsminister Hulusi Akar und der Innenminister Süleyman Soylu sollen das Parlament am heutigen Dienstag (16.02.2021) über die Hinrichtung der türkischen Staatsbürger durch die PKK in Nordirak unterrichten.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft den USA vor, mit „Terroristen“ zusammenzuarbeiten.

Militäroffensive gegen die PKK: Türkei bestellt den Botschafter der USA ein

Update von Montag, 15.02.2021, 17.25 Uhr: Nachdem die Türkei bereits am vergangenen Mittwoch (10.02.2021) in der nordirakischen Provinz Dohuk eine großangelegte Militäroperation gegen die kurdische Arbeiterpartei PKK startete, werden allmählich weitere Hintergründe zum Einsatz bekannt. So bestätigte Präsident Erdogan am Montag (15.02.2021), dass es sich bei den 13 tot aufgefundenen türkischen Staatsangehörigen zum Großteil um Soldaten und Polizisten handelte, die sich bereits seit mehreren Jahren als Geiseln in den Händen der PKK befanden und im Zuge der Operation befreit werden sollten. Die Rebell:innen der PKK ließen indes verlautbaren, nicht für den Tod der Geiseln verantwortlich zu sein, da diese durch die Luftangriffe der türkischen Armee zu Tode gekommen seien.

Das US-Verteidigungsministerium wollte sich bei seiner Bewertung der Vorgänge im Nordirak zunächst nicht nur auf die Darstellung seitens der Türkei verlassen. In einer Erklärung hieß es, man warte noch auf „Bestätigungen zu den jüngsten Vorgängen“. Als Reaktion bestellte das türkische Außenministerium am Montag (15.02.2021) den US-Botschafter David Satterfield in Ankara ein, um dem Unmut der türkischen Regierung über die zurückhaltende Reaktion der USA Nachdruck zu verleihen. Bereits zuvor hatte Präsident Erdogan der USA die Unterstützung von Terrorist:innen vorgeworfen und die Erklärung des US-Verteidigungsministeriums als „Farce“ bezeichnet.

Ein russisch-türkischer Militärkonvoi in Syrien. (Archivfoto)

Türkei: 13 entführte türkische Bürger tot aufgefunden - Bewaffnete Kämpfe im Nordirak

Erstmeldung von Sonntag, 14.02.2021: Ankara – Bei einem Einsatz gegen die kurdische Arbeiterpartei PKK im Nordirak hat das türkische Militär nach offiziellen Angaben 13 entführte Türken in einer Höhle tot aufgefunden. „Ich wünschte, wir hätten unsere 13 Bürger sicher dort rausbringen können“, sagte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar am Sonntag. Man habe die Entführung aus Sicherheitsgründen zuvor nicht bekanntgegeben.

Türkei: Militäreinsatz gegen PKK im Nordirak

Das Militär der Türkei habe sich zuvor schwere Gefechte mit PKK-Kämpfern geliefert und unter anderem die Höhle unter ihre Kontrolle gebracht, sagte Akar. Bei der Durchsuchung sei man auf die 13 Leichen gestoßen. Nach ersten Erkenntnissen seien zwölf Menschen durch Kopfschüsse getötet worden, ein weiterer durch einen Schuss in die Schulter, sagte Akar. Sie seien unbewaffnet gewesen. Zwei gefasste PKK-Kämpfer hätten ausgesagt, die Gefangenen seien kurz vor Beginn der Operation in dem Gebiet exekutiert worden. Vonseiten der PKK lag zunächst keine Erklärung vor.

Die Türkei hatte am Mittwoch in der nordirakischen Provinz Dohuk einen großangelegten Einsatz gegen die PKK im Nordirak gestartet. Die Regierung unter Recep Tayyip Erdogan begründet das Vorgehen unter anderem mit Selbstverteidigung. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags hatte bei einem ähnlichen Einsatz der Türkei im Sommer bezweifelt, dass dieser mit dem Völkerrecht vereinbar ist.

Türkei: Großangelegter Einsatz gegen PKK

Die türkische Regierung und die PKK bekämpfen sich seit Jahrzehnten. Das Militär geht immer wieder gegen PKK-Stellungen im Südosten des Landes und im Nordirak vor. Die PKK gilt in der Türkei, Europa und den USA als Terrororganisation. Die Türkei sieht den Nordirak als Rückzugsraum für die PKK an. Regelmäßig greifen türkische Flugzeuge Stellungen der kurdischen Miliz im gebirgigen Nordirak aus der Luft an. (marv/dpa)

Rubriklistenbild: © Maya Alleruzzo

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