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Arbeiter in Atomschutzanzügen untersuchen einen Reaktor
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35 Jahre nach dem Super-Gau in Tschernobyl entdeckten Forscher einen seltsamen Pilz (Symbolfoto)

Neue Hoffnung für Forschung

Hungrig nach Strahlen: Pilz in Tschernobyl ernährt sich von Radioaktivität

  • Zülal Acar
    vonZülal Acar
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Forscher fanden ausgerechnet dort, wo ein Atomunfall eine lebensfeindliche Grundlage schuf, einen gut gedeihenden Pilz. Er lebt von radioaktiver Strahlung und zersetzt sie sogar.

Tschernobyl - Es ist nun beinahe 35 Jahre her, da sorgte eine nukleare Katastrophe enormen Ausmaßes für weltweites Aufsehen. In der ukrainischen Stadt Tschernobyl kam es im Atomkraftwerk zu zwei Explosionen (*FR berichtete) im April 1986, infolge dessen wurde ein Reaktorblock zerstört.

Daraufhin wurde radioaktives Material in die Luft geschleudert, das sich durch große Teile Russland, Weißrusslands, die Ukraine und weitere Teile Europas verbreitete, die Gebiete verseuchte und eine lebensfeindliche Atmosphäre schuf. Doch Jahre später fanden Wissenschaftler dort einen Pilz, der sich ausgerechnet von radioaktiver Strahlung ernährt.

Reaktorunfall in Tschernobyl: Lebensmittel heute noch mit Strahlung belastet

Durch den Atomunfall galt die Stadt Tschernobyl als besonders lebensfeindlicher Ort. Hunderttausend Menschen mussten nach der Atomkatastrophe die Region verlassen, erkrankten in Folge der radioaktiven Strahlung* an Krankheiten wie Krebs, oder lebten in ständiger Angst vor einer Erkrankung. Heute leben wieder knapp über 100 Menschen in Tschernobyl. Auch Besucher zieht es nach Tschernobyl*. Sie suchen den Ort für seinen Grusel-Faktor auf: Weite Landstriche liegen brach, die Häuser und Straßen wirken verlassen und sind zerstört.

Als Folge der Reaktorkatastrophe gelten auch Lebensmittel aus den betroffenen Regionen weiterhin als belastet. Nach Angaben der Verbraucherzentrale muss beispielsweise Wildfleisch vor dem Verkauf und Verzehr auf Strahlenbelastung geprüft werden. Auch heute noch sind sogar einige Böden in Süddeutschland mit radioaktivem Material durch diesen Vorfall in Tschernobyl belastet.

Schwarzer Pilz: Radioaktive Strahlung wird in Energie umgewandelt

Gerade dort, wo es die höchste Strahlung im Reaktorblock gibt, hat sich nach der Atomkatastrophe ein hungriger Organismus angesiedelt: Ein schwarzer Pilz, der der hohen Strahlenbelastung trotzt und sogar von ihr lebt. Durch seinen erhöhten Anteil des Pigments Melanin kann der Pilz Strahlung absorbieren und sie in chemische Energie umwandeln. Somit zersetzt der schwarze Pilz die radioaktive Strahlung.

Laut stern.de haben Wissenschaftler diesen Pilz auch auf der internationalen Raumstation gezüchtet. Denn sie wollen herausfinden, ob man die Eigenschaften des Pilzes im Weltall nutzen kann. Die Forscher untersuchen, ob er Raumschiffe durch die im Weltall vorhandene Strahlung abschirmen kann. Auch in der Medizin hofft man auf die wundersame Wirkung des Pilzes. Er könnte etwa Krebspatienten während der Strahlentherapie schützen. *FR ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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