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In Paris: Die Gedanken der Franzosen kreisen längst nicht mehr um die abgebrannte Kathedrale Notre-Dame - die Corona-Krise hat die Oberhand. 

Frankreich

Trotz Corona-Krise wird in Notre-Dame Karfreitagsmesse gehalten

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Mit einer Sondererlaubnis darf in der Pariser Kathedrale Notre-Dame die Karfreitagsmesse abgehalten werden - trotz Corona-Krise.

  • In Notre-Dame in Paris soll trotz Corona-Krise ein Gottesdienst stattfinden
  • Die Kathedrale wurde vor etwa einem Jahr bei einem Feuer schwer zerstört
  • Wegen Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus gibt es eine Liveübertragung

Paris - Ein Unheil verdrängt das andere. Im Bann der Corona-Krise denkt kaum jemand mehr an eine der größten Brandkatastrophen, die Paris je heimgesucht hatte, am 15. April des vergangenen Jahres. Verlassen steht die Notre-Dame-Kathedrale inmitten menschenleerer Straßen. Eine Palisade umgibt die Baustelle. Die Arbeiten ruhen in dem ausgebrannten Korpus seit knapp einem Monat. Noch nicht einmal aller Brandschutt ist beseitigt.

Mitte März hätten sich Arbeiter von Kranen aus abseilen sollen, um havarierte Fensterbögen im oberen Teil des Baugerippes zu entfernen. Dazu kam es nicht mehr, weil Präsident Macron über dem Land eine Ausgangssperre verhängte. Nun scheint sich kaum jemand für dieses Monument zu interessieren, das nicht nur das spirituelle, sondern auch geographische Zentrum Frankreichs darstellt: Vor seinem Vorplatz aus werden sämtlichen Distanzen im ganzen Land gemessen.

Notre-Dame: Pariser Erzbischof plant Gottesdienst trotz Corona-Krise

Auch wenn die verkohlte Basilika wie erstarrt in den Pariser Himmel ragt, hat sich ihre Lage radikal verändert. Die Anteilnahme hat sich verlagert, der nationale, ja weltweite Solidaritätselan gilt nicht mehr der berühmten Kathedrale, sondern dem Spital- und Pflegepersonal rund um den Planeten. In den Sozialen Medien liest man Kommentare, die Millionenspenden für Notre-Dame sollten jetzt in die Krankenhäuser umgeleitet werden.

Solche Stimmen bleiben aber in der Minderheit. Auch gar nicht religiöse Franzosen sehen in der Notre-Dame ein Symbol für die kollektive Prüfung, aber auch für den nationalen Widerstandswillen, den schon Victor Hugo zelebriert hatte. Gerade an Ostern ist ihr Martyrium auch ein kirchliches Wiederauferstehungssymbol in schwierigen Zeiten. Der Pariser Erzbischof Michel Aupetit will am Karfreitag denn auch einen Gottesdienst im Kirchenschiff abhalten.

Wegen Corona-Krise: Liveübertragung am Karfreitag aus Paris

Von den Behörden hat er die Erlaubnis für eine live übertragene Zeremonie „in einem sehr kleinen Kreis“. Macron bittet generell, in Frankreich an Ostern, zum Ramadan-Beginn und zum jüdischen Pessachfest auf jede Versammlung zu verzichten. In der Ruinenkulisse der Notre-Dame wird deshalb am Freitag eine unübliche Zeremonie unter bischöflicher Leitung stattfinden. Zwei Schauspieler wollen Texte lesen, die sicher auch einen Bezug zur aktuellen Lage herstellen.

Dann wird der Cellist Renaud Capuçon die außerordentliche Stille in der Kathedrale, ja der ganzen Stadt mit seinem Soloinstrument durchdringen. Der Erzbischof spricht nicht von einer „Messe“, sondern einer „liturgischen Meditation“. Sie richte sich an alle Landes- oder Erdenbürger, gleich welchen Glaubens. Aupetit verhehlt nicht, dass am Karfreitag auch in der Kathedrale das christliche Symbol der Dornenkrone im Mittelpunkt steht. Mikrobiologen mögen denken: Noch so eine Krone.

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