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Kachelmann-Verteidiger (v.l.): Andrea Combe, Johann Schwenn, Mathias Mailänder und Ralf Höcker.
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Kachelmann-Verteidiger (v.l.): Andrea Combe, Johann Schwenn, Mathias Mailänder und Ralf Höcker.

Kachelmann-Prozess

Traumatologe sagt erneut aus

In der kommenden Woche wird der Heidelberger Traumatologe Günter Seidler zum fünften Mal vor das Mannheimer Landgericht geladen.

Von Christoph Albrecht-Heider

Günter Seidler wird in der kommenden Woche einen Rekord im Kachelmann-Prozess aufstellen. Am Mittwoch soll der Traumatologe der Universität Heidelberg seinen fünften Auftritt als Zeuge absolvieren. Selbst Sabine W., die Jörg Kachelmann der schweren Vergewaltigung beschuldigt, ist bisher „nur“ an vier Tagen in den Zeugenstand gerufen worden.

Das Interesse an seiner Person verdankt Professor Seidler, seit April 2010 Therapeut von Sabine W., Kachelmanns Anwalt Johann Schwenn. Am Ende des 24. Verhandlungstages hat er dem Mannheimer Landgericht ein Zugeständnis abgerungen. Seidler, der bisher in nichtöffentlicher Sitzung Rede und Antwort über seine Patientin stand, wird auf einige der von Schwenn am Montag vorgelegten zwölf Fragen öffentlich antworten müssen.

Dabei hat es der stets streitbare Schwenn auch auf Alice Schwarzer abgesehen. Die Publizistin hat sich im Fall Kachelmann auf den Boulevard begeben und berichtet für die Bild-Zeitung von dem Prozess in Mannheim. Mit Bekanntwerden des Vergewaltigungsvorwurfes hat sich Schwarzer auf die Seite des mutmaßlichen Opfers geschlagen.

Offenkundig gab es rege Kontakte zwischen Seidler und Schwarzer, die zur Verstärkung der Nebenklage jenen ehemaligen Richter Wolfgang Steffen empfohlen haben soll, der nun als Rechtsbeistand des Zeugen Seidler auftritt und ihn juristisch vor den Angriffen Schwenns schützen soll. Schwenn möchte von Seidler auch erfahren, wie es kommen konnte, dass die Bild-Zeitung aus einem Schriftsatz Steffens zitierte, bevor dieser den Prozessbeteiligten vorgelegt wurde.

Zusammenhang zwischen Trauma und Erinnerungslücken strittig

Für Schwenn ist Seidler ein rotes Tuch, weil der die These vertritt, dass Sabine W. durch die Vorgänge in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar 2010 traumatisiert wurde. Und das Trauma, so Seidlers Argumentation, könne erklären, warum sich seine Patientin nur an wenig Details der mutmaßlichen Vergewaltigung im Schlafzimmer ihrer Wohnung erinnern kann.

Schon jemand, der einen Zusammenhang zwischen Trauma und Erinnerungslücken erörtert, aber kommt Schwenn („das ist fauler Zauber“) verdächtig vor, weshalb er sogar Professorin Luise Greuel als befangen wähnt. Das Gericht aber lehnte am Montag einen Befangenheitsantrag gegen die Bremer Expertin ab, die im Auftrag der Staatsanwaltschaft und mit Zustimmung des früheren Kachelmann-Verteidigers Reinhard Birkenstock ein aussagepsychologisches Gutachten über Sabine W. geschrieben hat.

Vor der Seidler-Vernehmung haben am kommenden Montag die Rechtsmediziner das Wort. Als Gutachter des Gerichts tritt der Heidelberger Professor Rainer Mattern auf. Die Verteidigung bietet den Kölner Professor Markus Rothschild und den Hamburger Professor Klaus Püschel auf.

Es geht nicht zuletzt um die Fragen, ob die Verletzung am Hals von Sabine W. von jenem Messer stammt, das ihrer Aussage nach von Kachelmann als Waffe benutzt wurde, und ob die Blutergüsse an ihren Oberschenkeln sich durch eine Vergewaltigungssituation erklären lassen. Die Verteidigung behauptet, dass sich Sabine W. die Verletzungen, die der Rechtsmediziner Mattern am 9. Februar 2010 dokumentierte, selbst zugefügt hat.

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