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Traudl Engelhorn-Vechiatto ist tot: Enkelin Marlene Engelhorn wird Millionen erben

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Von: Moritz Serif

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Marlene Engelhorn
Millionen-Erbin Marlene Engelhorn hält Steuern zahlen für das Demokratischste überhaupt. © Lorena Sendic Silvera

Marelne Engelhorns Großmutter Traudl Engelhorn-Vechiatto ist im Alter von 94 Jahren verstorben. Das bedeutet, dass der Erbfall eintritt. 

Genf – Traudl Engelhorn-Vechiatto, Großmutter der Millionenerbin Marlene Engelhorn, ist im Alter von 94 Jahren verstorben. Darüber hatte als Erstes der Mannheimer Morgen berichtet. Sie habe zuletzt am Genfer See gelebt und sei „mit einem Seufzer entschlafen“. Die Verlagsbuchhändlerin und Lektorin hatte Peter Engelhorn, einen Urenkel des BASF-Gründers Friedrich Engelhorns, 1955 geheiratet.

Ihr Mann war wichtiger Gesellschafter des Pharma-Unternehmens Boehringer-Mannheim und langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender. Durch den Verkauf der Boehringer Mannheim-Anteile an Roche im Jahr 1997 bekam Engelhorn-Vechiatto mehrere Millarden Euro zugesprochen – zuletzt lag sie auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt auf Platz 687.

Traudl Engelhorn-Vechiatto ist tot: Enkelin Marlene wird erben

Nun wird der Erbfall eintreten. Das bedeutet, dass Marlene Engelhorn das Vermögen ihrer verstorbenen Großmutter erben wird. Bis vor kurzem war noch unklar, wie hoch die genaue Summe ist. 90 Prozent des Geldes möchte die Erbin abgeben. Dabei distanziert sie sich ausdrücklich vom „Spenden-Habitus“. Marlene Engelhorn setzt sich mit ihrer Initiative taxmenow für eine gerechte Besteuerung von reichen Menschen ein. Es sei problematisch, wenn vermögende Personen entscheiden können, was wichtig ist und wo Geld hineingesteckt wird.

Sie fordert unter anderem die Wiedereinführung der Vermögenssteuer für Millionen- und Milliardenvermögen, die beispielsweise in Deutschland ausgesetzt ist. Auch die Erbschaftssteuer müsse in Österreich wieder eingeführt werden. Im Interview mit FR.de sagte Engelhorn: „Es kann nicht sein, dass sich in einer Demokratie selbst ernannte Eliten entwickeln. Für mich ist es keine Frage, warum ich das hergebe oder nicht. Es ist eine Frechheit, dass es nicht besteuert und der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellt wird.“

Marlene Engelhorn will ihr Erbe abgeben

All das habe nichts mit „etwas wegnehmen zu tun“, so die Millionenerbin. Es gebe eine strukturelle Schieflage. „Ich verstehe nicht, warum reichen Menschen das Gesicht herunterfällt, wenn sie Steuern zahlen. Ich halte das für das Demokratischste überhaupt und für etwas, das man mit Stolz erledigen kann. Dadurch wird alles finanziert, was die Strukturen unseres öffentlichen Lebens gewährleistet“, sagte Engelhorn. (Moritz Serif)

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