Baikalsee

Tote und Verletzte nach Hochwasser in Sibirien

Nach Trockenheit und Waldbränden erlebt die Region um den Baikalsee eine weitere Katastrophe: Ortschaften versinken bei Hochwasser, Menschen sterben. Nun steht das russische Militär bereit.

Bei einem schweren Hochwasser in Sibirien mit mehreren Toten und Hunderten Verletzten soll das Militär für die Sicherheit der Bewohner sorgen. Sollte es die Lage erfordern, werde das Verteidigungsministerium Soldaten in die betroffene Region rund um den Baikalsee schicken, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Sonntag in Moskau. Präsident Wladimir Putin habe dies entschieden. Zuvor war bekannt geworden, dass mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen waren. Zudem sollen 600 Bewohner medizinisch betreut worden sein.

Nach tagelangen Regenfällen waren im Irkutsker Gebiet rund 50 Ortschaften in den Fluten versunken. Mehr als 4000 Gebäude, zahlreiche Brücken und Straßen wurden beschädigt oder zerstört. Mehr als 10 000 Menschen seien von den Überschwemmungen betroffen, hieß es. Viele mussten mit Booten und Rettungshubschraubern in Sicherheit gebracht werden. Der Zivilschutz warnte, dass sich die Hochwasserlage wegen anhaltenden Regens noch verschlimmern werde. In den betroffenen Gebieten wurde der Ausnahmezustand verhängt.

Kremlchef Putin reiste am Samstag überraschend in die Stadt Bratsk auf dem Rückweg vom G20-Gipfel in Japan und kündigte rasche Hilfe an. Die Behörden sollten den Menschen rasch und unbürokratisch Hilfe zukommen lassen und die Funktionsfähigkeit der Infrastruktur sowie die Stromversorgung wieder herstellen. Die Bürger bräuchten medizinische Hilfe, Medikamente und etwas zu essen und zu trinken, sagte er.

Zudem müssten weitere Notunterkünfte eingerichtet werden. Kinder sollten in anderen Regionen in Russland in Sommerferienlagern untergebracht werden, Kleinkinder gemeinsam mit ihren Eltern. Sobald sich die Lage entspanne, müsse rasch mit dem Wiederaufbau begonnen werden, sagte Putin.

Durch den Regen trat in mehreren Flüssen das Wasser über die Ufer. Medien berichteten von zahlreichen Vermissten sowie vielen toten Nutztieren, darunter Kühe und Pferde. Im russischen Fernsehen waren dramatische Rettungsszenen und große Zerstörungen zu sehen. Einsatzkräfte brachten Nahrungsmittel und Trinkwasser in die Region. Regierungschef Dmitri Medwedew ordnete zudem die Auszahlung von finanziell gestaffelten Soforthilfen an – für die Hinterbliebenen der Toten, für die Verletzten und für durch Schäden betroffene Bürger.

Die Region kommt seit Monaten nicht zur Ruhe. Zuletzt hatte es in dem Gebiet nach langer Trockenheit auch schwere Waldbrände gegeben, bei denen ebenfalls Häuser zerstört wurden. Bürger klagten, dass in der klimatisch ohnehin schwierigen Region mit einem kurzen Sommer nun auch große Teile des angebauten Obstes und Gemüses zerstört seien. (dpa)

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