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Corona in Deutschland: Mehrheit klagt über gesundheitliche Folgen der Pandemie - und der Lockdowns

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Von: Marc Dimitriu

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Benutzte Buntstifte und ein negativer SARS-CoV-2 Antigentest in einem Federmäppchen
Ende der Corona-Testpflicht: In einigen Bundesländern müssen sich Schülerinnen und Schüler nicht mehr auf Corona testen lassen. © Swen Pförtner/imago

Die Corona-Zahlen gehen runter. Kein Wunder. Die Hälfte aller Kreise meldet am Wochenende keine Daten. In vielen Schulen endet die Corona-Testpflicht. Der News-Ticker zur Corona-Pandemie.

Update vom 24. April, 20.02 Uhr: Zwei Jahre Corona-Pandemie hat Spuren bei vielen Menschen in Deutschland hinterlassen. Die Mehrheit der Erwachsenen (65 Prozent) bemerken gesundheitliche Folgen. So das Ergebnis einer Studie der Betriebskrankenkasse pronova BKK. Die meisten der Befragten klagten über Bewegungsmangel (35 Prozent), Rücken- und Nackenschmerzen (27 Prozent) sowie psychische Probleme (24 Prozent), wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten. 16 Prozent haben mehr Gewicht zugelegt und 13 Prozent den Konsum von Alkohol und Zigaretten gesteigert.

Besonders betroffen von psychische Probleme wie depressive Stimmungen, Ängste oder Aggressionen sind demnach die Unter-30-Jährigen auf. Die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen leide zudem am häufigsten an Rücken- und Nackenschmerzen. Für die Studie wurden im Januar 2022 insgesamt 1.000 Menschen ab 18 Jahren befragt.

Corona-Testpflicht an vielen Schulen endet

Update vom 24. April, 15.38 Uhr: Für die meisten Schüler endet die Corona-Testpflicht. Wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab, ist die Testpflicht bereits in sechs Bundesländern abgeschafft oder mit Beginn der neuen Woche endet. In sechs Ländern läuft sie spätestens zum Monatswechsel aus. Nur in Thüringen (bis 6. Mai) und in Berlin („bis auf weiteres“) wird noch weiter getestet. Aus Hamburg und dem Saarland sind noch keine Entscheidungen über den Umgang mit Tests ab Mai bekannt.

Der Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger kritisiert das Ende der Testpflicht. „Wir sind konfrontiert mit der berechtigten Sorge von Familien, die Risikopersonen und vorerkrankte Kinder im eigenen Haushalt haben“, sagte Meidinger der dpa. Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Andreas Keller, nannte es „fahrlässig“, nach der Abschaffung der Maskenpflicht nun auch auf Tests zu verzichten. „Diese ist die letzte wirksame Präventionsmaßnahme, die einen Beitrag leistet, die Gesundheit der Beschäftigten, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern zu schützen. Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei“, sagte Keller.

Corona-Inzidenz bei 807,0

Update vom 24. April, 15.08 Uhr: Die bundesweite Corona-Inzidenz liegt am Sonntag bei 807,0. Binnen 24 Stunden sind 39.179 Coronavirus-Neuinfektionen und 24 Todesfälle in Verbindung mit Sars-CoV-2 gemeldet worden. Das geht aus den Daten des Covid-19-Dashboards am Sonntag hervor.

Corona in Deutschland: So ist die Lage am Sonntag (24. April 2022)

Drei Bundesländer weisen an diesem Sonntag keine neuen Fälle oder auch Todesfälle aus: Brandenburg, Sachsen und Thüringen. Aus Niedersachsen (1 Corona-Fall) und Baden-Württemberg (2 Corona-Fälle) sind kaum Meldungen an das Robert-Koch-Institut (RKI) eingegangen. Von 411 Regionen in Deutschland gehen aus 216 Kreisen keine neuen Corona-Daten – also weder Neuinfektionen noch Todesfälle – beim RKI ein, berichtet der Nachrichtensender ntv online.

Auf den Intensivstationen in Deutschland werden derzeit 1.552 Corona-Patienten behandelt, davon müssen 628 künstlich beatmet werden. Das geht aus den Daten des DIVI-Intensivregisters am Sonntag (Stand: 15.05 Uhr) hervor.

Corona in Deutschland: Fällt die Isolationspflicht?

Update vom 23. April, 12.30 Uhr: Fällt ihn Deutschland die Isolationspflicht für Infizierte mit dem Coronavirus bald vollständig weg? Nachdem Gesundheitsminister Karl Lauterbach entsprechende Pläne Anfang April noch einkassiert hatte, eröffnet vor allem die FDP die Diskussion nun erneut. Andere europäischen Länder hätten diesen Weg bereits bestritten und die Isolationspflicht abgeschafft. Deutschland solle diesem Vorbild nach Ansicht der FDP nun folgen.

Corona-Inzidenz steigt weiter an: weiterhin hohe Dunkelziffer vermutet

Update vom 23. April, 7 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist im Vergleich am vierten Tag in Folge gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 821,7 an.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 733,4 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 876,5 (Vormonat: 1734,2). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 135 079 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 37 568 registrierte Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 234 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 29 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 24 141 333 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Hamburg meldet Infektionszahlen nur noch wöchentlich - pandemische Lage läuft aus

Update vom 22. April, 12.06 Uhr: Die Hamburger Gesundheitsbehörde wird künftig nur noch wöchentlich über den Verlauf der Corona-Pandemie berichten. Mit dem Auslaufen der von der Bürgerschaft festgestellten pandemischen Lage werde auch die tägliche Veröffentlichung der Zahlen eingestellt, sagte Behördensprecher Martin Helfrich am Freitag. Ab Mai würden dann immer dienstags im Internet die Sieben-Tage-Inzidenz, die Zahl der Infizierten in den Hamburger Krankenhäusern und die der Corona-Intensivpatienten veröffentlicht.

Die von der Bürgerschaft genutzte Hotspot-Regel zur Verlängerung der Corona-Maßnahmen in Hamburg läuft zum 30. April aus. Über das weitere Vorgehen wird der Senat am kommenden Dienstag beraten. Es wird aber nicht erwartet, dass es eine weitere Verlängerung geben wird. Damit würden dann auch in Hamburg ab dem 1. Mai fast alle Corona-Maßnahmen wegfallen.

Als Grund für die Umstellung der Berichte über die Corona-Zahlen nannte Helfrich zum einen die mit dem Wegfall der Maßnahmen absehbar weiter sinkende Zahl der Corona-Tests. Zudem dürfte sich das Infektionsgeschehen durch saisonale Effekte zum Sommer hin weiter entspannen.

Experten sekptisch bei Viertimpfung - Nicht für jeden sinvoll

Update vom 22. April, 9.30 Uhr: Experten zeigen sich in der Debatte um eine Ausweitung der Empfehlung zu Corona-Viertimpfungen weiter sehr skeptisch. Einen kompletten Schutz vor einer Infektion durch wiederholtes Boostern erreichen zu wollen, sei vermutlich kein realistisches Ziel, sagte Christoph Neumann-Haefelin, Leiter der Arbeitsgruppe Translationale Virusimmunologie am Universitätsklinikum Freiburg am Donnerstagnachmittag in einer Videoschalte. „Das Ziel der Booster-Impfung muss sein, die verschiedenen Personengruppen vor wirklich schweren Infektionsverläufen zu schützen.“

Bei gesunden Menschen ohne Immunproblem halte eine relativ robuste T-Zell-Antwort schon nach der zweiten Impfung fast ein Jahr an, schilderte Neumann-Haefelin. Die erste Auffrischimpfung erhöhe vorübergehend noch einmal den Schutz, auch durch gesteigerte Spiegel von Antikörpern, und trage zu dessen Dauer bei.

Sogenannte neutralisierende Antikörper können - wenn ausreichend vorhanden - bereits eine Infektion unterbinden, sie sind quasi die erste Abwehrlinie im Körper. T-Zellen hingegen sind wichtig für den Schutz vor schweren Verläufen. Nach Corona-Impfungen sinken die zunächst angestiegenen Spiegel neutralisierender Antikörper im Blut recht schnell wieder ab. Für den Schutz vor einer Infektion mit der Ende 2021 aufgekommenen Omikron-Variante sind deutlich höhere Spiegel nötig als bei früheren Varianten - auch deshalb war die Booster-Kampagne in Deutschland ausgeweitet worden.

Das Abfallen der Antikörperspiegel nach einer Infektion oder Impfung sei „ein ganz normaler Vorgang“, sagte der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin, Andreas Radbruch. Was in der Diskussion oft zu kurz komme: Es sei dann zwar weniger Masse vorhanden, aber die Qualität der Antikörper nehme zu - „und zwar ganz drastisch“. Dieser sehr wichtige Prozess (Affinitätsreifung) dauere etwa ein halbes Jahr und könne nicht abgekürzt werden: Wer nun einen zweiten Booster in Erwägung ziehe, könne vor diesem Hintergrund „gut warten bis zum Herbst“. Unter dem Strich beschrieb Radbruch die Impfung als „extrem effizient“, ein langanhaltender Schutz sei anzunehmen.

Corona in Deutschland: Inzidenz steigt weiter - Anzahl der PCR-Tests nimmt deutlich ab und führt zu Problemen

Erstmeldung vom 22-April 2022:

Berlin - Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist im Vergleich zum Vortag erneut gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab sie am Freitagmorgen (22. April) mit 733,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 720,6 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1001,5 (Vormonat: 1733,4).

Corona in Deutschland: Inzidenz nimmt nach Meldestopps wieder zu

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 161.718 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 156.864 registrierte Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 289 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 212 Todesfälle. Die Hospitalisierungs-Inzidenz gab das RKI am Donnerstag mit 4,24 an (Mittwoch mit 3,71). Auch hierbei gibt es Tage mit lückenhaften Meldungen. In dem Wert erfasst sind auch viele Menschen mit positivem Corona-Test, die eine andere Haupterkrankung haben.

Bei den Werten ist zu berücksichtigen, dass einzelne Länder nicht an jedem Wochentag Daten melden, am Wochenende zum Beispiel Baden-Württemberg, Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen nicht oder nicht vollständig. Das wiederum führt zu Nachmeldungen an Folgetagen. Ein Vergleich von Tageswerten wird damit zunehmend schwierig. Zudem gehen Experten seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik.

Immer weniger PCR-Tests durchgeführt: Nur noch halb so viele Tests vor Ostern

Der RKI-Wochenbericht zeigt auch, dass in mehr als 200 Laboren bundesweit zuletzt immer weniger PCR-Tests durchgeführt wurden, auf denen die offiziellen Statistiken beruhen: Nachdem die Anzahl im März teils sehr deutlich mehr als 2 Millionen pro Woche betragen hatte, waren es in der Woche vor Ostern nur noch rund 1,1 Millionen. Der deutliche Rückgang sei auch mit bedingt durch den Feiertag Karfreitag, schreibt das RKI. Laut Bericht fiel mehr als jeder zweite Test (rund 55 Prozent) positiv aus, das ist ungefähr so viel wie im März. Es werden vorrangig Menschen mit Symptomen getestet. (md mit dpa)

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