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Vulkanausbruch vor Tonga: Offizielles Video zeigt Verwüstung

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Von: Kerstin Kesselgruber, Lukas Zigo

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Die Pazifikinseln um die Hauptinsel Tonga sind nach dem Vulkanausbruch wieder erreichbar. Ein offizielles Video des Konsulats zeigt die dramatische Zerstörung.

Update vom Freitag, 21.01.2022, 07.27 Uhr: Eine knappe Woche nach dem gewaltigen Vulkanausbruch vor Tonga schicken immer mehr Staaten Hilfsgüter in das teilweise schwer verwüstete Königreich. So will Großbritannien mit Neuseeland und Australien zusammenarbeiten, um Trinkwasser, Zelte und Schutzausrüstung anzuliefern, teilte Außenministerin Liz Truss am Freitag (21.02.2022) mit.

Die humanitäre Hilfe solle die zum Commonwealth gehörende Pazifik-Nation dabei unterstützen, die Folgen des „katastrophalen Ereignisses“ zu bewältigen. Am Freitag soll auch ein Schiff der britischen Royal Navy von Tahiti aus in See stechen, das unter anderem Wasser und medizinische Ausrüstung transportiert.

Nach dem Vulkanausbruch vor Tonga werden Hilfsgüter aus einem Hercules-Flugzeug ausgeladen.
Nach dem Vulkanausbruch vor Tonga werden Hilfsgüter aus einem Hercules-Flugzeug ausgeladen. © NZDF/dpa

Das Konsulat von Tonga bei der EU veröffentlichte Videoaufnahmen, die die schweren Schäden zeigen, die der bis zu 15 Meter hohe Tsunami in dem Südsee-Archipel angerichtet hat. Viele Häuser vor allem in Küstennähe waren völlig zerstört, Vegetation niedergerissen, auf den Straßen lag eine Ascheschicht. Mindestens drei Menschen kamen ums Leben. Das Trinkwasser ist größtenteils verschmutzt. Die Regierung rief den Notstand aus.

Zerstörung nach Vulkanausbruch vor Tonga: Queen ist „schockiert“

+++ 16.00 Uhr: Queen Elizabeth II. (95) hat dem König von Tonga wegen der Folgen der gewaltigen Eruption eines unterseeischen Vulkans ihr Beileid ausgesprochen. „Ich bin schockiert und traurig über die Auswirkungen des Vulkanausbruchs und des Tsunamis in Tonga“, schrieb die Monarchin an König Tupou VI., wie der Buckingham-Palast in London am Donnerstag mitteilte. Sie sende Gedanken und Gebete. „Es muss unglaublich schwierig sein für diejenigen, die Freunde und Familie nicht kontaktieren können, während die Kommunikation unterbrochen ist, und ich hoffe, dass sie bald wiederhergestellt wird“, hieß es in der Mitteilung weiter.

Die gewaltige Eruption des Vulkans Hunga-Tonga-Hunga-Ha‘apai, der nur 65 Kilometer nördlich von Tongas Hauptstadt Nuku‘alofa liegt, hatte eine Wolke aus Asche und Gas rund 20 Kilometer in die Höhe geschleudert. Auf den teilweise sehr abgelegenen Inseln Tongas, die mit einer Ascheschicht bedeckt sind, gibt es schwere Schäden. Mindestens drei Menschen kamen ums Leben.

Nach Ausbruch von Untersee-Vulkan im Pazifik-Raum
Mitarbeiter des Geologischen Dienstes von Tonga beobachten und überwachen den Ausbruch des Vulkans aus sicherer Entfernung. © Tonga Geological Services/dpa

Vulkanausbruch vor Tonga: Erstes Flugzeug mit dringend benötigtem Trinkwasser landet

+++ 08.30 Uhr: Die ersten Flüge mit dringend benötigten Hilfsgütern sind fünf Tage nach dem verheerenden Tsunami in dem Pazifikstaat Tonga eingetroffen. Offiziellen Angaben zufolge landeten Militärmaschinen aus Australien und Neuseeland am Donnerstag (20.01.2022) auf dem erst kurz zuvor von Vulkanasche befreiten Flughafen auf der Hauptinsel Tongatapu. Sie lieferten wichtige Güter wie Trinkwasser, Notunterkünfte, Generatoren und Hygieneprodukte, sagte die neuseeländische Außenministerin Nanaia Mahuta.

Die Flugzeuge brachten Telekommunikationsausrüstung für das abgelegene Land, das durch den Ausfall eines Unterseekabels nur sehr eingeschränkt mit der Außenwelt kommunizieren kann. Die ersten Bilder, die aus Tongas Hauptstadt Nuku'alofa übermittelt wurden, zeigen verbrannte Gebäude, umgestürzte Mauern und mit Felsbrocken, Baumstämmen und anderen Trümmern übersäte Straßen. Die Behörden hatten nach dem Vulkanausbruch die mit einer bis zu 15 Zentimeter dicken Ascheschicht Landebahn auf dem Flughafen in den vergangenen Tagen mühsam freigeräumt. Nachdem dieses Hindernis nun beseitigt ist, beeilen sich die Länder, Hilfe zu schicken. Japan hat die Entsendung von zwei C-130-Flugzeugen angekündigt, und Länder von China* bis Frankreich* haben zugesagt, dass sie ebenfalls Hilfe leisten werden.

Rachael Moore (l.), Hochkommissarin Australiens für Tonga, und Fekitamoeloa ‚Utoikamanu, Außenminister von Tonga, bei der Ankunft des ersten Militärtransportflugzeugs, das humanitäre Hilfe aus Australien liefert.
Rachael Moore (l.), Hochkommissarin Australiens für Tonga, und Fekitamoeloa Utoikamanu, Außenminister von Tonga, bei der Ankunft des ersten Militärtransportflugzeugs, das nach dem Vulkanausbruch humanitäre Hilfe aus Australien auf die Inseln liefert. © Australian Defence Force/dpa

Vulkanausbruch vor Tonga: Erstes Flugzeug mit dringend benötigtem Trinkwasser unterwegs

Update vom Donnerstag, 20.01.2022, 06.55 Uhr: Sechs Tage nach der Eruption eines Untersee-Vulkans vor Tonga ist der Flughafen des Südsee-Archipels wieder funktionsfähig. Nachdem die Landebahn von der dicken Ascheschicht befreit worden sei, mit der der Hunga-Tonga- Hunga-Ha‘apai die gesamte Inselgruppe überzogen hat, sei ein Flugzeug mit Hilfsgütern aus Neuseeland auf dem Weg in die Hauptstadt Nuku‘alofa, teilte die Regierung in Wellington am Donnerstag (20.01.2022) mit.

An Bord der Maschine des Typs Hercules seien neben dringend benötigtem Trinkwasser auch provisorische Unterkünfte, Generatoren, Hygiene-Kits sowie Kommunikationsausrüstung, sagte Außenministerin Nanaia Mahuta. Zwei Marineschiffe mit Hilfslieferungen sind ebenfalls aus dem 2300 Kilometer entfernten Neuseeland unterwegs zum Archipel. Das erste könnte noch im Laufe des Tages ankommen, hieß es.

In dem polynesischen Inselreich, in dem es bisher so gut wie keine Corona-Fälle gab, ist aber die Sorge groß, dass ausländische Helfer das Virus einschleppen könnten. Tonga hatte im März 2020 seine Grenzen geschlossen und sich seither von der Außenwelt weitgehend abgeschottet. Um die Bevölkerung nicht zu gefährden, soll es keinen direkten Kontakt zwischen den Insassinnen und Insassen der Maschine und den Menschen auf Tonga geben. „Die Lieferung von Hilfsgütern erfolgt kontaktlos. Das Flugzeug wird voraussichtlich etwa 90 Minuten am Boden bleiben, bevor es nach Neuseeland zurückkehrt“, erklärte Neuseelands Verteidigungsministerin Peeni Henare.

Nach dem Vulkanausbruch: Auf diesem von den australischen Streitkräften zur Verfügung gestellten Foto hebt ein Chinook-Transporthubschrauber am Mittwoch ab, um in Tonga humanitäre Hilfe zu leisten.
Nach dem Vulkanausbruch: Auf diesem von den australischen Streitkräften zur Verfügung gestellten Foto hebt ein Chinook-Transporthubschrauber am Mittwoch ab, um in Tonga humanitäre Hilfe zu leisten. © Lsis David Cox/dpa

Tsunami in Tonga: Durch Vulkanausbruch droht jetzt eine Hungersnot

Update vom 19.01.2022, 14.50 Uhr: Die durch den Vulkanausbruch von der Außenwelt abgeschnittene Inselgruppe Tonga konnte laut UN-Krisenkoordinator Jonathan Veitch die Landebahn des Flughafens auf der Hauptinsel Tongatapu wieder freiräumen. Somit könnten ab Donnerstag (20.01.2022) die ersten Hilfsflüge im Pazifikstaat landen. Auch die internationale Kommunikation ist teilweise wiederhergestellt.

Praktisch alle 100.000 Einwohnerinnenn und Einwohner Tongas waren betroffen. Das Zusammenspiel aus Vulkanasche und dem Salzwasser des Tsunamis beeinträchtigte die Wasserversorgung, die Bevölkerung ist dringend auf Trinkwasser und Lebensmittel angewiesen. Katie Greenwood von der internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften warnte bereits vor der „wachsenden Gefahr durch Cholera und Durchfall“.

Zunächst verhinderte eine Aschedecke auf der Landebahn des Flughafens das Landen von Hilfsflügen. Zwei Marineschiffe aus Neuseeland mit Wasservorräten und einer Entsalzungsanlage könnten ab Freitag im Archipel eintreffen. In Kürze sollte ein australisches Schiff mit Hubschrauber-Landeplätzen zu der rund fünftägigen Fahrt nach Tonga aufbrechen.

Tonga Tsunami: Durch Vulkanausbruch droht jetzt eine Hungersnot

Erstmeldung vom 19.01.2022, 11.32 Uhr: Wellington – Nach dem Ausbruch eines Unterwasservulkans*, den man selbst aus dem Weltall beobachten konnte, sind alle 169 Inseln der Tonga-Region mit Asche bedeckt. Der Ausbruch war einer der schwersten seit Jahrzehnten. Aufgrund eines beschädigten Untersee-Kabels ist Tonga von der Außenwelt abgeschnitten, Kommunikation erfolgt per Satellitentelefon. Auch Flugzeuge könne dort aktuell nicht landen, da eine Ascheschicht die Landebahn des Flughafens bedeckt*. Rund 200 Menschen mit Schaufeln und Schubkarren fegen das Gelände, damit Flugzeuge Lebensmittel und Trinkwasser zu den pazifischen Inseln bringen können.

Über dem Vulkan Hunga Ha‘apai steigt in nordöstlicher Richtung eine große Asche-, Dampf- und Gaswolke bis in eine Höhe von 18-20 km über dem Meeresspiegel auf.
Über dem Vulkan Hunga Ha‘apai steigt in nordöstlicher Richtung eine große Asche-, Dampf- und Gaswolke bis in eine Höhe von 18-20 km über dem Meeresspiegel auf. © Tonga Geological Services/dpa

Australien und Neuseeland haben Marineschiffe entsandt, um Hilfslieferungen in das per Schiff drei bis fünf Tage entfernte Inselreich zu bringen. Bislang wurden drei Todesfälle gemeldet – zwei Staatsangehörige Tongas und eine Frau aus Großbritannien*. Den Ausbruch, der Gas-, Rauch- und Trümmerwolken des Vulkans bis zu 20 km in den Himmel schleuderte, beschrieb die tonganische Regierung als „beispiellose Katastrophe“.

UN-Vertreter: Guter Räumungs-Fortschritt auf Hauptinsel Tongatapu

Die Beseitigung der Asche habe sich als schwieriger erwiesen als gedacht, es seien aber gute Fortschritte erzielt worden und man hoffe, dass die Flüge bald wieder aufgenommen werden können, sagte der UN-Vertreter Jonathan Veitch in der Region Tonga am Mittwochmorgen (19.01.2022). „Wir dachten, er würde (Dienstag) in Betrieb sein, aber er wurde noch nicht vollständig geräumt, weil mehr Asche gefallen ist“, äußerte Veitch gegenüber Reportern.

Veitch fand auch lobende Worte für die schnelle Reaktion Neuseelands und Australiens bei der Entsendung von Hilfsgütern über Marineschiffen. Diese besäßen die Fähigkeit, Meerwasser zu entsalzen und somit die lokale Bevölkerung mit frischen Lebensmitteln und Trinkwasser zu versorgen. Er wies darauf hin, dass die Schiffe „einen Großteil unserer Wasser- und Sanitärversorgung“ transportierten und beschrieb die Situation auf der Insel als „sehr schwierig“.

Vulkanausbruch bei Tonga (17.01.2022)
Grafik-Karte: Vulkanausbruch bei Tonga © dpa-infografik GmbH

Neuseelands Verteidigungsminister: „dauert etwa drei bis vier Tage, um nach Tonga zu segeln“

Peeni Henare, Neuseelands Verteidigungsminister, sagte der BBC, sein Land habe kürzlich zwei Marineschiffen entsandt, die in den kommenden Tagen in Tonga eintreffen sollen. „Es dauert etwa drei bis vier Tage, um nach Tonga zu segeln, und sie werden große Mengen an Wasser, Lebensmitteln und medizinischer Versorgung mit sich führen“, sagte er.

Nachdem das einzige Unterseekabel, das Tonga mit dem Rest der Welt verbindet, bei der Eruption am Samstag (15.01.2022) durchtrennt wurde, ist die Kommunikation mit der Insel weitgehend unterbrochen. Viele Tonganer im Ausland warten seitdem auf Nachrichten von ihren Angehörigen.

Covid-Freies Tonga: Behörden besorgt, Hilfsgüter könnten das Coronavirus einschleppen

Die tonganischen Behörden brachten ihre Besorgnis darüber zum Ausdruck, dass sich durch die Lieferungen das Coronavirus* ausbreiten könnte. Das Land hatte erst im Oktober seinen ersten Fall zu verzeichnen. Wie die Vereinten Nationen erklärten, sei derzeit unklar, ob Personal zur Unterstützung entsandt werden könne. Lieferungen von Wasser und Lebensmitteln seien allerdings möglich, da der Hafen der Hauptinsel weiterhin funktionsfähig sei.

Lieferungen von Lebensmitteln wurden priorisiert, als berichtet wurde, die Lebensmittelvorräte in den Geschäften würden zur Neige gehen. Der Vulkanausbruch vom Samstag war bis in die USA* zu spüren. In Peru ertranken zwei Menschen in den ungewöhnlich hohen Wellen, während die Strände in der Nähe der Hauptstadt Lima nach einer Ölpest gesperrt wurden. Noch im 8.000 Kilometer entfernten Japan wurden Tsunami Warnungen für die östlichen Küstenregionen ausgegeben. (lz)*fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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