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Der Hauptangeklagte vor Gericht.

Prozessbeginn

Tödliches Autorennen in Moers – Junge Männer vor Gericht

Eine 43-jährige unbeteiligte Frau wurde im vergangenen Jahr Opfer eines mutmaßlichen illegalen Autorennens. Nun beginnt der Prozess gegen zwei Autofahrer.

Nach einem mutmaßlichen illegalen Autorennen mit einem unbeteiligten Todesopfer im nordrhein-westfälischen Moers hat am Montag der Prozess gegen zwei junge Männer begonnen. Die beiden 22-Jährigen aus Duisburg haben sich laut Anklage im vergangenen April in Moers mit ihren über 500 PS starken Autos ein Rennen geliefert.

Einer der beiden erreichte demnach eine Spitzengeschwindigkeit von über 160 Kilometer pro Stunde. In einem Kreuzungsbereich krachte er gegen den Kleinwagen einer 43-jährigen Frau, die drei Tage später starb, wie die Staatsanwaltschaft am Montag beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Kleve erklärte.

Er ist des Mordes und der Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge angeklagt. Laut Anklage hatte er keinen Führerschein und war mit dem Auto des Vaters unterwegs, einem Mercedes-AMG. Der andere angeklagte 22-Jährige ist der Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge angeklagt. Der Unfall ereignete sich im vergangenen April.

Dem Todesfahrer sei es gleichgültig gewesen, dass im Falle eines Unfalls Menschen sterben könnten, begründete Staatsanwältin Julia Pöschel die Mordanklage. Er habe die Gefahr für Leib und Leben anderer Menschen in Kauf genommen. Er habe mit einem Zusammenstoß rechnen müssen.

Anwalt Thilo Pfordte sagte dagegen, der 22-Jährige sei sich der Gefahr bewusst gewesen, habe aber darauf vertraut, dass es nicht zu einem Unfall komme. Es sei davon ausgegangen, „dass alles gut gehen würde“. Der zweite Angeklagte erklärte über seinen Anwalt, dass er der Fahrer des zweiten Fahrzeugs, einen Range Rover, gewesen sei und dass aus seiner Sicht ein Rennen stattgefunden habe. (dpa)

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