Wegen Mordes angeklagt

Tod von George Floyd: Angeklagter Derek Chauvin hinterlegt Million-Kaution

  • vonMirko Schmid
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Der als mutmaßlicher Mörder von George Floyd angeklagte Ex-Polizist Derek Chauvin ist auf Kaution auf freiem Fuß. Ihm droht eine empfindliche Gefängnisstrafe.

  • Derek Chauvin wird vorgeworfen, George Floyd ermordet zu haben, indem er ihm mit dem Knie die Sauerstoffzufuhr abdrückte.
  • Gegen die Hinterlegung von einer Million US-Dollar als Kaution ist er nun auf wieder auf freiem Fuß.
  • Chauvin und seinen mitangeklagten ehemaligen Polizeikollegen wird unter anderem Mord sowie Beihilfe zum Mord an George Floyd vorgeworfen.

USA - Derek Chauvin ist frei. Dem ehemaligen Polizeibeamten aus Minneapolis wird vorgeworfen, George Floyd ermordet zu haben. Seinem Anwalt Eric Nelson zufolge hat Chauvin eine Million US-Dollar als Kaution hinterlegt.

Derek Chauvin ist auf Kaution frei, ihm wird Mord an George Floyd vorgeworfen

Der unter Derek Chauvins Knie gestorbene George Floyd ist inzwischen eine Ikone der Black Lives Matter-Bewegung

„Ich kann bestätigen, dass er nicht mehr in unserer Obhut ist“, erklärte Sarah Fitzgerald, Sprecherin des Justizministeriums von Minnesota. Chauvin, der George Floyd ermordet haben soll, indem er ihm mit dem Knie die Luftzufuhr abdrückte, wurde kurz nach 11 Uhr freigelassen. Das geht aus einer Liste der Gefängnisse in Hennepin County hervort. Seine Freilassung war laut Aufzeichnungen an zahlreiche Bedingungen geknüpft, deren Einzelheiten bisher nicht bekannt gemacht wurden, berichtet der US-Fernsehsender CNN.

Die Gefängnisaufzeichnungen belegen auch, dass Derek Chauvin einen Kautionsagenten dafür bezahlt hat, seine Kaution zu hinterlegen. Nach dem Gesetz von Minnesota können Kautionsagenten maximal zehn Prozent der Kaution in Rechnung stellen - in diesem Fall bis zu 100.000 US-Dollar.

Derek Chauvin hatte George Floyd acht Minuten am Atmen gehindert

Chauvin sieht sich infolge des tragischen Todes von George Floyd am 25. Mai 2020 mit einer Anklage wegen Mordes zweiten Grades, Mordes dritten Grades und Totschlags zweiten Grades konfrontiert. Ein Video, das weltweit für Entsetzen gesorgt hat und die Black Lives Matter-Bewegung zu einem Massenphänomen werden ließ, zeigt Chauvin, der fast acht Minuten lang auf George Floyds Hals kniet. Chauvin lässt auch nicht von George Floyd ab, als dieser ihm und drei anderen Polizisten mitteilt, dass er nicht atmen könne.

George Floyds Tod löste weltweit Empörung aus, Demonstranten in vielen amerikanischen Städten und vielen Regionen weltweit prangerten Polizeibrutalität und rassistische Ungerechtigkeit an. Im August beantragte Derek Chauvin, die Anklage abzuweisen, da es seiner Meinung nach keine plausiblen Gründe gäbe, sie aufrecht zu erhalten.

Staatsanwaltschaft spricht von grausamer Tat von Derek Chauvin an George Floyd

Die Staatsanwälte argumentieren, dass Floyds Ermordung so grausam gewesen sei, dass sie sich für den Fall, dass Chauvin und dessen mitangeklagte ehemaligen Polizeikollegen verurteilt werden, eine strengere Verurteilung wünschen, als es die empfohlenen Richtlinien erlauben. Ein erschwerender Umstand sei es, dass George Floyd bereits Handschellen angelegt bekommen hatte, als die Beamten ihn zu Boden drückten und Derek Chauvin sich auf ihn kniete.

Laut der Staatsawaltschaft wurde „Mr. Floyd mit besonderer Grausamkeit behandelt“. Trotz seinen flehentlichen Bitten, ihm das Atmen zu ermöglichen, trotz seiner Warnung er würde sterben, trotz der vielen Augenzeugen, welche die Polizisten baten, von George Floyd abzulassen und ihm zu helfen, hätten Derek Chauvin und seine ehemaligen Kollegen Floyd weiter zu Boden gedrückt. 

Auch an der Tat beteiligte Kollegen von Chauvin entlassen - Allen wird der Prozess gemacht

Alle vier Offiziere wurden entlassen. Die übrigen drei ehemaligen Polizisten, J. Alexander Kueng, Thomas Kiernan Lane und Tou Thao, werden beschuldigt, Mord zweiten Grades und Totschlag zweiten Grades unterstützt und begünstigt zu haben.
Auch sie haben Anträge auf Abweisung der gegen sie erhobenen Anklage gestellt. (Von Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © ANGELA WEISS/afp

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