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Spiel, Satz, Sieg?

Boris Becker

Ein Titel schützt vor Torheit nicht

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Warum der insolvente Tennisstar auf diplomatische Immunität setzt.

Ein Titel schützt vor Torheit nicht – im Falle des „Sonderattachés der Zentralafrikanischen Republik für Sport und kulturelle Angelegenheiten in der Europäischen Union“ drängt sich das feierliche Zitieren dieser leicht abgewandelten Variante eines beliebten Sprichworts förmlich auf. Boris Becker (50) als Sonderattaché für kulturelle Angelegenheiten eines der ärmsten Länder? Schon oft, hallt es nun durch die Medienwelt, habe sich gezeigt, dass selbst die durchsichtigsten Manöver von Erfolg gekrönt sind. Und so wie sich der offiziell insolvente Tennisgott a.D. bis ins Hier und Jetzt durchgebissen hat, versucht er nun offenbar, sich dank Immunität dem Zugriff seiner Gläubiger entziehen. Getreu dem Motto: Spiel, Satz, Sieg?

Becker selbst gab sich in dieser Causa alle Mühe, dem Winkelzug seiner Anwälte den Ruch eines dreisten Taschenspielertricks oder einer letzten Verzweiflungstat zu nehmen. Für den dreimaligen Wimbledonsieger ist es eine erzwungene Abwehrreaktion eines ungerecht Behandelten: „Die Entscheidung, ein Insolvenzverfahren gegen mich zu eröffnen, war gleichermaßen ungerechtfertigt wie unrechtmäßig“, wird Becker von der Nachrichtenagentur Press Association zitiert: „Ich habe jetzt diplomatische Immunität geltend gemacht, denn dazu bin ich in der Tat verpflichtet, um diese Farce zu einem Ende zu bringen, damit ich anfangen kann, mein Leben wieder aufzubauen.“

Beckers Anwalt Oliver Moser betonte, sein Mandant habe das diplomatische Amt nicht übernommen, „um auf diese Weise das Insolvenzthema zu lösen“. Becker sei von der Aufgabe „nach wie vor inhaltlich überzeugt“ und habe bisher vergeblich versucht, mit der Gläubigerbank zu einer Lösung zu kommen, die Bank habe sich aber „jeglichem vernünftigen Kompromiss“ verweigert. „Deshalb nun dieser Schritt, der zugegebenermaßen ungewöhnlich ist“, sagte Moser. mit sid

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