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Blutdurstig!

Kolumne

Tigermücke bedroht Deutschland

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Die Tigermücke ist unersättlich: Sie hat nicht nur zwei lateinische Namen , sondern weitet auch ihren Lebensraum immer weiter aus. Mückenjäger schlagen nun Alarm. Der Tigermoskito könnte bald in Deutschland heimisch werden.

Die Tigermücke ist – wie es sich für einen echten Blutsauger gehört – unersättlich: Sie hat nicht nur zwei lateinische Namen (Aedes albopictus und Stegomyia albopicta), sondern weitet auch ihren Lebensraum immer weiter aus. Eigentlich in den südostasiatischen Tropen und Subtropen beheimatet, gefällt es dem sirrenden Plagegeist inzwischen auch in Südamerika, Afrika und Europa ganz gut. Mückenjäger schlagen nun Alarm. Der Tigermoskito könnte bald in Deutschland heimisch werden. Gerade erst sei eine stabile Population mit Larven, Puppen und Weibchen in Freiburg entdeckt worden, warnt der wissenschaftliche Direktor der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs), Norbert Becker.

Na und, könnte man jetzt einwenden, warum sollen nur wir Menschen nach Thailand, Laos und Kambodscha reisen dürfen? Lasst doch auch die Viecher frei herumfliegen. Die Tigermücke jedoch ssssssstört nicht nur unseren Schlaf so wie ihre europäischen Artgenossen, sondern hat auch eine ganze Reihe unangenehmer exotischer Krankheiten im Gepäck: etwa das Chikungunya- oder das Denguefieber, die dem Betroffenen hohes Fieber und starke Gelenkschmerzen bescheren. Gegen beides kann man sich nicht impfen lassen.

In Italien hat sich die Tigermücke bereits vor einigen Jahren niedergelassen. Die Freiburger wollen das Unheil noch abwenden. „Wir versuchen, die Population jetzt in Schach zu halten“, sagt Aktivist Becker von der Kabs. Eine Art gelte als etabliert, wenn sie im Freiland drei Generationen hervorbringe. Und weil der Moskito aus Asien schon vergangenes Jahr in der Freiburger Gartenanlage gesichtet wurde, ist die Sache langsam ernst. Damit die Insekten sich nicht in den Regenwassertonnen vermehren können, haben die Schnakengegner Schädlingsbekämpfungsmittel in Tablettenform verteilt.

Schuld an der Misere sind die üblichen Verdächtigen: der Klimawandel und die Globalisierung. Dennoch versichert Becker: Es bestehe kein Grund zur Panik.

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