Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Schweine sind in Kindersitzen geschnallt und werden gegen eine Wand geschleudert.
+
Chinesische Wissenschaftler führten Crashtests mit lebenden Schweinen durch.

Autotests

Grausame Tierversuche: Lebendige Schweine für Crashtests missbraucht

  • Zülal Acar
    vonZülal Acar
    schließen

Wissenschaftler verwenden in simulierten Autotests künstliche Crashtest-Dummys für Sicherheitsstudien. Doch in China wurden auch lebende Schweine dafür benutzt.

Beijing - Schon geringere Geschwindigkeiten reichen aus, um als Insasse bei einem Autounfall lebensgefährlich verletzt zu werden. Deshalb muss die Sicherheit eines Fahrzeugs im Vorfeld genauestens überprüft werden. Wissenschaftler arbeiten mit sogenannten Crashtest-Dummys, also lebensechten Puppen, um die Sicherheit von Autos zu testen (*FNP berichtete) - ohne, dass dabei jemand oder etwas verletzt wird. Doch im vergangenen Jahr sind Fotos von Schweinen aufgetaucht, die als lebende Crashtest-Dummys in Kindersitzen sterben mussten. Die Bilder des „International Journal of Crashworthiness“ sind verstörend.

Crashtests: Seit den 90ern offiziell keine Tierversuche

Bevor es so etwas wie Crashtest-Dummys gab, setzten Ingenieure noch menschliche Leichen ein, um in simulierten Autounfällen Tests durchzuführen. Da diese Leichen jedoch oft alte Männer waren, ergaben sich keine repräsentativen Studien aus den Tests. Außerdem war die Beschaffung menschlicher Leichen oftmals schwer.

1949 wurde erstmals ein künstlicher Crashtest-Dummy mit dem Namen „Sierra Sam“ für die Tests von Schleudersitzen und Gurten der US-Luftwaffe gebaut. Mittlerweile gibt es Crashtest-Dummys für die meisten Menschen- und Körpertypen, wobei die Tests mit ihnen nach wie vor nicht ausreichend sind.

Denn sie zeigen mögliche Unfallschäden an inneren Organen nicht an. Ein moderner Dummy kostet jedoch schonmal mehr als 100.000 Euro. Seit den 1950er Jahren wurden auch vermehrt lebende Tiere als Crashtest-Dummys eingesetzt. Die Wissenschaftler wollten die Überlebenschancen verschiedener Unfälle an ihnen testen. Viele Tierrechtler protestierten dagegen. Nach offiziellen Angaben gibt es seit Mitte der 1990er keine Tierversuche mehr durch größere Autohersteller.

Crashtests mit lebenden Schweinen: Tiere bekamen kein Futter und Wasser

Allerdings tauchten 2019 im „International Journal of Crashworthiness“ Bilder von lebenden Schweinen auf, die für Crashtests in Kindersitzen eingesetzt worden waren. Für die Tierversuche* wurden junge Schweine in Kindersitze geschnallt und mit etwa 48 Kilometern pro Stunde gegen eine Wand gefahren.

Viele Tiere starben bei diesen Tests, erlitten Knochenbrüche, Wunden, innere Quetschungen an wichtigen Organen wie Lunge und Leber sowie am Rückgrat. Zudem bekamen die Schweine 24 Stunden vor den Versuchen kein Futter und sechs Stunden vorher nichts zu trinken. Vor dem Test wurde ihnen außerdem ein Betäubungsmittel verabreicht.

Für die chinesischen Wissenschaftler waren diese Versuche gerechtfertigt, denn die Jungtiere ähnelten in ihrer Anatomie den von sechsjährigen Kindern. Sie seien deshalb sehr gut geeignet, um die Funktionalität von Sicherheitsgurten für Kindersitze zu entwickeln. Andere Wissenschaftler kritisierten das Vorgehen ihrer Kollegen sehr scharf, schließlich gebe es auch Crashtest-Dummys in Kindergrößen. Computersimulationen ermöglichten es auch Organschäden einzuschätzen.

Sabrina Engel, Fachreferentin für Tierversuche bei der Tierschutzorganisation Peta, erklärte gegenüber rtl.de: „Es ist grausam und kein Grund, Tiere für solche Versuche zu missbrauchen.“ Große Autohersteller wie General Motors würden zeigen, dass es auch ohne solche Tierversuche ginge. „Aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht brauchen wir solche Versuche nicht“, so Engel. *fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare