Ein toter Fisch und verendete Seesterne am Strand von Khalaktyr auf der Halbinsel Kamtschatka. Nach dem massenhaften Tiersterben im Fernen Osten Russlands suchen die Behörden weiter nach den Gründen.
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Ein toter Fisch und verendete Seesterne am Strand von Khalaktyr auf der Halbinsel Kamtschatka. Nach dem massenhaften Tiersterben im Fernen Osten Russlands suchen die Behörden weiter nach den Gründen.

Russland

Tiersterben vor Kamtschatka: Mülldeponien als Ursache ausgeschlossen

Tote Robben, Kraken und Fische an der Küste, Touristen, die über Vergiftungserscheinungen klagen: Wer oder was ist für die Verschmutzung vor der Halbinsel Kamtschatka verantwortlich? Noch tappen die Behörden im Dunkeln.

Auf der russischen Halbinsel Kamtschatka haben Wissenschaftler eine Giftmülldeponie als Ursache für ein Massentiersterben an der Küste ausgeschlossen. Es gebe keine Spuren von Phenolen, Erdölprodukten und Schwermetallen in Wasserproben an den anliegenden Flüssen Mutnuschka und Nalytschewa, sagte der Direktor des Instituts für Vulkanologie und Seismologie, Alexej Oserow, am Montag einer Mitteilung zufolge.

Als Quelle für die Verschmutzung komme auch ein Schießplatz der Armee nicht infrage. Dort würden weder Raketentreibstoffe noch Schmierstoffe gelagert. Zuvor hatte die Verwaltung der Region Kamtschatka mitgeteilt, dass auch bei einer stillgelegten Mülldeponie keine Hinweise auf eine Vergiftung der Umwelt gefunden worden seien. Die Ursache für das Massentiersterben steht damit noch nicht fest.

Der Gouverneur der Region im Fernen Osten Russlands, Wladimir Solodow, wandte sich am Wochenende zudem an Wissenschaftler im Ausland mit der Bitte um Hilfe. Russische Experten vermuten unterdessen, dass Mikroalgen durch den Entzug von Sauerstoff im Meerwasser für das Tiersterben verantwortlich sein könnten.

Vor zwei Wochen hatte die Umweltorganisation Greenpeace über eine große Zahl angespülter toter Robben, Kraken, Seesterne und Fische vor Kamtschatka berichtet. Touristen an den bei Surfern beliebten Stränden hatten zudem über Vergiftungsbeschwerden geklagt. (dpa)

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