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Tief „Bernd“

107 Tote und verheerende Schäden nach Unwetter in NRW und Rheinland-Pfalz

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  • Mirko Schmid
  • Stefan Krieger
    Stefan Krieger
  • Katja Thorwarth
    Katja Thorwarth

Tief „Bernd“ hinterlässt katastrophale Zustände in NRW und Rheinland-Pfalz. 106 Menschen sterben, rund 1.000 weitere sind verletzt.

  • Das Tief „Bernd“ sorgt in NRW und Rheinland-Pfalz für katastrophale Zustände.
  • Regen und Unwetter lassen Flüsse überlaufen - mehr als 100 Menschen sterben, die Zahl der Vermissten ist bislang unklar. 1.000 weitere Personen sind zum Teil schwer verletzt.
  • Alles zum Unwetter im Westen Deutschlands und den dramatischen Folgen lesen Sie hier.

Update vom 17. Juni 2021, 07.35 Uhr: Die Zahl der Todesopfer nach dem Unwetter in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat sich in der Nacht vom Freitag erneut erhöht. Mittlerweile sind insgesamt 107 Menschen an den Folgen von Tief „Bernd“ gestorben.

Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es zudem laut der Behörden 618 Verletzte. In Rheinland-Pfalz geht man bislang von 362 verletzten Personen aus. Es sei zu befürchten, dass noch weitere Todesopfer hinzukommen, teilte die Polizei am Samstagmorgen mit.

Durch das Unwetter sind weiterhin viele Straßen in den betroffenen Gebieten gesperrt. Auch der Fernverkehr sei stark beeinträchtigt, teilt die Deutsche Bahn (DB) mit.

106 Tote nach Unwetter in NRW und Rheinland-Pfalz – WDR nach Berichterstattung selbstkritisch

+++ 22.50 Uhr: Die Ministerpräsident:innen von NRW und Rheinland-Pfalz, Armin Laschet und Malu Dreyer, haben drastische Worte für das Ausmaß der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands gefunden. Während Laschet von einer „Flutkatastrophe von historischem Ausmaß“ sprach, bezeichnete Dreyer die Lage als „Horror“. Man könne „eigentlich nur noch weinen“, so die SPD-Politikerin.

+++ 22.25 Uhr: Der WDR, der sich am Vortag heftiger Kritik für seine Programmgestaltung in der ersten Nacht der Unwetter in NRW und Rheinland-Pfalz ausgesetzt sah, hat Versäumnisse eingeräumt. Unter anderem hatte der ehemalige Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, Ulrich Deppendorf, auf Twitter gefragt, warum die ARD keinen Brennpunkt gesendet hatte. Auf diese Weise, so Deppendorf, würde die Informationskompetenz der ARD Schaden nehmen.

Nun verwies Marcus Bornheim, erster Chefredakteur von ARD-Aktuell, auf Twitter auf den Spartensender Tagesschau24, der live berichtet habe. Der Leiter des Programmbereichs Aktuelles im WDR, Stefan Brandenburg, räumte laut Deutschlandfunk hingegen ein, dass er bereue, dass der WDR nicht sofort ein eigenes Sonderprogramm gesendet habe. Im Nachhinein, so Brandenburg, hätte er diese Entscheidung gerne getroffen.

Unwetter in NRW und Rheinland-Pfalz: Steinmeier will sich vor Ort ein Bild der Lage machen

+++ 21.12 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat angekündigt, am morgigen Freitag (17. Juli 2021) Erftstadt im Rhein-Erft-Kreis zu besuchen. Laut Angaben der Staatskanzlei in NRW will Steinmeier gemeinsam mit Ministerpräsident Armin Laschet vor Ort mit den Betroffenen sprechen. In der örtlichen Feuerwehrzentrale will sich Steinmeier ein Bild von der Lager vor Ort machen.

Unteressen hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel von den USA aus per Videoschalte ins Bild setzen lassen. Auch Armin Laschet sowie NRW-Innenminister Herbert Reul nahmen an dem Gespräch teil.

106 Tote nach Unwetter - über 100.000 Menschen weiter ohne Strom

+++ 19.05 Uhr: Für viele Menschen in den von den Auswirkungen des Sturmtief „Bernd“ betroffenen Gebieten in NRW und Rheinland-Pfalz sind weiter von der Stromversorgung abgeschnitten. Der zum Eon-Konzern gehörende Energieversorger Westenergie konnte noch keine genauen Angaben darüber machen, wann es wieder möglich sein wird, Strom in die Katastrophengebiete zu liefern. Einzelne Anlagen seien weiterhin schwer erreichbar, in andere stünde gar weiterhin Wasser. Bevor ein geregelter Betrieb wieder möglich sei, müssten die Anlagen gereinigt und geprüft werden.

Ein Blick auf den Hagneck-Damm zwischen Aare und Bielersee, als der Wasserstand des Bielersees nach den starken Regenfällen der letzten Tage ansteigt. Der Wasserstand im Bielersee stieg die ganze Nacht hindurch weiter an und überschritt die Hochwassergrenze um 45 Zentimeter.

Unterdessen ist die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, ins Hochwassergebiet gereist. Laut einer Sprecherin will sich die Parteichefin vor Ort über die Lage der Menschen informieren, wolle aber – im Gegensatz zu CDU-Chef Laschet und SPD-Kanzlerkandidat Scholz – auf Pressebegleitung und öffentliche Auftritte verzichten. Für Wahlkampfauftritte sei die Lage vor Ort zu ernst, heißt es aus Parteikreisen.

Die Verwaltung des Rhein-Erft-Kreises hat eine Mitteilung, wonach es in Erftstadt ein katastrophenbedingtes Todesopfer gegeben habe korrigiert. Tatsächlich sei der Todesfall fälschlicherweise mit dem Unwetter in Verbindung gebracht worden. Somit wurde die Zahl bisher öffentlich vermeldeter Todesopfer von 107 auf 106 reduziert.

Unwetter-Katastrophe: Lage an der Steinbachtalsperre „stabil, aber nicht unkritisch“

+++ 17:50 Uhr: Der Kreis Euskirchen bezeichnet die Lage an der Steinbachtalsperre als „stabil, aber nicht unkritisch“. Allerdings seien bei einer Überprüfung des Dammes per Drohne keine kritischen Risse gefunden worden. Das Grundabflussrohr der Talsperre allerdings sei weiterhin verstopft, teilte eine Sprecherin des Kreises mit. Derzeit werde anhaltend Wasser mit Hochleistungspumpen aus der Talsperre abgeführt, um Druck von der Anlage zu nehmen.

Um eine weitere Katastrophe zu vermeiden, waren in den letzten Tagen unterhalb der Steinbachsperre mehrere Orte aufgrund der Gefahr des Durchbrechens der Staumauer evakuiert worden. Da die Gefahr noch nicht gebannt sei, appelliert der Kreis Euskirchen an die Bevölkerung, noch nicht in ihre Häuser zurückzukehren.

Unwetter in NRW und Rheinland-Pfalz: Weitere Opfer befürchtet

+++ 16.25 Uhr: Der Verwaltung des vom Hochwasser stark betroffenen Rhein-Erft-Kreises ist bislang ein Todesopfer bekannt. Dies sei von der Stadt Erftstadt gemeldet worden, berichtete eine Sprecherin. Es sei aber zu befürchten, dass es noch weitere Opfer gebe. So sei unklar, ob es alle Autofahrer noch rechtzeitig aus ihren Wagen schafften, als sie auf der B265 von Wassermassen überrascht wurden.

+++ 15.46 Uhr: In Rheinland-Pfalz hat das Unwetter bereits am Mittwoch für erste Schäden gesorgt. Inzwischen ist klar, dass mehr als 60 Menschen gestorben sind. Thomas Linnertz, Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), die in Rheinland-Pfalz den Katastrophenschutz koordiniert, erklärt dem RND, dass man mit mehr Wassermengen konfrontiert war, als man überhaupt Kapazitäten hatte. „Wir hatten ja nicht tagelang Zeit, um uns auf diese Ausnahmesituation vorzubereiten. Diese Wetterlage konnte in dieser Heftigkeit nicht so frühzeitig vorhergesagt werden, um noch mehr Maßnahmen zu treffen“, sagt er im Interview.

Ein weiteres Problem sieht er darin, dass viele Menschen die Warnungen falsch eingeschätzt haben, denn so hohe Pegelstände hatte noch niemand erlebt. Am Donnerstagnacht seien schließlich die Flüsse sind so schnell angestiegen, dass der Katastrophenschutz die Menschen gar nicht mehr evakuieren konnte. Wegen des Mobilfunk- und Stromausfalls habe man viele Menschen nicht erreichen können. „Damit kämpfen wir weiterhin in vielen Regionen, und das ist auch einer der Gründe, warum so viele Menschen vermisst werden. Ich hoffe sehr, dass wir möglichst schnell die Menschen finden“, sagt er dem RND.

Katastrophenschutz in Rheinland-Pfalz: „Können solche Wetterlagen nicht verhindern“

Er betont außerdem, dass man solche Wetterlagen nicht verhindern könne, „wir können nur die Menschen frühzeitig warnen.“ Denn eine Evakuierung innerhalb weniger Stunden bleibe eine große Herausforderung. Verbesserungsmöglichkeiten sieht er bei Modellen zur Katastrophenvorhersage: „Darüber müssen wir sprechen“, so Präsident der ADD.

+++ 14.10 Uhr: Die Hochwasserkatastrophe an Ahr und Mosel hat mindestens 63 Menschen das Leben gekostet. Die Zahl werde vermutlich noch steigen, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Drei Wohnhäuser und historissche Burg in Erftstadt eingestürzt

+++ 13.26 Uhr: Im besonders schwer von der Unwetterkatastrophe betroffenen Erftstadt-Blessem sind nach aktuellem Stand drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg eingestürzt. „Wir gehen von mehreren Toten aus, wissen es aber nicht“, sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) in Düsseldorf.

Im bisher durchforsteten östlichen Teil des Ortes gebe es keine Todesopfer, alle dort lebenden Menschen seien in Sicherheit. „Aber das ist noch nicht die ganze Stadt.“ Die Lage in Erftstadt sei „wegen der Dynamik“ zurzeit „ganz besonders kritisch“ und noch sehr unübersichtlich.

+++ 13.00 Uhr: In der Nähe der vom Hochwasser heimgesuchten Ortschaft Erftstadt-Blessem sind Teile der gesperrten Autobahn 1 in den Fluss Erft gestürzt. Dies berichtete ein dpa-Reporter als Augenzeuge. Nach seinen Angaben brachen schätzungsweise mehr als 40 Meter des Standstreifens in mehreren Stücken mit einem Knacken ab und fielen in den Fluss. Auf den Abschnitten hätten sich keine Fahrzeuge befunden. Auch ein Stück Lärmschutzwand sei eingestürzt.

+++ 12.00 Uhr: Die Zahl der Toten ist in Rheinland-Pfalz auf mindestens 60 gestiegen. Dies teilte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Freitag nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Mainz mit.

Jetzt 103 Tote nach Unwetter in Rheinland-Pfalz und NRW - Lage nach Hauseinsturz unklar

+++ 11.45 Uhr: Die Lage in Erftstadt ist nach Angaben des zuständigen Landrates des Rhein-Erft-Kreises, Frank Rock (CDU), noch unübersichtlich. Er habe noch keine konkrete Zahl über Todesopfer oder Vermisste, sagte Rock am Freitag dem TV-Sender ntv.

Es seien noch 50 Menschen mit Booten gerettet worden, aber auch wieder Menschen auf eigene Faust in bereits evakuierte Häuser zurückgekehrt. Die Flut sei sehr schnell gekommen. Senken hätten binnen zehn Minuten unter Wasser gestanden. Es habe kaum Zeit gegeben, die Menschen zu warnen.

+++ 10.34 Uhr: Die Zahl der Unwettertoten ist in Nordrhein-Westfalen auf mindestens 43 gestiegen. Das hat das NRW-Innenministerium am Freitag auf Anfrage mitgeteilt. Bislang war die Zahl auf mindestens 30 beziffert worden.

81 Opfer nach Unwetter in Rheinland-Pfalz und NRW - Weitere Tote nach Hauseinsturz

+++ 09.35 Uhr: Infolge der Überschwemmungen im nordrhein-westfälischen Erftstadt-Blessem sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Eine Sprecherin der Kölner Bezirksregierung sprach am Freitag von „bestätigten“ Fällen, konnte zu den genauen Umständen aber noch keine Angaben machen, weil aktuell kaum Kommunikation mit dem betroffenen Gebiet möglich sei. In der Ortslage gab es durch die schweren Unwetter massive Unterspülungen und Hauseinstürze. 

+++ 09.00 Uhr: Im nordrhein-westfälischen Erftstadt hat sich die Lage wegen der Unwetterkatastrophe dramatisch zugespitzt. Wegen schneller und massiver Unterspülungen gebe es eine Reihe von vollständigen und teilweisen Einstürzen von Häusern, teilte die Bezirksregierung in Köln am Freitag mit. Es würden „etliche Personen“ vermisst, die Infrastruktur sei ausgefallen, Krankenhausbetriebe seien nicht mehr möglich. Mehrere Pflegeheime müssten geräumt werden.

Aus den Häusern erfolgten immer wieder Notrufe von eingeschlossenen Menschen, da diese trotz Warnungen wieder in das Schadensgebiet zurückgekehrt seien oder es nicht verlassen hätten.

Die Bezirksregierung schickte in Abstimmung mit dem nordrhein-westfälischen Innenministerium einen Erkundungstrupp des Katastrophenschutzes in den Rhein-Erft-Kreis, zu dem Erftstadt gehört. Wie die Bezirksregierung erklärte, könnten nur teilweise Menschen mit Booten oder Strömungsrettern gerettet werden. In vielen Fällen sei eine Rettung nicht möglich. Der Einsatz werde durch einen Gasaustritt, der sich nicht abstellen lasse, stark gefährdet.

+++ 07.25 Uhr: Nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz ist die Zahl der Toten von 28 auf 50 gestiegen. „Die Befürchtung ist, dass es noch mehr werden“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz am Freitagmorgen.
 

Update vom Freitag, 16.07.2021, 06.30 Uhr: 200 Einsatzkräfte haben sich in Bruchsal (Kreis Karlsruhe) mit 100 Krankenwagen auf den Weg in die Region rund um Ahrweiler in Rheinland-Pfalz gemacht. Die Einsatzkräfte werden dort bei der Verlegung von Patienten aus Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen Einrichtungen helfen, wie die Stadt Bruchsal am Donnerstag mitteilte. Derweil sind weiterhin mehrere Straßen rund um das Ahrtal gesperrt. Die Autobahn 61 ist zwischen dem Autobahnkreuz Meckenheim und Türnich beidseitig nicht passierbar, wie die Polizei Koblenz am Freitagmorgen mitteilte. Auch die Bundesstraße 9 ist demnach beidseitig zwischen Bad Breisig und Remagen gesperrt. Die Polizei bittet Autofahrer, das Ahrtal weiträumig zu umfahren. Rettungskräfte seien weiterhin im Einsatz.

Immer noch werden zahlfreiche Menschen vermisst. Während Innenminister Roger Lewentz (SPD) von rund 40 bis 60 weiterhin vermissten Menschen ausgeht, nennt die Kreisverwaltung von Ahrweiler noch deutlich höhere Vermisstenzahlen: Im Kreis würden 1300 Menschen vermisst. Eine Sprecherin erklärte, das Mobilfunknetz sei lahmgelegt - und daher gebe es keinen Handy-Empfang und viele Menschen seien nicht erreichbar. „Wir hoffen, dass sich das klärt“, sagte sie zu der hohen Zahl.

43 Tote nach Unwetter in NRW und Rheinland-Pfalz - Menschen von Wassermassen eingeschlossen

+++ 18.15 Uhr: Nach Annalena Baerbock und Armin Laschet hat sich mit Olaf Scholz auch der dritte Kanzlerkandidat zu Wort gemeldet und will gegen den Klimawandel vorgehen. Im Rahmen eines Besuchs im Krisengebiet in Rheinland-Pfalz rief der Vizekanzler dazu auf, die Bemühungen gegen den Klimawandel zu verstärken. In Bad Neuenahr-Ahrweiler gab sich der SPD-Politiker „betroffen von der gewaltigen Zerstörung“, welche „die Natur“ angerichtet habe. „Sicher“ habe die Naturkatastrophe „auch etwas“ damit zu tun, dass der Klimawandel voranschreite, so Scholz.

Dies solle ein „weiterer Ansporn“ sein, „alles dafür zu tun“, den „menschengemachten Klimawandel“ aufzuhalten, so Scholz. Dies sei die Politik allen „schuldig“, die „hier Opfer geworden sind“.

+++ 17.30 Uhr: Nach der Unwetterkatastrophe in Westdeutschland meldet sich erneut die Landesregierung von Rheinland-Pfalz zu Wort. Eine kurzfristige Unterstützung von 50 Millionen Euro soll dem Bundesland bereitgestellt werden.

Damit sollen Schäden der öffentlichen Infrastruktur behoben werden, also etwa an Straßen, Brücken und anderen Bauwerken, wie die Landesregierung am Donnerstag auf Twitter mitteilte. „Schäden in Kommunen sind immens“, erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und fügte hinzu, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) Unterstützung vom Bund zugesagt hätten.

Unwetter über Deutschland: Plünderungsversuche in Katastrophengebiet

+++ 14.30 Uhr: In Stolberg bei Aachen nutzen bereits Kriminelle die Hochwasserlage aus: Dort sei es zu einzelnen Plünderungsversuchen von Geschäften gekommen, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Demnach hatten in drei Fällen Zeugen gemeldet, dass sich Personen in überschwemmten Läden befänden. Die Polizei nahm an einem Juweliergeschäft einen Verdächtigen fest.

Als die Beamten an den anderen Tatorten - einem Supermarkt und einer Drogerie - eintrafen, sind demnach mehrere Unbekannte geflüchtet. Ob etwas gestohlen wurde, war zunächst unklar. Eine Hundertschaft der Polizei sei nun in Stolberg, um die verlassenen Wohnhäuser und Geschäfte vor Plünderungen zu schützen.

Unwetter über Deutschland: Mindestens 33 Tote in NRW und Rheinland-Pfalz - Gaffer behindern Einsatz

+++ 11.45 Uhr: Nach der Hochwasserkatastrophe im Eifel-Ort Schuld im Norden von Rheinland-Pfalz haben Schaulustige nach Angaben der Polizei den Rettungseinsatz behindert. „Bitte haltet die Rettungswege frei!!!!!“, schrieb das Polizeipräsidium Koblenz am Donnerstag auf Twitter. Die Beamten riefen auch dazu auf, Straßensperren zu beachten und in Sicherheit zu bleiben. In überfluteten Gebieten seien die Gefahren unkalkulierbar.
 

Unwetter über Deutschland: Talsperre bei Wuppertal läuft über - Rettungskräfte sterben

Erstmeldung 15.07.2021, 04:10 Uhr: Frankfurt am Main - Das Tief „Bernd“ sorgte in der Nacht mit Starkregen und Überschwemmungen für Chaos besonders im Westen Deutschlands. Vor allem in Teilen von Nordrhein-Westfalen, in der Landeshauptstadt Düsseldorf, Wuppertal und Hagen im Ruhrgebiet sorgte das Tief und heftiger Regen für teilweise chaotische Zustände.

Auch in Rheinland-Pfalz herrscht vielerorts Land unter. Die Kreisverwaltung in Daun rief den Katastrophenfall aus. Unter anderem bleiben die Schulen im Landkreis Vulkaneifel an diesem Donnerstag geschlossen. Unterdessen steigt das Hochwasser an Rhein, Ahr und Mosel weiter an.

Unwetter in Nordrhein-Westfalen: Talsperre in Wuppertal läuft über

Besonders angespannt ist die Lage noch immer unter anderem in Hagen sowie in Wuppertal, wo eine Talsperre überlief. Nahe der Steinbachtalsperre in Euskirchen wurden mehrere Ortschaften evakuiert.

Der Krisenstab in Hagen erwarte „ein 25-jährliches Hochwasser“, teilte die Stadt mit. Wer in unmittelbarer Nähe von Flüssen wohne, werde dazu aufgerufen, sich in höher liegende Bereiche zu begeben. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kündigte für Donnerstag einen Besuch in Hagen an, um sich dort ein Bild von der Lage zu machen. (skr/ktho/jey mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Jean-Christophe Bott/dpa

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