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Taifun trifft Japan: „Nie dagewesene“ Naturkatastrophe bedroht Millionen Einwohner

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Von: Andreas Apetz

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Der Taifun „Nanmadol“ trifft Japan mit voller Wucht. Millionen japanische Bürgerinnen und Bürger sind bedroht.

Kagoshima – Ein außergewöhnlich heftiger Taifun wütet in Japan. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 260Kilometern pro Stunde fegt Tropensturm „Nanmadol“ über den Inselstaat. Mindestens ein Mensch ist bereits ums Leben gekommen, Dutzende weitere Bürger:innen wurden verletzt.

Besonders stark betroffen ist der Südwesten der Hauptinsel Kyushu. Laut der Tagesschau spricht der japanische Wetterdienst von einer „nie dagewesenen“ Gefahr und einem „sehr gefährlichen Taifun“. Ein Sprecher des Wetterdienstes appellierte, es sei „höchste Vorsicht geboten“. Die Behörden forderten mehr als vier Millionen Einwohner:innen zum Verlassen ihrer Wohnungen auf. Tausende Menschen suchten infolgedessen Zuflucht in Schutzunterkünften.

Taifun in Japan: Mindestens ein Toter und Dutzende Verletzte

Am Sonntagabend (Ortszeit) traf der 14. Taifun der Saison auf der südwestlichen Hauptinsel Kyushu bei der Stadt Kagoshima auf Land. Dies gab die nationale Wetterbehörde bekannt. Aufgrund seiner hohen Windgeschwindigkeit könnte der Sturm auch Häuser zum Einsturz bringen. Laut dem japanischen Fernsehsender NHK befanden sich mehr als 15.000 Menschen im Süden Japans in Sicherheitsräumen, die den „extremen Wetterbedingungen standhalten“.

Taifun in Japan: Ein Mann auf einem Fahrrad bahnt sich seinen Weg durch den Regen in Miyazaki
Ein Mann auf einem Fahrrad bahnt sich seinen Weg durch den Regen in Miyazaki während der Taifun „Nanmadol“ wütet. (Archivfoto) © Kyodo News/dpa

Japanische Fernsehsender zeigten Bilder von umgestürzten Bäumen, beschädigten Hausfassaden und überschwemmten Straßen. Der Taifun „Nanmadol“ gilt als beispiellos gefährlich. Auf der südwestlichen Hauptinsel Kyushu erlitten 75 Menschen infolge der starken Sturmböen Verletzungen. Ein Mitte 60-jähriger Mann wurde bewusstlos aus einem überschwemmten Auto geborgen und später für tot erklärt. Darüber berichtete der Fernsehsender THK.

Tropensturm: Taifun „Nanmadol“ zieht weiter

Neben den extremen Windböen sorgen die heftigen Regenfälle für meterhohe Wellen und Überschwemmungen. Am Sonntagmorgen (18. September) hatten rund 98.000 Haushalte keinen Strom. Auch der öffentliche Verkehr in Japan ist schwer beeinträchtigt. Hunderte Flüge wurden aufgrund des Taifuns gestrichen. Der Zug- und Fährenverkehr ist bis zum Abklingen des Sturms in den betroffenen Regionen eingestellt.

Dem Wetterdienst Japans zufolge wird erwartet, dass „Nanmadol“ östlich über die Hauptinsel Honshu weiterzieht. In der Landeshauptstadt Tokio kam es bereits zu ersten starken Regenfällen. Eine U-Bahn-Linie musste aufgrund von Überschwemmungen den Betrieb einstellen. Die japanischen Wetterbehörden hatten am Samstag (17. September) eine Sonderwarnung für bestimmte Regionen ausgegeben. Wie die Tagesschau mitteilt, werden solche Warnungen in Japan nur ausgesprochen, wenn ein außergewöhnliches Naturereignis vorhergesagt ist. Dies träte nur einmal im Jahrzehnt auf. (aa/dpa)

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